Anlagebetrug: ASIC entfernt 19.400 Betrugsfälle mit KI-Deepfakes
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Australische Wertpapier- und Investitionskommission (ASIC) hat im Jahr 2026 massiv gegen die wachsende Zahl von Betrugsversuchen im Internet interveniert. Wie die Behörde am 18. August 2026 bekannt gab, wurden in diesem Jahr bereits 19.400 Online-Betrugsfälle entfernt. Dies entspricht einer Steigerung von 182 % im Vergleich zum Vorjahr und unterstreicht die zunehmende Professionalisierung krimineller Akteure im Finanzsektor.
Massive Zunahme bei Phishing und gefälschten Plattformen
Die detaillierte Auswertung der ASIC verdeutlicht die Dynamik in den verschiedenen Betrugskategorien. Besonders drastisch fiel der Anstieg bei Phishing-Links aus: Mit 5.476 entfernten Links verzeichnete die Behörde hier ein Plus von 279 %.
Auch die Anzahl gefälschter Anlageplattformen stieg signifikant an. Die Aufsicht deaktivierte 7.051 solcher Seiten, was einem Zuwachs von 151 % entspricht. Im Bereich des Kryptowährungs-Betrugs wurden 3.106 Fälle registriert, eine Steigerung um 30 %.
Um die behördlichen Kontrollen zu umgehen, setzen Kriminelle laut ASIC verstärkt auf die sogenannte Cloaking-Technik. Dabei werden Webseiten so programmiert, dass sie Prüfalgorithmen harmlose Inhalte anzeigen, während potenzielle Opfer auf die tatsächlichen Betrugsseiten geleitet werden.
Deepfakes und die Rolle Künstlicher Intelligenz
Ein zentraler Treiber der aktuellen Entwicklung ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz. ASIC-Chefin Sarah Court betonte, dass KI-Technologien Betrugsversuche erheblich überzeugender und schwerer erkennbar machen würden. Insbesondere Deepfake-Videos von bekannten Persönlichkeiten werden genutzt, um Seriosität vorzutäuschen. Die durch solche Promi-Deepfakes verursachten Verluste beliefen sich auf 7,4 Mio. AUD.
Zu den am häufigsten imitierten Personen gehörten Premierminister Anthony Albanese sowie Jacqui Lambie, Deborah Knight und Chris Kohler. In einem konkreten Fall wurde ein Deepfake-Video des Premierministers verbreitet, das eine Rendite von 40.000 AUD bei einer Investition von lediglich 4.000 AUD versprach. Die Opfer verlieren ihr Geld dabei oft an kriminelle Gruppen, die vom Übersee-Ausland aus agieren.
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Hohe finanzielle Einbußen für Privatanleger
Die Auswirkungen auf betroffene Einzelpersonen sind gravierend. Die ASIC nannte Beispiele von Opfern, die durch KI-gestützten Betrug hohe Summen verloren haben. Eine 74-jährige Frau verlor demnach 320.000 AUD, während eine 56-Jährige Einbußen von 150.000 AUD hinnehmen musste. Ein 29-jähriger Anleger aus Queensland verlor 166.000 AUD durch eine Kombination aus manipulierten Apps und Browser-Erweiterungen im Bereich des Krypto-Betrugs.
Die Gesamtdaten verdeutlichen das Ausmaß des Schadens. Im Jahr 2025 beliefen sich die Verluste durch Anlagebetrug in Australien auf insgesamt 837,7 Mio. AUD, was 38 % des gesamten Betrugsschadens von 2,18 Mrd. AUD entsprach.
Für das Jahr 2026 meldet Scamwatch bereits Verluste in Höhe von 45 Mio. AUD durch Anlagebetrug, während die ASIC im Vorjahr 2025 fast 12.000 betrügerische Webseiten deaktivieren konnte.
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Behörden mahnen zur Vorsicht
Angesichts der technologischen Aufrüstung der Betrüger forderte Sarah Court ein stärkeres Engagement der Social-Media-Plattformen bei der Bekämpfung illegaler Inhalte. Anlegern rät die ASIC dringend dazu, vor einer Investition die Australian Financial Services Licence (AFSL) des Anbieters zu überprüfen.
Die Australische Bundespolizei (AFP) wies zudem darauf hin, dass die Wiederherstellung von Verlusten, die durch KI-gestützten Betrug entstanden sind, nur in seltenen Fällen erfolgreich verläuft.
