Quartalszahlen, Infineon

Infineon verdient krÀftig - Mehr Investitionen in Malaysia

Veröffentlicht am: 03.08.2023 um 12:52 Uhr | dpa.de

Auch wenn der Konzernchef derzeit «Licht und Schatten» am Halbleitermarkt sieht, treibt er den Ausbau der KapazitÀten bei Infineon weiter voran.

Infineon investiert in zusÀtzliche FertigungskapazitÀten. - Bild: Robert Michael/dpa
Infineon investiert in zusÀtzliche FertigungskapazitÀten. - Bild: Robert Michael/dpa

Infineon verdient gut und will seine FertigungskapazitĂ€ten ausbauen. Im Ende Juni abgelaufenen dritten GeschĂ€ftsquartal kletterte der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 61 Prozent auf 831 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus Neubiberg bei MĂŒnchen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro zu. Im Vergleich zum Vorquartal stagnierten beide Werte. Insgesamt sei das Unternehmen aber «voll auf Kurs», seine schon zwei Mal angehobene Prognose zu erreichen, sagte Konzernchef Jochen Hanebeck.

«Wir haben uns im abgelaufenen Quartal gut behauptet, wobei die Entwicklung am Halbleitermarkt weiterhin ein gemischtes Bild mit Licht und Schatten zeigt», sagte Hanebeck. «Einerseits sorgen ElektromobilitĂ€t und erneuerbare Energien sowie die damit verbundenen Anwendungsbereiche fĂŒr stabil hohe Nachfrage. Andererseits ist der Bedarf zum Beispiel fĂŒr Consumer-Anwendungen, wie PCs und Smartphones, nach wie vor gering.» In diesem Umfeld sei Infineon aber «dank der konsequenten Ausrichtung auf strukturelle Wachstumstreiber fĂŒr den grĂŒnen und digitalen Wandel erfolgreich». DafĂŒr investiere das Unternehmen «vorausschauend und langfristig in zusĂ€tzliche FertigungskapazitĂ€ten.»

Ein solcher Ausbau ist auch die Großinvestition in Malaysia, die Infineon am Donnerstag kurz vor seinen Quartalszahlen bekanntgab. Der am dortigen Standort Kulim bereits laufende Ausbau soll mit einer zusĂ€tzlichen Stufe nun sehr viel grĂ¶ĂŸer ausfallen als bisher geplant. Bislang lag die dortige Investitionssumme bei zwei Milliarden Euro, wie ein Sprecher sagte. Nun will Infineon dort in den kommenden fĂŒnf Jahren zusĂ€tzlich bis zu fĂŒnf Milliarden Euro investieren. Basis dafĂŒr sind unter anderem Kaufzusagen und Vorauszahlen von Kunden in Milliardenhöhe.

Zurzeit baut Infineon auch fĂŒr rund fĂŒnf Milliarden Euro in Dresden. In der 2021 im österreichischen Villach fertiggestellten Fabrik lĂ€uft zudem noch immer die Produktion hoch. Dieser Prozess dauert bei Chipfabriken in der Regel Jahre.

An der Börse kamen die Nachrichten von Infineon schlecht an. Am Vormittag war die Aktie zwischenzeitlich zweistellig im Minus. Große Fabriken anzukĂŒndigen, sei immer etwas, das den Markt bewege, kommentierte Hanebeck die Entwicklung. Der Schritt sei mutig, aber angezeigt - auch durch die Kundenzusagen. Außerdem habe man mit der Investition in Villach damals auch «goldrichtig» gelegen.

In den neuen Fabriken in Kulim sollen Leistungshalbleiter auf Basis von Siliziumkarbid entstehen. Der Markt dafĂŒr wachse «immer schneller, nicht nur in der Automobilindustrie, sondern auch in einer breiten Palette von industriellen Anwendungen wie Solar, Energiespeicherung und dem Hochleistungs-Laden von Elektrofahrzeugen», sagte Konzernchef Hanebeck. «Mit dem Ausbau von Kulim sichern wir unsere FĂŒhrungsposition in diesem Markt.»

Die Zahl der Mitarbeiter bei Infineon stieg auch im dritten GeschÀftsquartal weiter an. Ende Juni lag sie bei 57.888 - das sind 671 mehr als Ende MÀrz und fast 3000 mehr als vor einem Jahr.

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