Arbeitszeitgesetz, DGB

Arbeitszeitgesetz: DGB lehnt 13-Stunden-Schichten ab

08.06.2026 - 18:44:40 | boerse-global.de

Gewerkschaftsbund warnt vor negativen Folgen fĂĽr Binnennachfrage und Arbeitsmarkt durch geplante Reformen der Koalition.

DGB-Chefin kritisiert Reformpläne der schwarz-roten Koalition scharf
Arbeitszeitgesetz - Eine entschlossene Gewerkschaftsvorsitzende spricht an einem Mikrofon, im Hintergrund verschwommen ein Politiker und die deutsche Flagge. 08.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, hat die Reformpläne der schwarz-roten Koalition scharf kritisiert. Sie bezeichnete die Vorhaben als ökonomisch und sozial völlig verfehlt. Während die Regierung unter Kanzler Friedrich Merz auf einen Abschluss bis zur Sommerpause drängt, warnt die Gewerkschaftsspitze vor negativen Folgen für Binnennachfrage und Arbeitsmarkt.

Streit um Arbeitszeit: DGB sieht „ideologischen Irrläufer“

Anzeige

Die geplante Reform der Arbeitszeit sorgt für Unsicherheit – viele Arbeitgeber riskieren bereits jetzt Bußgelder durch fehlerhafte Dokumentation. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzlichen Vorgaben schnell und rechtssicher umsetzen. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung

Ein zentraler Konfliktpunkt: die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes. Die Koalition will von der täglichen zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit wechseln. Fahimi nannte das Vorhaben einen rein ideologisch getriebenen Irrläufer. Durch die Neuregelung könnten Schichten von bis zu 13 Stunden möglich werden – für den DGB ein No-Go. Eine Verhandlungsbasis sehe sie in diesem Punkt nicht, so die Gewerkschaftsbund-Chefin.

Zusätzlich kritisierte der DGB den Sparkurs der Regierung. Ein solcher Fokus gefährde die Binnennachfrage. Statt pauschaler Subventionskürzungen – die Fahimi als „Unfug“ bezeichnete – forderte sie gezielte Strukturreformen und eine Modernisierung der Infrastruktur, besonders im Energiebereich.

Merz gibt sich kämpferisch – trotz mieser Umfragen

Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich am Sonntag auf einem CDU-Landesparteitag in Mecklenburg-Vorpommern zuversichtlich. Er beschwor die Geschlossenheit der Koalition. Das Reformpaket soll Einkommensteuer, Arbeitsmarkt, Rente und BĂĽrokratieabbau umfassen. Auch Reformen der Kranken- und Pflegeversicherung sind Teil der Agenda.

Anzeige

Ob Arbeitszeitaufzeichnung oder Ruhepausen – das aktuelle EU-Recht stellt Personalverantwortliche vor neue Herausforderungen. Sichern Sie sich diese kostenlose Checkliste, um Ihre betrieblichen Abläufe rechtssicher an die neue Rechtsprechung anzupassen. Jetzt kostenlose Checkliste zur Arbeitszeiterfassung herunterladen

Der Zeitplan ist eng gesteckt. Bis zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause – voraussichtlich nach dem 10. Juli – sollen die Eckpunkte stehen. Der Druck auf die Koalition wächst: Aktuelle Umfragen sehen die AfD bei 29 Prozent, die Union nur bei 21 Prozent.

Spitzentreffen am Mittwoch – weitere Hürden im Juli

Am Mittwoch ist ein Spitzentreffen im Kanzleramt angesetzt. Jeweils vier Vertreter von Gewerkschaften und Wirtschaft beraten mit der Regierung über die künftige Ausrichtung der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der DGB kündigte eigene Vorschläge an: Vor allem investitionsbereite Betriebe müssten stärker unterstützt werden.

Ende Juni folgen weitere wichtige Termine. Die Rentenkommission soll ihre Ergebnisse vor dem 29. Juni vorlegen. Hier zeichnen sich bereits Konflikte ab: Die Junge Union fordert eine Begrenzung der Rentenerhöhung auf 3 Prozent, die SPD beharrt auf 4,2 Prozent. Für den 30. Juni und 1. Juli sind Sitzungen des Koalitionsausschusses geplant, um die Reformen final abzustimmen.

de | wirtschaft | 69502537 |