Asiens, Wachstum

Asiens Wachstum kehrt zurück

Veröffentlicht am: 19.08.2009 um 15:03 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser, in den letzten Wochen war im ASIEN-AUSBLICK“ vergleichsweise viel von China die Rede. Das Reich der Mitte zieht natürlich sehr viel internationale Aufmerksamkeit auf sich. Es war im letzten Jahr geradezu die Wachstumslokomotive der ansonsten am Boden liegenden Weltwirtschaft. Aber natürlich hat der asiatische Raum dem Anleger mehr zu bieten als nur China allein. Fatalerweise stehen die anderen asiatischen Volkswirtschaften meistens im Schatten Chinas, wenn es um die Aufmerksamkeit der internationalen Investoren geht. Dabei vollzieht sich die konjunkturelle Erholung, die an den Weltbörsen das große Thema ist, in Asien zurzeit ganz besonders mächtig. Für den einzelnen aufmerksamen Anleger birgt diese Situation Chancen, die der breiten Masse bisher noch entgangen sind. In Deutschland war zuletzt die Freude groß, als mit den Wirtschaftsdaten zum zweiten Quartal des „Ende der Rezession“ ausgerufen wurde. In der Tat war unsere Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen. Dass das BIP damit gegenüber dem Vorquartal um 7,1 Prozent geschrumpft ist, wurde gern ausgeklammert. Und auch die Quartalszahlen aus den USA galten vielen als Vorboten des neuen Aufschwungs. Dort war die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal gegenüber dem ersten „nur noch“ um 0,25 Prozent geschrumpft. Vergleichen wir dies allerdings mit den Wirtschaftdaten aus dem asiatischen Raum, dann sehen die Kennzahlen aus Deutschland und den USA eher dürftig aus. Die ersten Statistiken aus dem asiatischen Raum legen nahe, dass sich dieser schon weitaus stärker erholt hat, als bisher vermutet. Auch die Tatsache, dass viele asiatische Länder noch sehr vom Export in den kränkelnden Westen abhängen, tat dem keinen Abbruch. So ist etwa die Wirtschaftsleistung Südkoreas im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,3 Prozent gestiegen. Dies ist umso erstaunlicher, als das Bruttoinlandsprodukt des Landes zu über 50 Prozent vom Export abhängig ist. In Taiwan dürfte die Erholung noch stärker ausgefallen sein. Hongkong wiederum schaffte einen Anstieg um 3,3 Prozent, obwohl auch die ehemalige Kronkolonie weiterhin stark unter der globalen Krise leidet. Die Position Hongkongs als Drehscheibe des Fernost-Handels hat der Stadt im letzten Jahr eher geschadet als genutzt. Doch umgekehrt ist hier auch das Potential für eine Erholung besonders groß. Die Entwicklung in Singapur hat zuletzt ein schönes Anschauungsbeispiel für eine fulminante Erholung gegeben, wie sie Hongkong noch bevorstehen könnte. Auch Singapur wurde als Finanzplatz und Handelszentrum von der Krise zunächst ganz besonders stark gebeutelt. Der Aufschwung war jetzt aber umso stärker. Das Bruttoinlandsprodukt des Stadtstaates ist im zweiten Quartal gegenüber dem ersten um sage und schreibe 20,7 Prozent nach oben geschossen. Auf Jahressicht ergab sich daraus allerdings immer noch ein Rückgang um 3,5 Prozent. Selbst Japan hat sich mittlerweile wieder berappelt. Dort ist die Wirtschaft gegenüber dem Vorquartal um 0,9 Prozent gewachsen. Erstaunlich ist, dass auch gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg verzeichnet werden konnte, und zwar um ansehnliche 3,7 Prozent. Japan ist damit der zweite Überraschungssieger in Fernost. Noch vor einigen Monaten sah es so aus, als wäre das Land von allen Industrienationen der Welt am wenigsten in der Lage, sich aus der Rezession zu befreien. Vor allem beim Jahresvergleich steht Japan inzwischen aber deutlich besser da als die Bundesrepublik Deutschland. Außen vor stehen bei diesem Vergleich Asiens bevölkerungsreichste Staaten China, Indien und Indonesien. In China wuchs die Wirtschaft im zweiten Quartal auf Jahressicht um 7,9 Prozent und in Indonesien um 4 Prozent. Indiens Wachstum dürfte leicht unterhalb von 5 Prozent gelegen haben. Dies sind keine großartigen Zuwachsraten für diese Länder. Allerdings hat es dafür weder in China noch in Indien oder Indonesien 2008 und 2009 auch nur ansatzweise Tendenzen zu einer Rezession gegeben. Die Erholung in Asien verlief wieder einmal schneller und stärker, als viele westliche Analysten erwartet haben. Dementsprechend schrieb diese Woche auch der britische „Economist“: „Es hat sich noch nie ausgezahlt, die Robustheit der asiatischen Schwellenländer zu unterschätzen. Nach der asiatischen Finanzkrise 1997/98 ebenso wie nach der Internet-Blase 2001 haben viele Außenstehende prognostiziert, dass sie für längere Zeit am Boden bleiben würden – nur um die Tiger dann wieder rasch nach oben springen zu sehen.“ Konkrete Empfehlungen zu den asiatischen Aktienmärkten erhalten Sie in unserem Börsenbrief „ASIEN-TRENDS“, den Sie jetzt 14 Tage kostenlos testen können. 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