Arbeitssicherheit: ABS verzeichnet 15 Millionen Stunden ohne Unfall
Veröffentlicht am: 26.05.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gleich mehrere GroĂbrĂ€nde erschĂŒtterten am Wochenende deutsche Industrieanlagen und HĂ€fen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.
Am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr schlugen Flammen in einem Lagerhaus am Neusser Hafen aus. Ein Gabelstapler stand in Vollbrand. Die Feuerwehr rĂŒckte mit 22 EinsatzkrĂ€ften an, bekĂ€mpfte den Brand mit einem C-Rohr und setzte leistungsstarke Ventilatoren zur Entrauchung ein. Dank des schnellen Eingreifens griffen die Flammen nicht auf das gesamte GebĂ€ude ĂŒber. Drohnen und WĂ€rmebildkameras ĂŒberwachten die Lage. Gegen 10:14 Uhr war das Feuer gelöscht. Verletzte gab es keine, die Polizei ermittelt zur Brandursache.
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Deutlich dramatischer verlief ein Einsatz im Hamburger Hafen. Am Samstag brannte es auf einem 90 Meter langen Frachtschiff am Grevenhofkai. Rund 80 EinsatzkrÀfte und ein Feuerlöschboot waren im Einsatz. Acht Menschen erlitten schwere Verletzungen, darunter ein Feuerwehrmann. Auch hier laufen die Ermittlungen.
Explosionen und Millionenschaden in GĂŒstrow
In der Nacht zum Montag verwĂŒstete ein Feuer eine Werkstatt in GĂŒstrow. Die Halle war in drei Bereiche unterteilt â einer brannte komplett nieder, ein weiterer wurde stark beschĂ€digt. Immer wieder explodierten Reifen in der Gluthitze. Der Schaden geht in die Zehntausende Euro. Die Kriminalpolizei prĂŒft den Verdacht der Brandstiftung.
Auch in Ahlhorn stand am Samstag ein SanitĂ€tshaus in Flammen. 57 EinsatzkrĂ€fte waren vor Ort. Erstmals kam dort ein groĂer BelĂŒfter der Feuerwehr zum Einsatz, um den dichten schwarzen Rauch aus dem GebĂ€ude zu drĂŒcken.
Digitale Sicherheit: Vom Netzwerk zur IdentitÀt
Die jĂŒngsten VorfĂ€lle zeigen: Die Sicherheit in der Industrie muss sich neu aufstellen. LĂ©titia Combes von BxC Security betont, dass der klassische Schutz durch Firewalls und Netztrennungen nicht mehr ausreicht. Die Entwicklung der Sicherheitstechnik fĂŒr Betriebstechnik (OT) durchlĂ€uft drei Phasen: von der reinen Netzwerkisolierung ĂŒber die paketbasierte Ăberwachung bis hin zur identitĂ€tsbasierten Kommunikation.
Im Kern geht es um Public-Key-Infrastruktur (PKI) â also kryptografische IdentitĂ€ten fĂŒr jede Maschine und jedes GerĂ€t. Das ermöglicht nicht nur feinere Zugriffskontrollen, sondern auch sichere Fernwartung. Ein entscheidender Vorteil fĂŒr die Digitalisierung.
KĂŒnstliche Intelligenz gegen Brandherde
In Duisburg testet der Recycler Blumenroth ein KI-System zur Brandvermeidung. Die Anlage verarbeitet jĂ€hrlich rund 38.000 Tonnen Gewerbeabfall. Die kĂŒnstliche Intelligenz soll Altbatterien im MĂŒllstrom erkennen â eine der Hauptursachen fĂŒr BrĂ€nde in Recyclinganlagen.
COSYS Ident GmbH hat am heutigen Dienstag eine KI-gestĂŒtzte Fotodokumentation fĂŒr Container und Ladungen vorgestellt. Die Technik erkennt SchĂ€den automatisch und prĂŒft die Ladungssicherung â und das sogar offline. Perfekt fĂŒr Umgebungen mit schlechter Netzabdeckung.
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Auf der Messe SPS Italia in Parma zeigt HEIDENHAIN diese Woche neue Mess- und Positionsgeber. Die Produkte erfĂŒllen höchste Sicherheitsstandards (SIL 3, PL e) und ĂŒberwachen ihren eigenen Zustand, um AusfĂ€lle zu verhindern.
Sicherheitsrekorde und moderne Schulungen
ABS hat am Samstag zwei Auszeichnungen fĂŒr herausragende Arbeitssicherheit erhalten. Weltweit verzeichnet das Unternehmen seit Januar 2023 ĂŒber 15 Millionen Arbeitsstunden ohne einen einzigen Unfall mit Ausfallzeit. In Nordamerika liegt der Rekord sogar bei sechs Millionen Stunden â und das seit 2021.
Der Chemiekonzern ADEKA setzt auf kurze, animierte Videos fĂŒr die Sicherheitsunterweisung seiner 1.800 Mitarbeiter. DreiminĂŒtige Clips vermitteln die Inhalte â mit einer Bewertung von 4,09 von 5 Punkten ein voller Erfolg.
Die Wallem Group verknĂŒpft in ihrem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht das Wohlbefinden der Crew mit der Betriebssicherheit. 30.480 Stunden Wellness-Training an Bord, eine Mitarbeiterbindung von 96 Prozent. 95 Prozent der Flotte sind mit Echtzeit-Ăberwachungssystemen ausgestattet, 28 Prozent der Schiffe fahren mit alternativen Kraftstoffen.
Ausblick: PrÀvention statt Reaktion
Die Branche bewegt sich weg von der reinen BrandbekĂ€mpfung hin zur aktiven Risikominimierung. KĂŒnstliche Intelligenz, identitĂ€tsbasierte Sicherheit und intelligente Hardware sollen UnfĂ€lle gar nicht erst entstehen lassen. Die Messen und Produktneuheiten dieser Woche zeigen: Die Technik ist bereit. FĂŒr Sicherheitsverantwortliche bleibt die Herausforderung, diese digitalen Werkzeuge nahtlos in die bestehenden AblĂ€ufe zu integrieren. Der Schutz von Mensch und Infrastruktur wird dadurch nicht einfacher â aber deutlich effektiver.
