Autoindustrie: Ifo-GeschÀftsklima steigt auf minus 4,1 Punkte
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 07:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSOktober bringt bessere Unternehmensbewertungen
- Das MĂŒnchner Ifo-Institut ermittelte fĂŒr die Autoindustrie im Oktober einen GeschĂ€ftsklimasaldo von minus 4,1 Punkten.
- Im September hatte der entsprechende Wert bei minus 33,2 Punkten gelegen.
- Anita Wölfl erwartet wegen der hohen Unsicherheit nur ein kurzes Aufatmen.
Ifo sieht deutlich bessere Stimmung in der Autoindustrie
Das GeschĂ€ftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im Oktober deutlich verbessert. Der vom MĂŒnchner Ifo-Institut ermittelte Saldo stieg auf minus 4,1 Punkte nach minus 33,2 Punkten im September.
Unternehmen beurteilen Lage weniger pessimistisch
Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle GeschÀftslage besser als im Vormonat und blickten weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl warnte dennoch vor einer Entwarnung.
Die starken monatlichen Schwankungen im GeschÀftsklima deuteten auf eine sehr hohe Unsicherheit in der Branche hin, erklÀrte Wölfl. Sie erwartet, dass die Entwicklung im Oktober nur ein kurzes Aufatmen bleibt.
Deutsch-französische Strategie könnte Stimmung stĂŒtzen
Nach EinschĂ€tzung der Expertin könnte die Einigung zwischen Frankreich und Deutschland auf eine gemeinsame Automobilstrategie zur besseren Stimmung beigetragen haben. Danach sollen die Autohersteller ihre CO2-Emissionen bis 2035 weiterhin um 90 Prozent gegenĂŒber 2021 senken.
Die Regelung entspricht dem von der EU-Kommission im Dezember 2025 vorgeschlagenen Ziel. Neu ist laut Ifo, dass die verbleibenden zehn Prozent nicht anderweitig ausgeglichen werden mĂŒssten.
Förderung soll stÀrker an Europa gebunden werden
Zudem sollen staatliche Förderungen fĂŒr die Autoindustrie stĂ€rker an ein âMade in Europeâ geknĂŒpft werden. Die Vereinbarung verschaffe der Branche nach EinschĂ€tzung Wölfls zwar ein gewisses Zeitfenster.
An der zentralen Herausforderung Ă€ndere sie jedoch nichts: Die Industrie mĂŒsse im Technologiewettbewerb wieder an die Spitze aufschlieĂen. Die monatlichen AusschlĂ€ge des Index hĂ€tten seit Mitte 2026 deutlich zugenommen und spiegelten die anhaltende Unsicherheit wider.
Die Verbesserung des GeschĂ€ftsklimas markiert eine spĂŒrbare Erholung innerhalb eines weiterhin angespannten Branchenumfelds. Der Saldo von minus 4,1 Punkten liegt zwar deutlich ĂŒber dem September-Wert, bleibt aber unter null und signalisiert damit weiterhin eine zurĂŒckhaltende EinschĂ€tzung der Unternehmen.
FĂŒr die deutsche Autoindustrie treffen mehrere Belastungen aufeinander: Der technologische Wettbewerb bei Elektrofahrzeugen verschĂ€rft sich, wĂ€hrend Hersteller und Zulieferer zugleich ihre Kostenstrukturen, Modellpaletten und Produktionsstandorte anpassen mĂŒssen. Hinzu kommen internationale Handelsrisiken. Ein aktueller Bericht verweist auf US-Zölle von 15 Prozent auf Pkw und deren Teile als Herausforderung fĂŒr die deutsche Automobilindustrie.
Regeln und Wettbewerb prÀgen den Ausblick
Die von Ifo genannte deutsch-französische VerstĂ€ndigung kann der Branche kurzfristig mehr Planungssicherheit geben. Die geplante CO2-Minderung um 90 Prozent bis 2035 gegenĂŒber 2021 und die stĂ€rkere VerknĂŒpfung staatlicher Hilfen mit europĂ€ischer Produktion setzen zugleich klare industriepolitische Leitplanken.
FĂŒr Unternehmen und BeschĂ€ftigte bedeutet der Oktober-Wert daher vor allem eine Atempause, keine Entwarnung. Entscheidend bleibt, ob die Hersteller bei Software, Batterien, elektrischen Antrieben und vernetzten Fahrzeugen technologisch aufschlieĂen und die Nachfrage dauerhaft stabilisieren können. Die starken monatlichen AusschlĂ€ge erschweren weiterhin Investitions- und Personalentscheidungen.
