Arbeitszeit-Reform, Wöchentliche

Arbeitszeit-Reform: Wöchentliche 40-Stunden-Obergrenze ab Juni geplant

30.05.2026 - 04:40:38 | boerse-global.de

Die Politik plant Reformen des Arbeitszeitgesetzes und steuerliche Erleichterungen für die wachsende Zahl an Mehrfachbeschäftigten.

Arbeitszeit-Reform: Wöchentliche 40-Stunden-Obergrenze ab Juni geplant - Foto: über boerse-global.de
Arbeitszeit-Reform: Wöchentliche 40-Stunden-Obergrenze ab Juni geplant - Foto: über boerse-global.de

Der Trend zum Nebenjob hat sich rasant beschleunigt. Seit 2020 stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 69 Prozent. Eine Umfrage aus dem Jahr 2025 zeigt: Jeder Zweite zwischen 26 und 41 Jahren geht einer Nebentätigkeit nach. Haupttreiber sind gestiegene Mieten in den Großstädten und die allgemeine Teuerung.

Reform des Arbeitszeitgesetzes geplant

Anzeige: Wer die neue wöchentliche 40-Stunden-Obergrenze ab Juni 2026 für seinen Nebenjob nutzen will, findet im kostenlosen Leitfaden die wichtigsten Schritte – von der flexiblen Arbeitszeitverteilung bis zur digitalen UG-Gründung. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Die Bundesregierung will auf diese Entwicklung reagieren. Kanzler Friedrich Merz kündigte an, das Arbeitszeitgesetz grundlegend zu reformieren. Statt einer täglichen Höchstarbeitszeit soll künftig eine wöchentliche Obergrenze von 40 Stunden gelten. Arbeitsministerin Bärbel Bas will den entsprechenden Gesetzesentwurf im Juni 2026 vorlegen.

Das Ziel: mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte. Arbeit ließe sich dann auf vier bis sieben Tage verteilen. Doch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) läuft Sturm. Eine Studie von Anfang 2025 belegt: 53 Prozent der Befragten wünschen sich kürzere Arbeitszeiten – nicht nur flexiblere. Ein Spitzentreffen mit den Sozialpartnern ist für den 10. Juni 2026 geplant.

Gründung wird digitaler

Wer nebenberuflich gründen möchte, profitiert von neuen digitalen Möglichkeiten. Die Unternehmergesellschaft (UG) bleibt die erste Wahl für Gründer mit kleinem Budget. Der gesamte Gründungsprozess läuft inzwischen online – per Video-Ident und digitalem Notartermin. Die Kosten liegen zwischen 300 und 800 Euro, die Dauer bei wenigen Tagen bis zwei Wochen.

Neben Kapitalgesellschaften gewinnen andere Rechtsformen an Bedeutung:

  • Genossenschaften: Diese flexible Rechtsform benötigt mindestens zwei Mitglieder und kein festes Mindestkapital. Das Prinzip: ein Mitglied, eine Stimme.
  • Soziales Franchising: Neue Konzepte helfen bei der Gründung von Dienstleistungsbetrieben im sozialen Bereich.
  • GbR: Ab Juni 2026 gelten neue rechtliche Vorgaben zur Haftungsbeschränkung. Gesellschafter haften zwar grundsätzlich persönlich, können aber durch Vertragsgestaltung Risiken begrenzen.

Steuerliche Erleichterungen für Kleinunternehmer

Die Wahl der richtigen Rechtsform entscheidet über die langfristigen Kosten. Ein Freiberufler mit 50.000 Euro Jahresgewinn zahlt rund 1.500 Euro für den Jahresabschluss. Ein Gewerbetreibender kommt auf etwa 1.800 Euro.

Die Kleinunternehmerregelung wurde für 2025 und 2026 deutlich vereinfacht. Neue Umsatzgrenzen sollen Bürokratie abbauen und die Buchhaltung erleichtern. Wer die Regelung nutzt, stellt keine Mehrwertsteuer in Rechnung – kann aber auch keine Vorsteuer abziehen.

Spannend: Ein Urteil des Europäischen Gerichts (Februar 2026) deutet an, dass der Vorsteuerabzug künftig auch ohne formelle Rechnung möglich sein könnte – wenn die Leistung nachweislich erbracht wurde. Der Fall liegt jetzt beim Europäischen Gerichtshof. Bis zur endgültigen Entscheidung verlangen die deutschen Finanzämter weiterhin eine ordnungsgemäße Rechnung.

Wichtige Gerichtsurteile für Nebenunternehmer

Mehrere aktuelle Entscheidungen betreffen typische Nebentätigkeiten:

Anzeige: Gestiegene Lebenshaltungskosten zwingen immer mehr Deutsche zu mehreren Jobs. Der Leitfaden zeigt, wie Sie die neue Arbeitszeitregelung legal nutzen, Steuerfallen bei der Kleinunternehmerregelung umgehen und in wenigen Tagen online eine UG gründen. Nebenjob-Leitfaden jetzt sichern

  • Untervermietung: Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied im Januar 2026: Mieter dürfen untervermieten, um Kosten zu decken – aber nicht, um Gewinne zu erzielen. Ein Vermieter kündigte erfolgreich, weil der Mieter die Miete für den Untermieter deutlich aufgeschlagen hatte.
  • Telemedizin: Das Landgericht Düsseldorf untersagte Apotheken im April 2026, Rezepte aus reinen Online-Fragebögen auszufüllen. Ein harter Schlag für digitale Gesundheits-Startups.
  • Arbeitsverträge: Ein Fall beim Textilhersteller Trigema bestätigte: Mündliche Arbeitsverträge sind in Deutschland gültig. Das Nachweisgesetz verlangt aber die schriftliche Dokumentation – sonst drohen Bußgelder bis zu 2.000 Euro.

Neue Regeln für Reservisten

Verteidigungsminister Boris Pistorius plant zudem eine Reform der Reserve. Künftig könnten Reservisten auch im Frieden verpflichtend zu Übungen einberufen werden. Arbeitgeber müssten ihre Mitarbeiter dann für drei Wochen bis mehrere Monate freistellen – je nach Dienstgrad und Verwendung. Das betrifft nicht nur Angestellte, sondern auch Selbstständige.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69446030 |