Arbeitskosten: Hamburg zahlt 13 Euro mehr als Mecklenburg-Vorpommern
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 10:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBranchen prÀgen regionale Kosten
- Das Statistische Bundesamt beziffert die durchschnittlichen Arbeitskosten 2024 bundesweit auf 44,32 Euro je Stunde.
- Mecklenburg-Vorpommern lag mit 36,40 Euro am unteren Ende, Hessen erreichte 47,83 Euro.
- In der Personenbeförderung per Luftfahrt kostete eine Arbeitsstunde durchschnittlich 83,78 Euro.
Arbeitskosten unterscheiden sich stark nach Bundesland
Eine Arbeitsstunde kostete 2024 in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 36,40 Euro und damit 13 Euro weniger als in Hamburg mit 49,41 Euro. Das geht aus Angaben des Statistischen Bundesamtes hervor.
In den Arbeitskosten enthalten sind neben dem Bruttolohn auch SozialbeitrĂ€ge sowie Aufwendungen fĂŒr Aus- und Weiterbildung.
Tourismusregionen liegen am unteren Ende
Die regionalen Unterschiede hĂ€ngen teilweise mit dem Branchenmix zusammen. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, wo Tourismus eine gröĂere Rolle spielt, betragen die durchschnittlichen Arbeitskosten 36,40 beziehungsweise 39,95 Euro.
Besonders niedrig sind die Kosten in Gastronomie und Beherbergung. Dort liegen sie bei 25,73 beziehungsweise 26,68 Euro je Arbeitsstunde.
Luftfahrt und Tabakverarbeitung besonders teuer
Am teuersten ist eine Arbeitsstunde in der Personenbeförderung in der Luftfahrt mit 83,78 Euro. In der Tabakverarbeitung fallen durchschnittlich 75,82 Euro an.
Auch die Finanz- und Versicherungswirtschaft liegt mit 62,31 Euro deutlich ĂŒber dem Durchschnitt. Hessen erreicht mit 47,83 Euro den zweithöchsten LĂ€nderwert; dazu trĂ€gt unter anderem der Frankfurter Flughafen bei.
Ostdeutsche FlÀchenlÀnder mit niedrigeren Werten
Bundesweit kostete eine Arbeitsstunde im Jahr 2024 durchschnittlich 44,32 Euro. Ăhnlich niedrige Werte wie an der KĂŒste verzeichneten die ostdeutschen FlĂ€chenlĂ€nder.
Eine mittlere Gruppe bilden Saarland, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die höchsten Arbeitskosten wiesen Hessen, Baden-WĂŒrttemberg, Bayern und die Stadtstaaten einschlieĂlich Berlin auf. JĂŒngere Zahlen liegen nach Angaben des Bundesamtes nicht vor.
Arbeitskosten umfassen deutlich mehr als den ausgezahlten Bruttolohn. Neben den Entgelten flieĂen insbesondere ArbeitgeberbeitrĂ€ge zur Sozialversicherung sowie Ausgaben fĂŒr Aus- und Weiterbildung ein. Der Vergleich beschreibt deshalb die Kostenperspektive der Unternehmen und nicht unmittelbar das verfĂŒgbare Einkommen der BeschĂ€ftigten.
Die regionale Spannweite hĂ€ngt stark von der Wirtschaftsstruktur ab. LĂ€nder mit einem gröĂeren Anteil an Tourismus, Gastronomie und Beherbergung weisen niedrigere Durchschnittswerte auf, wĂ€hrend Finanzwirtschaft, Luftverkehr und industrielle Spezialbranchen die Mittelwerte nach oben ziehen. Auch die Konzentration groĂer FlughĂ€fen und Unternehmenszentralen kann den Landesdurchschnitt beeinflussen.
Folgen fĂŒr Standorte und BeschĂ€ftigte
FĂŒr Unternehmen sind Arbeitskosten ein Faktor bei Investitions-, Standort- und Personalentscheidungen. Sie stehen jedoch neben ProduktivitĂ€t, Qualifikation, Infrastruktur, Energiepreisen und regionalen Lebenshaltungskosten. Ein niedrigerer Durchschnittswert bedeutet daher nicht automatisch einen Wettbewerbsvorteil.
FĂŒr BeschĂ€ftigte lassen sich aus den Arbeitskosten allein weder Lohnniveau noch Lebensstandard ableiten. Die Zahlen zeigen vor allem, wie unterschiedlich die Branchen- und Wirtschaftsstrukturen der LĂ€nder sind. Der Bundesdurchschnitt von 44,32 Euro bietet dabei eine VergleichsgröĂe, ersetzt aber keine Analyse einzelner Berufe oder Tarifbereiche.
