Arbeitssicherheit, Schwelle

Arbeitssicherheit: Neue Schwelle bei 50 Beschäftigten ab Mai

26.06.2026 - 13:18:26 | boerse-global.de

Neue Schwellenwerte entlasten kleine Betriebe, während die EU die Maschinensicherheit verschärft. Digitale Helfer und Sensoren revolutionieren die Risikoerkennung.

Metallbranche: Neue Gesetze und digitale Tools für mehr Arbeitssicherheit
Arbeitssicherheit - Nahaufnahme eines Tablets, das eine digitale Gefährdungsbeurteilung anzeigt, mit verschwommenem Metallbau-Hintergrund. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue gesetzliche Schwellenwerte entlasten kleine Betriebe, während schärfere EU-Verordnungen die Dokumentation verschärfen. Gleichzeitig eröffnen digitale Tools völlig neue Wege, Risiken frühzeitig zu erkennen.

Weniger Bürokratie für kleinere Betriebe

Seit dem 29. Mai 2026 gilt eine Neufassung des § 22 SGB VII. Die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten greift erst ab 50 Beschäftigten – bisher lag die Grenze bei 20. Das entlastet vor allem kleine und mittlere Unternehmen.

Doch Vorsicht: Die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz bleibt das zentrale Instrument für die Betriebssicherheit. Fachleute warnen, dass auch in kleineren Betrieben Sicherheitsbeauftragte nötig sein können – wenn die Gefährdungssituation es verlangt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) pocht auf eine lückenlose Dokumentation.

EU verschärft die Regeln für Maschinen

Zusätzlichen Druck bringt die EU-Maschinenverordnung (MVO) 2023/1230. Sie ersetzt am 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG – und zwar ohne Übergangsfristen.

Besonders betroffen: kraftbetätigte Fenster und Türen. Die Verordnung verschärft die Anforderungen an Sicherheit, Risikobeurteilung und technische Dokumentation. In der Branche wächst die Sorge, dass die jährliche Prüfung nach den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.6) oft vernachlässigt wird. Das könnte nun ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten.

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Die rechtssichere Dokumentation von Risiken wird durch neue Verordnungen immer komplexer. Dieser kostenlose Report liefert bewährte Hilfsmittel, die in der Praxis und vor Behörden standhalten. Warum erfahrene Sifas bei der Gefährdungsbeurteilung auf diese Vorlagen schwören

Digitale Helfer gegen den Dokumentationsstress

Um die steigenden Pflichten zu bewältigen, setzen Unternehmen auf digitale Lösungen. In der Konstruktion prüft etwa der 3D Model Inspector für Autodesk Inventor Modelle und Zeichnungen regelbasiert auf Qualität – noch in der Entwurfsphase. Das hilft, technische Fehlerquellen frühzeitig zu identifizieren.

Für das Management von Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekten kommt die Anwendung Veeva EHS. Sie soll ab August 2026 verfügbar sein und Sicherheitsaspekte direkt in bestehende Qualitätsmanagementsysteme integrieren.

Noch einen Schritt weiter gehen Kooperationen wie die zwischen NavVis, NVIDIA und der KION Group. Sie erstellen digitale Zwillinge von Produktionsanlagen. Damit lassen sich Materialflüsse und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine simulieren – bevor reale Anpassungen in der Werkshalle nötig werden.

Smarte Sensoren überwachen Anlagen

Auch bei der Bauwerks- und Anlagenüberwachung tut sich was. Vernetzte Sensoren wie die von Saugnac Messgeräte überwachen seit Ende 2024 Risse oder Neigungen per LTE-M-Funktechnik. Das automatisiert die langfristige Gefährdungsbeurteilung von Infrastrukturen.

Bei mobilen Arbeitsmaschinen wie Radladern halten KI-gestützte Kamerasysteme und radarbasierter Objektschutz Einzug. Erkennen sie eine Gefahr, reduzieren sie die Fahrgeschwindigkeit automatisch.

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Ob neue Maschinenverordnung oder digitale Überwachung – eine fundierte Gefährdungsbeurteilung ist die Basis für jede Haftungssicherheit. Kostenlose Vorlagen und Checklisten helfen Sifas und Arbeitgebern, Zeit zu sparen und rechtliche Risiken zu vermeiden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen

Schulungen und psychosoziale Risiken

Für die fachliche Qualifizierung bietet die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) Unterstützung. Am 1. Juli 2026 findet in Saarbrücken ein kostenfreies Grundlagenseminar für Unternehmer statt. Weitere Termine sind über das zweite Halbjahr 2026 verteilt.

Eine aktuelle Forsa-Befragung im Auftrag der DGUV zeigt: Auch psychosoziale und stoffgebundene Risiken gehören in die betriebliche Vorsorge. Jeder vierte Beschäftigte kennt Fälle von problematischem Suchtmittelkonsum am Arbeitsplatz. Alkohol liegt mit 21 Prozent vorn. Fast die Hälfte der Befragten kennt die betrieblichen Regelungen nicht. Hier besteht deutlicher Nachholbedarf bei der Unterweisung.

Neue Prüfstandorte für mehr Sicherheit

Die regionale Verfügbarkeit von Prüfdienstleistungen wächst. Am 25. Juni 2026 eröffnete der Dienstleister Prüfhelden einen neuen Standort in Dortmund. Das Unternehmen unterstützt Betriebe im Ruhrgebiet bei elektrischen Sicherheitsprüfungen nach DGUV-Vorschrift 3.

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