Arbeitsumgebung: 3.000 Bäume machen Großcampus zum Waldgebiet
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 04:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Unternehmen setzen bei neuen Standorten zunehmend auf Natur statt Beton. Gleich mehrere Eröffnungen und Auszeichnungen zeigen: Begrünung wird zum festen Bestandteil moderner Arbeitsumgebungen.
Großcampus mit 3.000 Bäumen eröffnet
Am Mittwoch ging in Bad Friedrichshall der Schwarz Digits Campus an den Start. Das 15 Hektar große Gelände bietet Platz für bis zu 5.500 Mitarbeiter. Das Konzept setzt auf „Activity-based Working“ – unterstützt durch rund 500 Besprechungsräume.
Besonders auffällig: 3.000 neu gepflanzte Bäume sorgen für ein besseres Mikroklima. Die Energie liefern Photovoltaikanlagen und ein Blockheizkraftwerk. Eine S-Bahn-Haltestelle ist bereits im Bau.
Preisgekrönte Pflanzenparadiese
Schon im Juni zeichnete der Weltkongress Gebäudegrün in Berlin herausragende Projekte aus. Der x-tention Campus im österreichischen Wels erhielt die Auszeichnung als „BuGG-Innenraumbegrünung des Jahres 2026“. Das Gebäude für 400 Mitarbeiter beherbergt in zwei Atrien über 2.000 Pflanzen aus 50 verschiedenen Arten – darunter Gehölze von bis zu acht Metern Höhe. Geothermie und Photovoltaik machen den Campus energieautark.
In der Kategorie „BuGG-Sonderbegrünung des Jahres 2026“ siegte das Projekt „mitteNgrün“ aus Hannover. Eine Innenhof-Gestaltung mit vertikalen Ranksäulen aus Pfeifenwinden und Wildem Wein. Ein Edelstahl-Seiltragwerk in 8,5 Metern Höhe und ein integriertes Bewässerungssystem halten den Pflegeaufwand gering.
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Blühende Betriebe und Naschgärten
Auch auf regionaler Ebene wird das Engagement für Artenvielfalt belohnt. Das Golfpark-Office.de in Fürth erhielt am Dienstag die Auszeichnung „Blühender Betrieb“ im Rahmen des Blühpakts Bayern. Umweltminister Thorsten Glauber überreichte die Urkunde. Der Standort verzichtet komplett auf Pestizide, verfügt über ein 600 Quadratmeter großes Gründach und bietet Wildbienenhotel sowie Sandarium.
In Wasserburg am Inn bekam der „InnGarten“ das Prädikat „Zertifizierter Naturgarten“. Die 550 Quadratmeter große Fläche dient therapeutischen Zwecken – Gärtnern fördert nachweislich die psychische Gesundheit und reduziert Stress. Das Seniorenheim Sander-Stift in Augsburg setzt ebenfalls auf Grün: Dort eröffnete am Dienstag ein barrierefreier Naschgarten.
Klima-Kiste senkt Temperatur um zehn Grad
Nicht nur Unternehmen, auch Städte reagieren auf die Klimaerwärmung. In Hannover weihte Oberbürgermeister Belit Onay am Dienstag eine „Klima-Kiste“ ein. Die begehbare Holzkonstruktion nutzt Bepflanzung und eine Verneblungsanlage, um die Umgebungstemperatur um bis zu zehn Grad abzusenken. Finanziert wird das Projekt über das KfW-Programm „Modellprojekte Smart Cities“. Bis zum 20. September dient es als Rückzugsort.
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Der Hintergrund: Ende Juni erlebte Nordrhein-Westfalen eine Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad. Als Reaktion bieten die Wasserverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband Förderungen für Dachbegrünungen an – Eigentümer können bis zu 10.000 Euro erhalten.
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