Arbeitsmarkt Juli: Arbeitslosenzahl überschreitet 3 Millionen
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli auf 3,007 Millionen gestiegen. Damit wurde die Drei-Millionen-Marke erstmals seit dem Frühjahr wieder überschritten. Gegenüber Juni kletterte die Zahl um 71.000.
Konjunktur und Sommerpause belasten den Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent. Saisonbereinigt kamen rund 6.000 Arbeitslose hinzu. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sind 28.000 Menschen mehr ohne Job.
Daniel Terzenbach vom Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht die schwache wirtschaftliche Entwicklung als Haupttreiber. Neben der üblichen Sommerpause belasten die angeschlagene Konjunktur und hohe Energiepreise infolge des Iran-Krieges den Arbeitsmarkt.
Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften bleibt verhalten: 653.000 offene Stellen sind derzeit gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosengeld-Bezieher stieg binnen eines Jahres um 107.000 auf 1,108 Millionen. Beim Bürgergeld sank die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten dagegen um 121.000 auf 3,775 Millionen.
BA rechnet mit Milliarden-Defizit
Die angespannte Lage bekommt auch die Bundesagentur für Arbeit zu spüren. Für 2026 erwartet die Behörde nun ein Defizit von 9 bis 10 Milliarden Euro. Die Gesamtausgaben steigen voraussichtlich auf 59 bis 60 Milliarden Euro – deutlich mehr als die geplanten 53 Milliarden.
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Dazu kommen strukturelle Probleme: Die alternde Gesellschaft hinterlässt Spuren, die Industrie verliert monatlich rund 15.000 Arbeitsplätze. Auch die allgemeine Erwerbstätigkeit sinkt – im Juni waren saisonbereinigt 23.000 Menschen weniger beschäftigt als im Vormonat.
Ausbildungsmarkt auf Tiefstand
Besonders angespannt zeigt sich der Ausbildungsmarkt: Mit 437.000 gemeldeten Lehrstellen ist der niedrigste Stand seit 2010 erreicht. 162.000 Stellen bleiben unbesetzt, während 147.000 Bewerber noch auf einen Platz hoffen. Arbeitsministerin Bas warnt: Ohne Berufsabschluss steigt das Risiko, arbeitslos zu werden, deutlich.
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Im Bereich Kurzarbeit wurden im Juli Anzeigen für 25.000 Personen registriert. Aktuelle Zahlen für Mai zeigen: 126.000 Beschäftigte erhielten Kurzarbeitergeld – ein Rückgang um 16.000 zum Vormonat und 100.000 weniger als im Vorjahr.
Für den Herbst erwartet die Bundesagentur keine durchgreifende Besserung. Die übliche Belebung des Arbeitsmarktes dürfte in diesem Jahr schwächer ausfallen als in der Vergangenheit.
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