Arbeitsschutz: Sicherheitsbeauftragte ab 50 Beschäftigten ab April
28.05.2026 - 12:39:31 | boerse-global.de
Die Lösung? Immer mehr setzen auf umfassende Wellness-Programme. Das zeigt der aktuelle „Wellhub Return on Wellbeing Report 2026", der heute veröffentlicht wurde.
Wellness als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung
Achtzig Prozent der Firmen betrachten Gesundheitsprogramme inzwischen als unverzichtbar, um Leistungsträger zu halten. Der Druck ist enorm: Rund 23 Prozent der Beschäftigten leiden unter chronischem Stress oder Burnout. Die Folgen sind messbar – 76 Prozent der Unternehmen berichten von steigenden Betriebskosten aufgrund der verschlechterten psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter.
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Die Investitionen rechnen sich jedoch. 95 Prozent der Firmen messen inzwischen den Return on Investment ihrer Wohlfühl-Initiativen. Und die Bilanz ist beeindruckend: Drei Viertel der Unternehmen erzielen eine Rendite von über 50 Prozent. Fast jedes vierte Unternehmen kommt sogar auf mehr als 100 Prozent. Wellhub-CEO Cesar Carvalho spricht von einer „wachsenden wirtschaftlichen Notwendigkeit" betrieblicher Gesundheitsförderung.
Neue Wege in der Prävention
Auch das Verständnis von Arbeitssicherheit wandelt sich grundlegend. Thomas Auhuber, Vorstandsvorsitzender der BG Prevent, stellte heute fünf Thesen zur Zukunft der Prävention vor. Sein Kernargument: Gesundheit müsse zur demokratischen Aufgabe werden. Prävention sei kein lästiges Pflichtprogramm, sondern eine Methode zur Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit.
Auhuber fordert eine stärkere Datenbasis und die Berücksichtigung psychologischer Faktoren. Um Unternehmen zur Teilnahme zu motivieren, schlägt er ein Bonus-Malus-System vor – finanzielle Anreize statt bürokratischer Keulen. Die BG ETEM machte bereits Nägel mit Köpfen und senkte zum 13. Mai 2026 ihren Beitragssatz von 2,80 auf 2,77 Prozent. Eine kleine, aber symbolträchtige Entlastung für die Mitgliedsbetriebe.
Weniger Bürokratie für kleine und mittlere Unternehmen
Der Gesetzgeber entlastet kleinere Firmen, ohne die Sicherheitsstandards zu opfern. Seit dem 21. April 2026 gilt eine neue Regelung: Die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten greift erst ab 50 Beschäftigten. Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) begrüßt die höhere Schwelle, fordert aber weitere Schritte zum Bürokratieabbau.
Die konkrete Umsetzung soll in künftigen Aktualisierungen der DGUV Vorschrift 1 geklärt werden. Unverändert bleibt die zentrale Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung – sie umfasst sowohl physische als auch psychische Belastungen. Das bekräftigen Veröffentlichungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus dem Frühjahr 2025.
Trotz bürokratischer Entlastungen bleibt die Gefährdungsbeurteilung das zentrale Element der Arbeitssicherheit, um rechtliche Risiken und teure Fehler zu vermeiden. Mit diesen praxiserprobten Vorlagen und Checklisten erstellen Sie schnell eine GBU, die jeder behördlichen Prüfung standhält. Rechtssichere Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen sichern
Hitzeschutz und Umweltfaktoren rücken in den Fokus
Die Arbeitswelt wird zunehmend von Umweltfaktoren beeinflusst. Die Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann warnte Ende Mai vor den wachsenden Risiken durch Hitze am Arbeitsplatz. Ihre Botschaft: Gesundheit werde stärker von der Umwelt als vom klinischen Setting bestimmt. Ein einziger extremer Hitzetag koste die deutsche Wirtschaft 400 Millionen Euro.
Die Praxis kommt in Bewegung. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und die ABDA starteten gestern eine digitale Schulungsreihe für Apothekenteams. Die ersten Module drehen sich um den richtigen Umgang mit Medikamenten während Hitzewellen – rechtzeitig vor dem Sommer.
Der fachliche Austausch läuft auf Hochtouren. Ende Mai trafen sich Experten beim AUVA-Forum Prävention in Innsbruck zum Thema Warnkleidung. Heute und morgen findet in Eisenach der Austausch „Zukunftsfähig Arbeiten" statt. Mitte Juni folgt in Erfurt der Kongress „Gesundheit in Pflegeberufen".
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