Arbeitsbelastung, Muskel-Skelett-Beschwerden

Arbeitsbelastung: Muskel-Skelett-Beschwerden dominieren in der Basisarbeit

Veröffentlicht: 30.06.2026 um 21:33 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Körperliche Belastungen dominieren in Basisarbeit, psychische Störungen betreffen alle Qualifikationsstufen. Bandscheibenerkrankungen nehmen zu.

Basisarbeit: Muskel-Skelett-Beschwerden als größte Gesundheitsgefahr
Nahaufnahme der Hände eines Arbeiters, die eine sich wiederholende manuelle Tätigkeit ausführen, mit verschwommenem industriellen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das zeigt das neue Faktenblatt 61 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Während hochqualifizierte Tätigkeiten vor allem psychisch fordern, dominieren in der Basisarbeit körperliche Belastungen. Langes Stehen, schweres Heben und monotone Bewegungsabläufe prägen den Alltag vieler Beschäftigter.

Psychosomatische Beschwerden treten dagegen über alle Qualifikationsstufen hinweg ähnlich häufig auf. Das berichten die Autoren V. Vegner und A. Kaboth in ihrer Untersuchung.

Bandscheibenerkrankungen auf dem Vormarsch

Der zeitgleich vorgelegte Fehlzeitenreport untermauert die Entwicklung. Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates bleiben die Hauptursache für lange Arbeitsunfähigkeit. Besonders Bandscheibenerkrankungen nehmen zu.

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Der ÖGB fordert deshalb die Aufnahme dieser Erkrankungen in die Liste der offiziellen Berufskrankheiten. Besonders betroffen sind Beschäftigte im Gesundheitswesen, in der Langzeitpflege und in der Behindertenbetreuung.

Psychische Störungen sind ein weiterer Risikofaktor: 2024 verursachten sie 16,7 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. Gleichzeitig sind sie der häufigste Grund für Erwerbsminderungsrenten.

Schutzrente als Lösung?

Die Belastungen in bestimmten Berufen befeuern die Rentendebatte. Eine Rentenkommission empfiehlt, das Renteneintrittsalter ab 2032 an die Lebenserwartung zu koppeln. Bis 2042 könnte es auf 67,5 Jahre steigen.

Im Gegenzug ist eine Schutzrente für gesundheitlich belastete Berufsgruppen im Gespräch. Sie soll die besonderen physischen Anforderungen ausgleichen.

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Einige Betriebe gehen bereits neue Wege. Das Unternehmen Münchenstift führte im Juni eine freiwillige Vier-Tage-Woche ein. In der Testphase zwischen Oktober und März lag die Krankenquote der Teilnehmer um ein Drittel unter dem Gesamtdurchschnitt von 6,4 Prozent.

Arbeitsmarkt im Wandel

Die Diskussion um Arbeitsbelastung fällt in eine Zeit des Umbruchs. Im Juni lag die Arbeitslosigkeit bei 2,936 Millionen – ein leichter Rückgang zum Vormonat. Doch die Branchen entwickeln sich unterschiedlich.

Während Pflege und IT Stellen aufbauen, planen rund 60 Prozent der Industrieunternehmen einen Stellenabbau bis 2030. Allein für dieses Jahr rechnet die Industrie mit dem Wegfall von etwa 100.000 Arbeitsplätzen.

Künstliche Intelligenz verändert zudem die Anforderungen an Berufseinsteiger. KI-Systeme übernehmen zunehmend einfache Recherche- und Analyseaufgaben – der Berufseinstieg wird anspruchsvoller. Rund 85 Prozent der Unternehmen planen deshalb verstärkte Weiterbildungsmaßnahmen.

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