Atelierhaus, Berlin-Treptow

Atelierhaus in Berlin-Treptow: Rund 50 Kunstschaffende sollen bis Jahresende ausziehen

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 14:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der Kündigung des Atelierhauses fordern die Mietenden mehr Zeit; fehlende Sanierungsmittel nähren die Sorge vor dauerhaftem Leerstand.
Fassade eines alten, sanierungsbedürftigen Backsteingebäudes in Berlin an einem grauen Herbsttag. Illustration mit AI erstellt.

Die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH hat rund 50 Kunstschaffenden im Atelierhaus an der Kiefholzstraße 19/20 in Berlin-Alt-Treptow zum 31. Dezember 2026 gekündigt.

Die Kündigungsschreiben gingen den Betroffenen Ende September 2026 zu, unmittelbar einen Tag nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 21. September 2026. Mehrere der dort tätigen Künstlerinnen und Künstler nutzen die Räumlichkeiten teilweise seit über 20 Jahren als Arbeits- und Produktionsstätte.

Die landeseigene Immobiliengesellschaft begründet den Schritt mit akuten baulichen und sicherheitsrelevanten Mängeln am Gebäude sowie einem Brandschutzgutachten, das nach einem Schwelbrand erstellt worden sei. Einsicht in das entsprechende Gutachten wurde der Mieterschaft nach Angaben von Betroffenen bislang verwehrt.

Zweifel an Begründung und fehlende Ausweichflächen

Aus den Reihen der Mieterschaft regt sich Widerspruch gegen die offizielle Darstellung. Der Filmemacher Ralph Etter, der seit 18 Jahren im Haus arbeitet, und der Sound-Label-Betreiber Kris Lambach bezweifeln die Schilderung eines Schwelbrands.

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Ihren Angaben zufolge habe es sich bei dem Vorfall lediglich um eine verschmorte Steckdose gehandelt. Nach einem Bericht der Tageszeitung taz erhielten 45 Kunstschaffende die Kündigungen ohne vorherige Ankündigung. Auf dem angespannten Berliner Immobilienmarkt fänden die Betroffenen zudem kaum geeignete Ausweichmöglichkeiten.

Nach Angaben der BIM erfolgte die Kündigungsentscheidung in enger Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur. Beide zuständigen Ressorts unterstehen der Verantwortung von Finanzsenator Stefan Evers.

Sorge vor Leerstand und Forderung nach Fristverlängerung

Die Mieterschaft fordert angesichts der kurzen Vorlaufzeit bis zum Jahresende eine Verlängerung der Kündigungsfrist, um einen geordneten Übergang oder alternative Lösungen zu ermöglichen. Zusätzliche Bedenken äußert der Rat für die Künste.

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Dessen Vertreterin Sabine Kroner wies darauf hin, dass im Berliner Landeshaushalt derzeit keine finanziellen Mittel für eine Sanierung des Objekts bereitstehen. Ohne gesicherte Finanzierung für Instandsetzungsarbeiten drohe dem Gebäude in der Kiefholzstraße nach dem Auszug der Kunstschaffenden ein dauerhafter Leerstand.

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