Autoindustrie: Ifo-GeschÀftsklima fÀllt auf -35,0 Punkte
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 08:13 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDas GeschÀftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im September deutlich verschlechtert. Der Ifo-Branchenindikator fiel auf -35,0 Punkte, nachdem er im August noch -22,0 Punkte erreicht hatte.
Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle GeschĂ€ftslage als auch ihre Aussichten deutlich schlechter. Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl erklĂ€rte: âDie Automobilindustrie steckt weiterhin in der Kriseâ.
Exporte und BeschÀftigung unter Druck
Die GeschĂ€ftserwartungen waren bereits im August drastisch gesunken und verharrten im September auf niedrigem Niveau. Auch die Export- und BeschĂ€ftigungserwartungen, die sich zwischenzeitlich verbessert hatten, gingen im September erneut zurĂŒck.
Auftragsbestand und Ertragslage verschlechtern sich
ZusÀtzlich beurteilten die Unternehmen ihren Auftragsbestand im September schlechter als im Vormonat. Die Ertragslage sank im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich.
Damit verschlechterten sich mehrere wichtige Indikatoren gleichzeitig. Die aktuelle GeschÀftslage lag laut Ifo sogar unter den Werten aus Juni und Juli, als der Branchenindikator bereits einen Tiefstand im Jahr 2026 erreicht hatte.
Der RĂŒckgang des Ifo-GeschĂ€ftsklimas zeigt, dass sich die SchwĂ€che der deutschen Autoindustrie im September auf mehrere operative Bereiche ausweitete. Neben der schlechteren Beurteilung der aktuellen GeschĂ€ftslage sanken auch die Export- und BeschĂ€ftigungserwartungen erneut. Der erneut schwĂ€chere Auftragsbestand deutet darauf hin, dass die Unternehmen nicht nur die allgemeine Stimmung, sondern auch ihre konkrete Nachfrageentwicklung vorsichtiger einschĂ€tzen.
FĂŒr die Branche ist besonders relevant, dass die GeschĂ€ftserwartungen bereits im August stark nachgegeben hatten und im September auf niedrigem Niveau blieben. Zusammen mit der verschlechterten Ertragslage im dritten Quartal entsteht damit ein belastetes Bild entlang mehrerer Stufen: Absatz, Produktionserwartungen, BeschĂ€ftigung und Gewinne. Das erhöht den Druck auf Hersteller und Zulieferer, Kosten zu senken und KapazitĂ€ten an die Nachfrage anzupassen.
Belastungsfaktoren fĂŒr Hersteller und Zulieferer
Die deutsche Automobilindustrie steht zugleich vor einem tiefgreifenden technologischen und internationalen Umbau. Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge, der Wettbewerb mit asiatischen Anbietern, schwankende ExportmÀrkte und hohe Energie- sowie Produktionskosten verÀndern die GeschÀftsmodelle. Besonders Zulieferer sind betroffen, weil sie von Produktionsvolumen, Modellwechseln und Investitionsentscheidungen der Hersteller abhÀngen.
FĂŒr BeschĂ€ftigte und Standorte sind die gesunkenen BeschĂ€ftigungserwartungen ein wichtiger FrĂŒhindikator, auch wenn der Branchenindex allein keine konkreten Stellenstreichungen ankĂŒndigt. Entscheidend wird sein, ob sich die AuftragseingĂ€nge und Exportperspektiven stabilisieren oder ob die schwache Ertragslage weitere Anpassungen bei Investitionen, Produktion und Personal auslöst.
