Arbeitshitze, Millionen

Arbeitshitze kostet 431 Millionen Euro tÀglich: Gewerkschaften drÀngen auf Schutz

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 02:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Politik und Gewerkschaften drÀngen auf verbindliche Hitzeschutzregeln am Arbeitsplatz, inklusive eines staatlichen Hitze-Ausfallgeldes.

Linke und DGB fordern gesetzlichen Hitzeschutz fĂŒr BeschĂ€ftigte
Bauarbeiter wischt sich bei extremer Hitze auf einer Baustelle den Schweiß von der Stirn Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die extreme Hitze belastet nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Wirtschaft. Jetzt drĂ€ngen Politik und Gewerkschaften auf konkrete Schutzmaßnahmen.

FĂŒnf-Punkte-Plan der Linken

Die Linke stellte am 27. Juli einen umfassenden Hitzeschutzplan vor. KernstĂŒck: ein Hitze-Kurzarbeitergeld fĂŒr BeschĂ€ftigte an AußenarbeitsplĂ€tzen. Linken-Chef Luigi Pantisano nannte die hohe Zahl der Hitzetoten im Juni einen Weckruf.

Der Plan sieht verbindliche Schutzmaßnahmen in der ArbeitsstĂ€ttenverordnung vor. Zudem fordert die Partei kĂŒhle SchutzrĂ€ume, die innerhalb von 15 Minuten fußlĂ€ufig erreichbar sein sollen. Auch der Ausbau öffentlicher SchwimmbĂ€der und ein soziales Sanierungsprogramm sind Teil des Konzepts.

DGB: Jeder Hitzetag kostet 431 Millionen Euro

Bereits Mitte Juli hatte DGB-Chefin Yasmin Fahimi ein gesetzliches Hitze-Ausfallgeld gefordert. Laut Gewerkschaftsbund kostet jeder Hitzetag die deutsche Wirtschaft rund 431 Millionen Euro. Fahimi warnt vor massiven ArbeitsausfĂ€llen, ProduktionseinbrĂŒchen und erhöhter Unfallgefahr.

Eine DGB-Umfrage unter 4.000 BeschĂ€ftigten zeigt die Belastung: Jeder dritte Arbeitnehmer fĂŒhlt sich durch die hohen Temperaturen stark beansprucht. Bei zusĂ€tzlichem Zeitdruck steigt dieser Anteil auf 48 Prozent. Die Gewerkschaftschefin plĂ€diert fĂŒr eine ganzheitliche Hitzeschutzstrategie.

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Was sagt die aktuelle Rechtslage?

Die ArbeitsstĂ€ttenverordnung definiert zwar Grenzwerte, aber keinen automatischen Anspruch auf Arbeitsfrei oder Extra-Pausen. Ab 26 Grad Raumtemperatur sollen Arbeitgeber erste Gegenmaßnahmen ergreifen. Ab 30 Grad sind sie dazu verpflichtet. Bei 35 Grad gilt der Raum ohne Schutzmaßnahmen als ungeeignet fĂŒr die Arbeit.

Die Entscheidungsgewalt ĂŒber konkrete Schritte liegt beim Arbeitgeber. Das reicht von Jalousien und Ventilatoren bis zu flexiblen Gleitzeitregelungen. Nur bei unmittelbarer Gesundheitsgefahr haben Arbeitnehmer das Recht, sich in Sicherheit zu bringen. Experten empfehlen in solchen FĂ€llen eine genaue Dokumentation.

Branchen reagieren unterschiedlich

Das Hoch „Olaf“ bringt Ende Juli Temperaturen von bis zu 40 Grad nach Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst warnte am 28. Juli vor extremer WĂ€rmebelastung und tropischen NĂ€chten.

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Verkehrswesen: Die DB Infrago setzt vom 30. Juli bis 6. August den Trassennutzungsvertrag bei Temperaturen ĂŒber 35 Grad teilweise aus. Eisenbahnunternehmen dĂŒrfen ZĂŒge zurĂŒckhalten, um die NetzstabilitĂ€t zu sichern. Nahverkehrsbetriebe kritisieren das – Pendler seien weiterhin auf Beförderung angewiesen.

Baugewerbe: Der Schweizer Baumeisterverband startete am 28. Juli eine Petition fĂŒr faire Rahmenbedingungen bei Hitze. Bauherren sollen Hitzetage vorausschauend einplanen und Kosten ĂŒbernehmen. Konventionalstrafen bei witterungsbedingten Verzögerungen sollen entfallen.

Kommunalpolitik: Die SPD in Mannheim forderte am 28. Juli ein Landesförderprogramm fĂŒr Hitzeschutz in Kitas, Schulen und Pflegeeinrichtungen. Extreme Hitze werde zunehmend zum Bildungsproblem, wenn die Infrastruktur nicht angepasst werde.

WĂ€hrend der Einzelhandel bei Eis und Mineralwasser RekordumsĂ€tze verzeichnet, bleibt die langfristige Anpassung der Arbeitswelt zentrales Thema. FĂŒr das Wochenende ist eine Kaltfront mit Gewitter- und Sturzflutgefahr angekĂŒndigt – die Debatte um dauerhafte gesetzliche Regelungen wie das Hitze-Ausfallgeld wird bleiben.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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