Arbeitsministerin unter Druck: Herrenknecht fordert Rücktritt von Bas
30.05.2026 - 08:39:42 | boerse-global.deDer Chef des Weltmarktführers Herrenknecht AG verlangt den sofortigen Abgang von Bärbel Bas – und attackiert die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung scharf.
Die Stimmung zwischen deutscher Wirtschaft und Ampel-Nachfolger wird rauer. Martin Herrenknecht, Gründer und Aufsichtsratschef des weltweit führenden Herstellers von Tunnelbohrmaschinen, hat in einem offenen Brief vom 29. Mai 2026 den Rücktritt von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) gefordert. Der 83-jährige Unternehmer wirft der Ministerin vor, notwendige Strukturreformen zu blockieren und den Wirtschaftsstandort Deutschland massiv zu gefährden.
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„Ein überbordender Sozialstaat“
Herrenknecht, dessen Unternehmen rund 5.500 Mitarbeiter beschäftigt, zeigte sich tief besorgt über die wirtschaftliche Entwicklung der Republik. In seinem Schreiben an die Bundesregierung argumentiert er, Deutschland verliere zunehmend an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Besonders hart geht er mit früheren Maßnahmen wie der Energiepreispauschale und dem Tankrabatt ins Gericht – diese bezeichnet er als wirkungslos und gescheitert.
Der Industrielle wirft der Arbeitsministerin vor, einen „überbordenden Sozialstaat“ zu verantworten und den Kontakt zu den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft verloren zu haben. Während er Bas scharf attackiert, zeigt er sich aufgeschlossen gegenüber den Reformbemühungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) und lobt Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für dessen Kompromissbereitschaft.
Politischer Druck von allen Seiten
Die Rücktrittsforderung kommt nur einen Tag, nachdem auch aus der Politik scharfe Kritik an Bas laut wurde. Am 28. Mai 2026 attackierte der frühere CDU-Politiker Wolfgang Bosbach die Ministerin wegen einer Rede beim Aktionstag „Unity in Diversity“. Bas hatte dort den Begriff „Einheitsbraun“ verwendet – ein Ausdruck, den Bosbach als „unglaublichen Vorgang“ bezeichnete.
Bosbach argumentierte, die Ministerin stelle mit ihrer Rhetorik große Teile der Bevölkerung unter einen latenten Faschismusverdacht. Er regte an, dass Kanzler Merz Bas aus dem Kabinett entlassen sollte, um die Stabilität der schwarz-roten Koalition zu wahren.
Arbeitszeit-Reform sorgt für Zündstoff
Die Kontroverse um die Arbeitsministerin trifft die Regierung in einer heiklen Phase. Die Koalition arbeitet derzeit an einer grundlegenden Reform des Arbeitszeitgesetzes – möglich wären künftig sogar 13-Stunden-Tage. Während Befürworter mehr Flexibilität fordern, haben die Gewerkschaften bereits Widerstand gegen jede Aufweichung des Acht-Stunden-Tages angekündigt.
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Herrenknecht warnt eindringlich: Scheitere die Regierung bei marktwirtschaftlichen Reformen, drohe ein weiterer Aufschwung populistischer Bewegungen. Ein Spitzentreffen ist für den 10. Juni 2026 angesetzt – dort sollen die Arbeitszeitfragen zwischen Regierung und Sozialpartnern ausdiskutiert werden. Ob Arbeitsministerin Bas dann noch im Amt sein wird, ist fraglicher denn je.
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