Arzneimitteltherapie, Krankenhauseinweisungen

Arzneimitteltherapie: 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr vermeidbar

30.05.2026 - 00:10:45 | boerse-global.de

Ein neuer Aktionsplan des Bundesgesundheitsministeriums setzt auf E-Rezept und ePA, um jährlich 250.000 vermeidbare Krankenhauseinweisungen zu reduzieren.

Arzneimitteltherapie: 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr vermeidbar - Foto: über boerse-global.de
Arzneimitteltherapie: 250.000 Krankenhauseinweisungen pro Jahr vermeidbar - Foto: über boerse-global.de

Mai 2026 ihre Arbeit am neuen Aktionsplan des Bundesgesundheitsministeriums aufgenommen. Das Programm für die Jahre 2026 bis 2029 setzt verstärkt auf digitale Lösungen wie das E-Rezept und die elektronische Patientenakte. Ziel: die Patientensicherheit deutlich erhöhen.

250.000 vermeidbare Krankenhauseinweisungen pro Jahr

Der Aktionsplan zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) basiert auf einem Kabinettsbeschluss vom 1. April 2026. Im Fokus steht die Reduzierung der jährlich rund 250.000 Krankenhauseinweisungen, die durch vermeidbare Medikationsfehler entstehen. Den Vorsitz der Koordinierungsgruppe hat Prof. Dr. Petra Thürmann übernommen, ihr Stellvertreter ist Dr. Nina Griese-Mammen.

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Die Gruppe soll die systematische Nutzung von Gesundheitsdaten vorantreiben. Das Gremium bringt verschiedene Akteure des Gesundheitswesens zusammen, um die Digitalisierung therapeutischer Prozesse voranzutreiben.

Digitale Lösungen gegen Wechselwirkungen

Fachleute sehen im E-Rezept und der elektronischen Patientenakte (ePA) die Grundlage, um Wechselwirkungen und Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Die zentrale Verfügbarkeit von Medikationsdaten soll Informationslücken zwischen Ärzten und Apotheken schließen.

Ergänzend ist eine verstärkte Auswertung bestehender Gesundheitsdaten geplant. Damit lassen sich Risikoprofile bei der Arzneimittelgabe besser identifizieren.

Pilotprojekt für digitale Packungsbeilagen startet im Sommer

Ein weiterer Baustein: das Pilotprojekt für digitale Packungsbeilagen. Ab Juli 2026 sollen ausgewählte Arzneimittel im stationären Sektor gedruckte Beipackzettel durch digitale Patienteninformationen ersetzen.

Getragen wird die Initiative von Branchenverbänden wie dem BPI, Pharma Deutschland, Pro Generika und dem vfa. Die technische Basis steht bereits: Seit Dezember 2025 sind digitale Packungsbeilagen in die elektronischen Patientenakten von zwölf Krankenkassen integriert. Das erreicht rund 35 Millionen ePA-Nutzer.

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Telematikinfrastruktur vor grundlegendem Umbau

Der Erfolg der digitalen Sicherheitsstrategie hängt maßgeblich von der Stabilität der Telematikinfrastruktur (TI) ab. Ein Strategiepapier der Gematik vom 8. Mai 2026 sieht eine grundlegende Zentralisierung vor, um die Betriebssicherheit zu erhöhen. Im Jahr 2025 wurden durchschnittlich 25 Störungen pro Monat verzeichnet – sie betrafen unter anderem die ePA und das E-Rezept.

Bis Ende 2030 soll die bisherige Infrastruktur (TI 1.0) schrittweise abgelöst werden. Über die Transformationspläne stimmt die Gesellschafterversammlung voraussichtlich am 19. Juni 2026 ab.

Fortschritte bei Heilmittelverordnungen

Parallel zeigen sich Erfolge in anderen Bereichen. Durch die verpflichtende Nutzung zertifizierter Praxis-IT konnte bei den jährlich rund 39 Millionen Heilmittelverordnungen bereits ein Rückgang von Fehlern beobachtet werden. Der Anschluss an die Telematikinfrastruktur ist für Oktober 2027 geplant, die Einführung elektronischer Heilmittelverordnungen für Juni 2029.

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