Audi-Auslieferungen sinken im dritten Quartal um 19,7 Prozent
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 08:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuslieferungen nach Regionen und Modellen
- Audi lieferte im dritten Quartal 314.905 Fahrzeuge der Kernmarke aus.
- In den ersten neun Monaten verkaufte Audi in China knapp ein Viertel und in den USA rund ein Sechstel weniger Autos.
- Modellwechsel beim A1 und Q2 verstärken den aktuellen Rückgang.
Audi hat im dritten Quartal 19,7 Prozent weniger Fahrzeuge seiner Kernmarke ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum.
Rückgang beschleunigt sich
Insgesamt kamen im abgelaufenen Quartal 314.905 Fahrzeuge zu den Kunden, wie das Unternehmen mitteilte. Im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei rund 8 Prozent gelegen.
Für die ersten neun Monate ergibt sich damit ein Absatz von 1,04 Millionen Autos. Das entspricht einem Rückgang von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Europa liegt leicht im Plus
In Deutschland und Europa lagen die Auslieferungen in den ersten neun Monaten dennoch leicht über dem Vorjahresniveau. Die Entwicklung in den wichtigsten außereuropäischen Märkten drückte das Gesamtergebnis jedoch deutlich.
China und USA belasten Audi
In China gingen die Verkäufe in den ersten neun Monaten um knapp ein Viertel zurück, in den USA um rund ein Sechstel. Audi leidet dort unter dem starken Wettbewerb und einem schwächelnden Markt in China.
Auch die US-Zölle treffen den Autobauer besonders stark, weil Audi anders als etwa BMW keine eigene Produktion in den Vereinigten Staaten hat.
Modellwechsel bei A1 und Q2
Nach Angaben von Audi verstärken derzeit Modellwechsel bei den beiden Volumenmodellen A1 und Q2 den Rückgang. Die VW-Tochter kämpft damit nicht nur mit der Marktlage, sondern auch mit einer Übergangsphase in ihrem Modellprogramm.
Deutlicher Abstand zu 2023
Wie stark der Abwärtstrend ausfällt, zeigt der Vergleich mit dem dritten Quartal 2023. Damals hatte Audi noch knapp 480.000 Fahrzeuge der Kernmarke ausgeliefert – rund die Hälfte mehr als im aktuellen Quartal.
China bleibt der zentrale Belastungsfaktor
Der Einbruch bei Audi fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerb auf dem chinesischen Automarkt deutlich verschärft hat. Deutsche Hersteller treffen dort auf starke lokale Anbieter, insbesondere im Geschäft mit Elektrofahrzeugen. Für Audi ist China besonders wichtig, weil der Konzern dort traditionell einen großen Absatzmarkt hat. Ein Rückgang um knapp ein Viertel in den ersten neun Monaten belastet deshalb die weltweite Bilanz überproportional.
Hinzu kommt der US-Markt. Die von Audi genannten Zölle treffen den Hersteller stärker als Wettbewerber mit eigener Produktion in den Vereinigten Staaten. Fahrzeuge, die außerhalb der USA gefertigt und dorthin exportiert werden, sind stärker von Handelsbarrieren abhängig. Das erhöht den Preisdruck oder schmälert die Marge, wenn Audi die zusätzlichen Kosten nicht vollständig an Kunden weitergeben kann.
Modellwechsel verschärfen den Rückgang
Der aktuelle Rückgang ist nicht allein mit der Marktentwicklung zu erklären. Modellwechsel beim A1 und Q2 können dazu führen, dass Händler und Kunden vorübergehend auf neue Fahrzeuge warten. Solche Übergangsphasen belasten die Auslieferungen, sagen aber für sich genommen noch wenig über die Nachfrage nach den Nachfolgern aus.
Für Audi entscheidend ist daher, ob die neuen Modelle den Absatz in Europa stabilisieren und die Marke in China sowie den USA wieder wettbewerbsfähiger machen. Die Entwicklung der kommenden Quartale wird zeigen, wie groß der Anteil vorübergehender Umstellungseffekte und wie groß der strukturelle Druck ist.
