Arbeitsmarkt-Reform, Attestpflicht

Arbeitsmarkt-Reform: Attestpflicht ab Tag eins, Kündigungsschutz gelockert

04.07.2026 - 05:41:04 | boerse-global.de

Neue KI-Plattformen für Jobsuche und Entgelttransparenz starten, während die Regierung ein 34-Punkte-Reformpaket vorlegt.

KI-Start-ups und Reformen: Doppelter Wandel am Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt-Reform - Eine futuristische KI-Schnittstelle verbindet sich mit einem Team von Fachleuten in einem modernen Büro, das HR-Innovationen darstellt. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue KI-Plattformen automatisieren Jobsuche und Einstieg, während die Regierung mit einem Reformpaket die Spielregeln neu schreibt.

Karriva und CompLens: Zwei Start-ups starten durch

Am 3. Juli ging Karriva an den Start. Der KI-Karrierecoach hilft Fach- und Führungskräften bei Lebenslauf, Vorstellungsgespräch und Onboarding – für rund 29 Euro im Monat. Das System nutzt Prinzipien des Direktmarketings für ein optimiertes Job-Matching.

Nur einen Tag zuvor launchte CompLens. Die SaaS-Plattform bereitet Unternehmen auf die EU-Entgelttransparenzrichtlinie vor. Sie analysiert automatisch Lohnunterschiede. Der erste Berichtsstichtag ist der 7. Juni 2027. Für Firmen mit 150 bis 500 Mitarbeitern kostet der Vollzugriff knapp 6.000 Euro jährlich.

Das 34-Punkte-Programm der Koalition

Am 2. Juli stellte die Regierung aus CDU, CSU und SPD ein umfassendes Reformpaket vor. Die zentralen Änderungen:

  • Telefonische Krankschreibung wird abgeschafft – stattdessen gilt die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag
  • Lockerung des Kündigungsschutzes für Spitzenverdiener ab rund 177.450 Euro Bruttojahresgehalt (ab 1. Januar 2027), ergänzt durch eine Abfindungslösung
  • Ausweitung der sachgrundlosen Befristung auf bis zu 48 Monate bei maximal sechs Verlängerungen

Der Branchenverband BITMi begrüßt den Bürokratieabbau, vermisst aber eine umfassende Körperschaftssteuerreform.

Warum das Onboarding plötzlich so wichtig ist

Die Zahlen sind alarmierend: Nur 24 Prozent der Beschäftigten fühlten sich 2025 an ihrem Arbeitsplatz wohl. 2023 waren es noch 41 Prozent. Besonders prekär ist die Lage bei Teams ohne festen PC-Arbeitsplatz – 60 Prozent dieser Mitarbeiter haben keinen Zugang zu internen Kommunikations-Apps.

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Personalexpertin Doris Brenner sieht die Onboarding-Phase als kritischen Faktor für die Mitarbeiterbindung. „Ein klarer Leitfaden, eine angemessene Arbeitsumgebung ab dem ersten Tag und regelmäßiges Feedback sind essenziell“, so Brenner.

Die richtigen Tools für den Einstieg

Für die technische Umsetzung gibt es 2026 spezialisierte Lösungen. Trupeer erstellt automatisch Onboarding-Videos aus Bildschirmaufnahmen. SkyPrep oder TalentLMS fungieren als All-in-One-Trainingsplattformen – ab etwa 40 US-Dollar monatlich.

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Neben der technischen Ausstattung entscheidet vor allem die persönliche Begleitung über den Erfolg neuer Teammitglieder. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen die drei entscheidenden Onboarding-Phasen für eine erfolgreiche Einarbeitung. Kostenlosen Onboarding-Leitfaden sichern

Auch strategisch tut sich was: WorkBoard präsentierte Ende Juni einen KI-Agenten für das Portfoliomanagement. Das System ermöglicht konversationelle Szenarioanalysen und soll sich innerhalb eines Tages in bestehende Arbeitsumgebungen wie Workday oder Teams integrieren lassen.

SAP setzt auf Umschulung statt Entlassung

Große Softwarehäuser reagieren auf den Wandel mit Qualifizierungsmaßnahmen. SAP setzt auf Umschulungsprogramme, statt Stellen zu streichen. Der Grund: Das Berufsbild von Softwareentwicklern wandelt sich grundlegend – die Prüfung von KI-Ergebnissen wird zur Kernaufgabe. Nachdem vor zwei Jahren rund 10.000 Stellen gestrichen wurden, schuf SAP seit 2023 wieder über 3.500 neue Positionen.

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