Vor Merz-Treffen mit Trump: Wadephul will 'Sturmphase aushalten'
03.06.2025 - 22:35:05 | dpa.de"Ja, der Ton ist so rau wie lange nicht", sagte Wadephul am Abend bei einem Treffen ehemaliger Stipendiaten des Arthur F. Burns-Fellowships in Berlin. Er diagnostizierte "tiefgreifende VerÀnderungen in den USA selbst mit unbekanntem Ausgang" und einen neuen Umgangsstil nach Antritt der Trump-Regierung, "der irritierend ist und der auch verunsichert".
Man dĂŒrfe aber "nicht in Panik verfallen", betonte der CDU-Politiker. "Sondern wir mĂŒssen diese Sturmphase aushalten, indem wir uns zunĂ€chst auf unsere eigenen Interessen besinnen." Das bedeute auch, dass Deutschland seine VerteidigungsfĂ€higkeit stĂ€rken, seine Handelsinteressen wahren, und "unser VerstĂ€ndnis von Meinungsfreiheit und Wissenschaftsfreiheit formulieren" mĂŒsse.
Wadephul, der in der vergangenen Woche selbst in der US-Hauptstadt Washington zu Besuch war, bewertete die GesprÀche mit seinem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio als positives Signal: "Sie haben mich zuversichtlich gemacht, dass wir auch in Fragen, in denen uns Meinungsverschiedenheiten trennen, zu Einigungen im beiderseitigen Interesse kommen können."
Schwierige GesprĂ€che fĂŒr den Kanzler
Merz reist am Mittwoch in die USA und wird am Donnerstag mit Trump im WeiĂen Haus sprechen. Der Kanzler hatte im Wahlkampf die Einmischung der US-Regierung in die deutsche Innenpolitik scharf kritisiert. Derzeit belastet auch Trumps Androhung von dauerhaft hohen Zöllen auf EU-Waren das VerhĂ€ltnis. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg ringt Merz zusammen mit anderen europĂ€ischen Regierungschefs um eine gemeinsame Haltung mit den USA gegenĂŒber Russland.
Mit Spannung wird erwartet, ob Merz im WeiĂen Haus mit einer Ă€hnlich unfreundlichen Behandlung wie zum Beispiel der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj zurechtkommen muss.
Wadephul erinnert an UnterstĂŒtzung durch die USA
Die USA hĂ€tten Deutschland nach der Befreiung von der NS-Herrschaft beim Wiederaufbau und auch bei der Wiedervereinigung immer wieder unterstĂŒtzt, betonte Wadephul. "Das sollten und das werden wir nie vergessen."
Das Arthur F. Burns-Fellowship ist ein transatlantisches Austauschprogramm fĂŒr Journalistinnen und Journalisten, das nach einem ehemaligen US-Notenbankchef und Botschafter in Deutschland benannt ist.
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