Arbeitsmarkt Mai: 2,95 Millionen Arbeitslose, Quote bei 6,3 Prozent
21.06.2026 - 01:48:43 | boerse-global.de
Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild: Während die Inflation im Mai auf 2,6 Prozent fiel, steigen die Erzeugerpreise so stark wie seit drei Jahren nicht mehr.
Erzeugerpreise: Energie treibt die Kosten
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte legten im Mai um 2,2 Prozent zu – der stärkste Anstieg seit Mai 2023. Haupttreiber ist der Energiesektor mit einem Plus von 2,5 Prozent. Besonders Mineralölerzeugnisse verteuerten sich drastisch: 34,9 Prozent mehr als im Vorjahr.
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Experten führen diese Entwicklung auf den Konflikt im Iran zurück, der die globalen Ölpreise unter Druck setzt.
Doch es gibt auch Entlastung: Nahrungsmittel verbilligten sich auf Erzeugerebene um 3,6 Prozent. Butter wurde 40 Prozent günstiger, Schweinefleisch kostete 16,7 Prozent weniger. Bei Vorleistungsgütern zogen die Preise dagegen an – Edelmetalle legten um 59,4 Prozent zu, Kupfer um 24,5 Prozent.
Inflation: Leichte Entlastung für Haushalte
Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 2,6 Prozent – im April waren es noch 2,9 Prozent. Der IMK Inflationsmonitor zeigt: Vor allem einkommensschwache Familien profitieren. Für sie sank die Rate von 2,9 auf 2,4 Prozent.
Grund dafür sind moderate Lebensmittelpreise und der bis Ende Juni geltende Tankrabatt.
Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel liegt bei 2,5 bis 2,6 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,1 Prozent. Ökonomen des DIW warnen vor einem Basiseffekt: Trotz Beruhigung liegt das Preisniveau weiter deutlich über dem Stand vom Frühjahr 2021. In den sieben größten Städten stiegen die Mieten um durchschnittlich 4,1 Prozent.
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Reallöhne: Erholung auf niedrigem Niveau
Die Reallöhne zeigten 2025 einen positiven Trend. Nominallohnsteigerungen und die Inflationsausgleichsprämie ließen die preisbereinigten Verdienste steigen. In Hessen lag der Reallohnzuwachs im ersten Quartal 2025 bei 1,0 Prozent. Teilzeitbeschäftigte verzeichneten mit 4,0 Prozent den stärksten Nominallohnanstieg.
Doch der Blick aufs Ganze ernüchtert: Die Reallöhne haben sich insgesamt auf dem Niveau von 2019 stabilisiert. Die Zahl der Millionäre wuchs zwar auf 1,8 Millionen, die Vermögensungleichheit bleibt aber ein strukturelles Problem.
Arbeitsmarkt: Frühjahrsbelebung bleibt aus
Die erhoffte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt blieb im Mai weitgehend aus. Die Bundesagentur für Arbeit zählte knapp 2,95 Millionen Arbeitslose – eine Quote von 6,3 Prozent. Die Erwerbstätigkeit lag im ersten Quartal bei rund 45,5 Millionen Personen.
Ausblick: Moderates Wachstum erwartet
Die Prognosen für 2026 fallen verhalten aus. Das DIW rechnet mit einem BIP-Plus von 1,0 Prozent, das ifo Institut mit 0,8 Prozent, die Bundesregierung mit 0,5 Prozent. Der Kaufkraftverlust durch hohe Energiepreise wird auf rund 34 Milliarden Euro beziffert – etwa 400 Euro pro Kopf.
Und die Staatsschuldenquote? Sie könnte bis 2027 auf 68,1 Prozent steigen.
