Autohandel unter Cyberangriff: ZDK fordert Taskforce beim Bundeskriminalamt
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angesichts zunehmender Cyberangriffe auf die Automobilbranche fordert der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und staatlichen Ermittlungsbehörden. Nach Attacken, die zu gefĂ€lschten Rechnungen und IdentitĂ€tsdiebstahl fĂŒhren, verlangt der Verband konkrete Schritte zur BekĂ€mpfung der organisierten KriminalitĂ€t.
ZDK-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer JĂŒrgen Hasler betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines engeren Schulterschlusses zwischen Unternehmen, Strafverfolgern und der Politik. Anfang der Woche erneuerte der ZDK zudem seine Forderung nach einer spezialisierten Taskforce gegen organisierte KriminalitĂ€t im Autohandel beim Bundeskriminalamt.
SicherheitslĂŒcke bei IT-Dienstleister betrifft Autohandel bundesweit
Auslöser der Verbandsinitiative ist unter anderem ein von der Polizei bestĂ€tigter Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister fĂŒr Autohaus-Software im Raum WĂŒrzburg. Nach bisherigen Erkenntnissen verschafften sich die TĂ€ter ĂŒber eine Drittanbietersoftware mit einer schwerwiegenden SicherheitslĂŒcke Zugang zu den Systemen. Ăber das Datenleck hatte zuvor die Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung berichtet.
Vom Datenabfluss betroffen sind vor allem, aber nicht ausschlieĂlich, AutohĂ€user mit Marken des Volkswagen-Konzerns. Wie Volkswagen bestĂ€tigte, kommt die betroffene Software unter anderem bei der konzerneigenen Volkswagen Group Retail Deutschland zum Einsatz, die bundesweit rund 120 Standorte betreibt.
Laut den Angaben auf der Internetseite des Softwareanbieters zĂ€hlen zudem einige der gröĂten Handelsgruppen Deutschlands mit MilliardenumsĂ€tzen und zehntausenden FahrzeugverkĂ€ufen pro Jahr zu den Nutzern der Anwendung.
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Das vollstĂ€ndige AusmaĂ der gestohlenen Daten und die genaue Zahl der geschĂ€digten Kunden sind bislang noch unklar. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gibt es derzeit zwar keine Hinweise auf konkrete BetrugsfĂ€lle, allerdings auch keine Entwarnung. Ob die erbeuteten Informationen bereits aktiv fĂŒr kriminelle Handlungen verwendet wurden, ist nicht bekannt.
Hohes Risiko durch gestohlene Echtdaten
Die Kriminellen erbeuteten bei dem IT-Dienstleister im Raum WĂŒrzburg sensible Transaktionsdetails. Dazu gehören Auftrags- und Rechnungsnummern, konkrete Liefertermine sowie vereinbarte Kauf-, Zahlungs- und FinanzierungsbetrĂ€ge. Betroffen sind KaufvorgĂ€nge bei HĂ€ndlern im gesamten Bundesgebiet.
Der Branchenverband ZDK warnt davor, dass der Zugriff auf diese echten GeschĂ€ftsdaten gefĂ€lschte Zahlungsaufforderungen fĂŒr Kunden extrem schwer erkennbar macht. Als gĂ€ngige Betrugsmaschen nennt der Verband manipulierte Rechnungen, den Diebstahl von IdentitĂ€ten sowie kopierte Webseiten von AutohĂ€usern, die fĂŒr Vorauszahlungsbetrug genutzt werden.
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Besondere Vorsicht sei geboten bei unerwarteten Zahlungsforderungen kurz vor der geplanten FahrzeugĂŒbergabe, bei plötzlich geĂ€nderten Bankverbindungen sowie bei verdĂ€chtigen Telefonanrufen oder betrĂŒgerischen E-Mails.
VorsichtsmaĂnahmen fĂŒr AutokĂ€ufer
Um finanzielle SchÀden abzuwenden, rÀt der ZDK Kunden zur Vorsicht bei der Zahlungsabwicklung. Bei reinen Online-Angeboten sollte grundsÀtzlich von Anzahlungen abgesehen werden.
Werden KĂ€ufer ĂŒber kurzfristig geĂ€nderte Bankverbindungen informiert, empfiehlt der Verband, das jeweilige Autohaus umgehend ĂŒber eine bereits bekannte Telefonnummer direkt zu kontaktieren und keinesfalls Links in zweifelhaften Nachrichten zu öffnen. Sollte eine verdĂ€chtige Ăberweisung bereits veranlasst worden sein, mĂŒssen unverzĂŒglich die eigene Bank sowie die Polizei eingeschaltet werden.
