Bundeswirtschaftsminister Altmaier fĂŒr Reform des Genehmigungsverfahrens bei Infrastrukturprojekten
Veröffentlicht am: 21.02.2020 um 15:01 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Die Genehmigungsverfahren bei wichtigen Infrastrukturprojekten verzögern die Bauvorhaben zum Teil erheblich. Bundesinnenminister Altmaier hat aus Anlass der Klage eines bayrischen Naturschutzvereins gegen die Rodung des GelĂ€ndes der zukĂŒnftigen Tesla-Fabrik in GrĂŒnheide, eine Reform der Genehmigungsprozesses in Aussicht gestellt. GegenĂŒber dem âSpiegelâ verwies der CDU-Politiker auf die Genehmigungspraxis im Ausland. Wir dĂŒrfen hier nicht hinter anderen Staaten zurĂŒckbleiben und mĂŒssen die Umsetzungsgeschwindigkeit von gesamtwirtschaftlich wichtigen Projekten deutlich erhöhen, fordert der Minister.
Der Minister sieht auf diesem Gebiet unmittelbaren Handlungsbedarf und wird von seinem Ministerium einen entsprechenden Gesetzentwurf vorbereiten lassen, den er dem Kabinett noch vor der Sommerpause vorlegen möchte. Ein Positionspapier aus dem Wirtschaftsministerium sieht vor allem bei den Raum- und Planfeststellungsverfahren erhebliche Defizite. Durch eine Beschleunigung der Genehmigungen und eine Reduktion der Planungsstufen, soll die Realisierung der Vorhaben zeitnah ermöglicht werden. In dem Papier, das dem Nachrichtenmagazin vorliegt, sind die Planungsverfahren fĂŒr Windkraftanlagen explizit erwĂ€hnt, fĂŒr die Altmaier bereits eine gesonderte Förderung vorgelegt hat. Das neue Gesetz soll auch diese Vorgaben ĂŒbernehmen. Die Einspruchsmöglichkeiten in Bezug auf die Umweltschutzgesetze sollen demnach reduziert werden. Dies will der Minister durch eine Regulierung der Anzahl der Instanzen bei Verwaltungsgerichtsverfahren erreichen. ZusĂ€tzlich strebt das Wirtschaftsministerium eine bundesweit einheitliche Regelung der Naturschutzgesetzgebung an. Um das Verfahrenstempo zu erhöhen, ist eine Aufstockung der Personalmittel bei den zustĂ€ndigen Genehmigungsinstanzen geplant. Altmaiers PlĂ€ne zur Förderung der Windenergie sind in der Regierungskoalition umstritten und liegen bereits seit mehreren Monaten in der Schublade. SPD und CDU können sich derzeit nicht auf einen Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen einigen. Die CDU besteht auf einem Mindestabstand von 1000 Metern, wĂ€hrend die SPD einen deutlich geringeren Abstand unterstĂŒtzt. Das Positionspapier des Wirtschaftsministeriums wird Anfang MĂ€rz den MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder vorgelegt. Die BundeslĂ€nder sind ebenso wie der Bund in der Pflicht, betont der Minister im âSpiegelâ. Die BundeslĂ€nder sind zustĂ€ndig fĂŒr die Genehmigungsverfahren und das Bundesumweltministerium fĂŒr eine AbĂ€nderung des Naturschutzgesetzes. Wenn wir wollen, dass Deutschland technologisch Schritt hĂ€lt und in der Umwelt- und Klimapolitik vorankommt, muss jeder etwas dazu beisteuern, fordert der Minister.
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