Arbeitszeiterfassung: Bremen startet Pilotprojekt an neun Schulen
15.06.2026 - 16:12:16 | boerse-global.de
Ab August 2026 nehmen neun Schulen im Land Bremen an dem Versuch teil. Ziel ist es, die tatsÀchliche Belastung im Schulalltag transparent zu machen.
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Wie die Erfassung funktioniert
Die LehrkrĂ€fte nutzen eine App sowie Computeranwendungen fĂŒr die Dokumentation. Entwickelt wurde die Software in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Untis, begleitet von der Deutschen Telekom Stiftung. Das System basiert auf einem Jahresarbeitszeitmodell â das bestehende Deputatsmodell bleibt zunĂ€chst unverĂ€ndert.
Besonders praktisch: Die Software gibt automatisierte Warnhinweise aus, wenn gegen gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten verstoĂen wird. In Bremerhaven nimmt unter anderem das CvO-Gymnasium mit rund 60 LehrkrĂ€ften teil.
Warum die Erfassung kommt
Der rechtliche Druck wĂ€chst. Bereits 2019 urteilte der EuropĂ€ische Gerichtshof (EuGH) zur verpflichtenden Arbeitszeiterfassung. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) schloss sich dem 2022 an. Arbeitgeber mĂŒssen demnach Systeme einfĂŒhren, die die geleistete Arbeitszeit messen.
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Senator Mark Rackles (SPD) betont: Die MaĂnahme werde die Schule perspektivisch verĂ€ndern. Im Fokus steht der bislang oft unsichtbare Teil der pĂ€dagogischen Arbeit. Dazu gehören:
- Unterrichtsvorbereitung und Nachbereitung
- Korrekturaufwand
- Kommunikation mit Eltern
- Coaching und kollegialer Austausch
Was mit den Daten passiert
Die digitale Dokumentation soll eine realistische Datengrundlage ĂŒber die tatsĂ€chliche Arbeitsbelastung schaffen. Die Bildungssenatsverwaltung will die Belastungssituation sichtbar machen und den Arbeits- sowie Gesundheitsschutz stĂ€rken.
Erste Erkenntnisse aus dem Testlauf sollen bereits im Laufe des Jahres 2027 vorliegen. Die vollstĂ€ndige Auswertung ist fĂŒr Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 geplant. Eine flĂ€chendeckende EinfĂŒhrung der Zeiterfassung wird im Anschluss an die Pilotphase angestrebt.
