Autoindustrie: Ifo-Index springt auf minus 4,1 Punkte
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 08:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSOktober bringt bessere Branchenwerte
- Das Ifo-Institut ermittelte für Oktober einen Anstieg des Index von minus 33,2 auf minus 4,1 Punkte.
- Der Wert für die aktuelle Lage lag erstmals seit Mitte 2024 wieder im positiven Bereich.
- Ifo-Expertin Anita Wölfl verwies trotz der Verbesserung auf starke Schwankungen und hohe Unsicherheit.
Ifo-Index zeigt deutliche Erholung im Oktober
Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie ist im Oktober deutlich gestiegen. Der vom Münchner Ifo-Institut erhobene Index kletterte von minus 33,2 auf minus 4,1 Punkte und erreichte damit den besten Wert seit Mitte 2024.
Auch die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich und lag erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder im Plus.
Erwartungen bleiben überwiegend pessimistisch
Die Erwartungen der Unternehmen zogen ebenfalls an, allerdings weniger stark als die Bewertung der aktuellen Lage. Insgesamt überwogen bei diesem Teilindex weiterhin die pessimistischen Einschätzungen.
Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl warnte deshalb vor einer voreiligen Entwarnung. Die starken monatlichen Schwankungen im Geschäftsklima deuteten auf eine sehr hohe Unsicherheit in der Branche hin.
Automobilstrategie verschafft Branche Zeit
Als möglichen Grund für die besseren Werte nannte Wölfl die Einigung zwischen Frankreich und Deutschland auf eine gemeinsame Automobilstrategie. Diese könne der Autoindustrie ein gewisses Zeitfenster verschaffen, ändere aber nichts an der zentralen Herausforderung, im Technologiewettbewerb wieder an die Spitze aufzuschließen.
Die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen konnten in der Erhebung noch keine Rolle spielen, weil die Umfrage bereits im Oktober durchgeführt wurde.
Der starke Anstieg des Ifo-Geschäftsklimas markiert eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vormonat, beendet aber nicht die strukturellen Probleme der deutschen Autoindustrie. Der Index bleibt mit minus 4,1 Punkten im negativen Bereich. Auch die Erwartungen liegen weiterhin unter dem Schwellenwert, der eine überwiegend optimistische Einschätzung anzeigen würde.
Die Branche steht zugleich unter erheblichem Anpassungsdruck. Deutsche Hersteller müssen im internationalen Wettbewerb bei Elektroautos, Software und vernetzten Fahrzeugen aufholen. Der Wettbewerb aus China nimmt zu, während hohe Kosten, schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten und laufende Sparprogramme die Unternehmen belasten.
Zwischen Erholung und Anpassungsdruck
Die vereinbarte gemeinsame Automobilstrategie Deutschlands und Frankreichs kann der Branche politischen Rückenwind und zusätzliche Zeit verschaffen. Sie ersetzt jedoch keine unternehmerischen Entscheidungen über Investitionen, Modellangebote und Produktionsstandorte. Für Beschäftigte und Zulieferer bleibt entscheidend, ob aus der verbesserten Stimmung tatsächlich mehr Aufträge und eine stabilere Auslastung entstehen.
Die monatlichen Schwankungen erschweren eine verlässliche Trendwende. Der Oktober-Wert ist deshalb vor allem ein Signal für eine kurzfristige Aufhellung der Geschäftserwartungen. Eine nachhaltige Erholung müsste sich in den kommenden Erhebungen durch anhaltend bessere Lagebeurteilungen, steigende Nachfrage und weniger Kostendruck bestätigen.
