Arbeitsschutz: KI und digitale Zwillinge reduzieren Unfälle um 30%
14.06.2026 - 07:33:39 | boerse-global.de
Digitale Zwillinge, KI-Assistenten und spezialisierte Zertifizierungen sollen Unfälle in Industrie und Offshore-Sektor drastisch reduzieren.
KI als Co-Pilot für Gefährdungsbeurteilungen
Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) sieht enormes Potenzial für Künstliche Intelligenz im Arbeitsschutz. Digitale Assistenten könnten künftig Gefährdungsbeurteilungen erstellen und Unterweisungen durchführen. Allerdings betont die BG ETEM: Die menschliche Kontrolle bleibt unverzichtbar. Ein KI-gestütztes Serviceportal für Mitgliedsunternehmen befindet sich bereits in der Entwicklung.
Während KI-Systeme die Zukunft prägen, bleibt die rechtssichere Dokumentation schon heute das Fundament jeder Prävention. Dieser kostenlose Report hilft Sifas und Arbeitgebern, Zeit zu sparen und Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen, die vor jeder Aufsichtsbehörde standhalten. Rechtssichere GBU-Vorlagen und Checklisten kostenlos herunterladen
Praktisch wird automatisierte Sicherheitstechnik schon heute eingesetzt. ADNOC nutzt im Gas-Kompressionswerk Taweelah schwere Taurob-Roboter mit 3D-LiDAR und Wärmebildkameras. Die Systeme erkennen Lecks und Gefahrenquellen autonom. Ergebnis: Die Sicherheitsvorfälle sanken laut Unternehmensangaben um 30 Prozent.
Simulation statt Risiko: Training in der virtuellen Welt
Rolls-Royce Power Systems setzt auf digitale Zwillinge für die Ausbildung. Seit Frühjahr 2026 steht an der Marinetechnikschule Parow ein Kaltmodell eines Fregattenmotors bereit. Die Schulung kombiniert physische Komponenten mit 3D- und Augmented-Reality-Anwendungen. So üben Techniker Wartungs- und Diagnoseprozesse realitätsnah – ohne echtes Risiko.
Auch die polnische Eisenbahn setzt auf diese Technologie. PKP Polskie Linie Kolejowe (PLK) schult rund 1.500 Fahrdienstleiter an speziellen Simulatoren. Das System bildet reale Stationen ab und trainiert 40 verschiedene Krisenszenarien. Bereits über 1.100 Teilnehmer haben die Einheiten absolviert.
Neue Zertifikate für kritische Infrastrukturen
Parallel zur Technik steigen die Anforderungen an das Personal. Der Verband BSKI kündigt für Ende Juli 2026 eine neue Zertifizierungsreihe für Krisen- und Notfall-Manager an. Die Schulungen fokussieren auf das KRITIS-Dachgesetz und die NIS2-Richtlinie.
Im Offshore-Sektor läuft die technische Modernisierung auf Hochtouren. ABB erhielt im Juni den Auftrag zur Erneuerung der Automatisierungssysteme auf der Buzzard-Plattform in der Nordsee. Die Anlage ist seit 2007 in Betrieb – die Sicherheitssysteme müssen auf den neuesten Stand. SBM Offshore bezeichnet die Arbeiten an Hochdruck-Rohrleitungen für FPSO-Einheiten als eine der technisch anspruchsvollsten Aufgaben der Branche.
Ob moderne Offshore-Anlage oder klassischer Industriebetrieb – viele Unternehmen machen unbewusst Fehler bei der Gefährdungsbeurteilung, die teure Konsequenzen haben können. Ein kostenloser Experten-Report deckt die sieben häufigsten Irrtümer auf und zeigt, wie Sie gesetzliche Pflichten rechtssicher erfüllen. Gratis-Report: Die 7 häufigsten GBU-Irrtümer vermeiden
Lehren aus Unfällen: Prävention bleibt entscheidend
Trotz aller Technik: Grundlegende Sicherheitsverfahren sind nicht verhandelbar. Ein aktueller IMCA-Bericht über einen Unfall an einer Müllpresse zeigt die Gefahren unzureichender Energiequellen-Isolation. Die Lehren: Arbeitserlaubnisverfahren stärken und Herstellervorgaben bei Sicherheitskomponenten strikt einhalten.
Dass Prävention funktioniert, beweist die LINZ AG. Am 11. Juni 2026 wurde das Unternehmen in Wien mit einem Gütesiegel für Arbeitssicherheit ausgezeichnet. Im Audit erreichte es 99 von 100 Punkten – geprüft wurden unter anderem Kraftwerke und IT-Datacenter.
Weitere Impulse für den Brandschutz bringt Ende Juni die Messe FeuerTrutz in Nürnberg. Die DEKRA präsentiert dort neue Konzepte für Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Wasserstofftechnologien.
