Arbeitsschutz: Virtuelle RealitÀt spart 350.000 Euro beim Hochbau
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 07:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Von der Baustelle bis zum Cockpit: Immer mehr Unternehmen setzen auf virtuelle RealitÀt, um ArbeitsablÀufe sicherer und effizienter zu gestalten. Diese Woche wurden gleich mehrere Projekte vorgestellt.
Digitale Generalprobe fĂŒrs Everton Stadium
872 Fassadenelemente â virtuell montiert, bevor der erste Kran anrĂŒckte. Mitte Juli testete ein Baukonsortium den Einbau der Paneele am neuen Everton Stadium in einer digitalen Simulation. Das Ergebnis: Die Software identifizierte ergonomische Risiken frĂŒhzeitig, der Prozess wurde angepasst. Die Einsparung laut beteiligten Partnern: rund 350.000 Euro.
Einen Schritt weiter geht die DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund. Seit dem 17. Juli können Besucher dort in einer KranfĂŒhrerkabine Platz nehmen und einen 36 Meter hohen Turmdrehkran simulieren. Die neue Dauerausstellung zum Hochbau erstreckt sich ĂŒber 1.000 Quadratmeter.
Die Moravia Akademie wiederum veröffentlichte am 16. Juli ihren Schulungskatalog fĂŒr 2026 und 2027. Schwerpunkte: KĂŒnstliche Intelligenz im Bauwesen und der EU AI Act.
Tunnel-Training fĂŒr Tokio, Sicherheit fĂŒr SĂŒdkorea
Die Tokyo Metro setzt auf VR fĂŒr die Tunnelinspektion ihrer Hibiya-Linie. Die Anwendung nutzt reale Videoaufnahmen, um Auszubildende Risse oder Wassereintritte erkennen zu lassen. Das Training ist in Schwierigkeitsgrade fĂŒr AnfĂ€nger und Fortgeschrittene unterteilt.
In SĂŒdkorea weitet die Arbeitsschutzbehörde KOSHA ihr VR-Sicherheitstraining fĂŒr auslĂ€ndische ArbeitskrĂ€fte aus. Der Clou: Sturz- und EinklemmunfĂ€lle werden visuell simuliert â Sprachbarrieren spielen keine Rolle mehr. âDie immersive Erfahrung schĂ€rft das Gefahrenbewusstsein effektiver als herkömmliche Unterweisungen", so Direktor Woo Yong-ha.
Moderne Simulationen ersetzen zwar keine gesetzlichen Pflichten, doch eine rechtssichere Dokumentation bleibt das Fundament der Arbeitssicherheit. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie GefĂ€hrdungsbeurteilungen erstellen, die jeder BehördenprĂŒfung standhalten. Rechtssichere GBU-Vorlagen jetzt kostenlos herunterladen
GrĂŒnes Licht fĂŒr Mixed-Reality-Cockpit
Die Pilotenausbildung hebt ab: Das Luftfahrt-Bundesamt erteilte am 17. Juli die Zulassung fĂŒr den H145 XR-SIM von Reiser Simulation and Training. Das System kombiniert ein physisches Cockpit mit einer virtuellen Umgebung per Head-Mounted Display. Betrieben wird es am Standort von Lufthansa Aviation Training in Frankfurt â fĂŒr die Schulung von Piloten der DRF Luftrettung.
Am 16. Juli besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius das Ausbildungs- und Ăbungszentrum Luftbeweglichkeit in Celle. Zehn Jahre besteht das Zentrum â und setzt lĂ€ngst auf Simulationen in virtuellen GefechtsrĂ€umen sowie Drohnen.
Hochvolt-Schulungen und BrandbekÀmpfung
Elektroautos boomen, die Nachfrage nach FachkrĂ€ften fĂŒr Hochvolt-Systeme ebenfalls. Die Eckert Schulen bieten Qualifizierungen nach den Richtlinien der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung an. Förderung durch die Bundesagentur fĂŒr Arbeit ist möglich.
Bayerische Feuerwehren setzen weiter auf den Technikkonzern DrĂ€ger. Die Partnerschaft fĂŒr das Realbrand-Training in mobilen Containern wurde bis 2028 verlĂ€ngert. Seit 2014 durchliefen rund 16.000 Feuerwehrleute das Programm. Das Bayerische Innenministerium unterstĂŒtzt das Projekt mit fĂŒnf Millionen Euro.
Ob im Cockpit oder am Kran â Sicherheit beginnt immer bei der richtigen Einweisung der Verantwortlichen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt erfahrenen Sicherheitsbeauftragten, wie sie ihre Kranunterweisung mit praxisnahen Vorlagen effizient und rechtssicher gestalten. Kostenlose Anleitung zur Kranunterweisung sichern
Forschung und neue Zentren
In WĂŒrzburg eröffnete Digitalminister Dr. Fabian Mehring am 17. Juli eine Sommer-EXPO zur XR-Forschung. Die UniversitĂ€t WĂŒrzburg nimmt laut internationalen Rankings eine Spitzenposition in diesem Feld ein. Seit 2019 flossen 2,5 Millionen Euro in den XR-Hub WĂŒrzburg, weitere Mittel fĂŒr 2025/2026 sind zugesagt.
In Graz nimmt zum 1. Januar 2027 ein neues COMET-Forschungszentrum fĂŒr softwaredefinierte MobilitĂ€t den Betrieb auf. 24 Millionen Euro Forschungsvolumen in den ersten vier Jahren, 44 Partner aus Wissenschaft und Industrie. Ein Vorgeschmack: KI-gestĂŒtzte Fahrerassistenzsysteme fĂŒr StraĂenbahnen, die in Frankfurt und ZĂŒrich bereits Kollisionen verhindern.
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