Autoindustrie-Krise: Bis zu 100.000 Jobs auf dem Prüfstand
30.06.2026 - 01:30:44 | boerse-global.de
Der VW-Vorstand beantwortete am 25. Juni einen Fragenkatalog des Gesamtbetriebsrats. Das 43-seitige Antwortpaket enthielt 86 Antworten zum Reformprogramm von CEO Oliver Blume. Konkrete Zahlen zum befürchteten Stellenabbau fehlen jedoch.
100.000 Jobs auf der Kippe?
Medienberichte spekulieren über die Streichung von bis zu 100.000 Stellen im Rahmen des Programms Zielbild 2030. Auch Werksschließungen in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm stehen im Raum. Der operative Gewinn des Konzerns sank 2025 um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.
Der Aufsichtsrat tagt am 9. Juli zu den geplanten Konzepten. Betriebsrat und IG Metall kündigten bereits massiven Widerstand an.
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Mercedes und BMW unter Druck
Auch bei Mercedes-Benz wächst der Druck. Der operative Gewinn brach 2025 um 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro ein. Das Management fordert nun unbezahlte Mehrarbeit – 35 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich. Eine geplante Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsgehalts wurde auf 2027 verschoben. Sommerprämien sind gestrichen, freiwillige Entlassungsprogramme laufen.
BMW senkte seine Margenprognose auf ein bis drei Prozent. Die Aktie erreichte im Juni ein Sechs-Jahres-Tief. Weltweit sollen rund 7.700 Stellen wegfallen – etwa fünf Prozent der Belegschaft.
Industrieweiter Stellenabbau
Die Krise erfasst die gesamte deutsche Industrie. Eine Studie von Horváth prognostiziert bis Ende 2026 den Verlust von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen. Rund 60 Prozent der befragten Unternehmen planen Personalabbau. Hauptgrund: die Verlagerung von Produktionen ins Ausland.
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Besonders betroffen sind neben der Autoindustrie der Maschinenbau und die Bauwirtschaft.
China-Schwäche und Handelskonflikte
Die Ursachen liegen auf der Hand: Der chinesische Markt schwächelt. Mercedes verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Absatzrückgang von 27 Prozent. Hohe Energiekosten und US-Zölle belasten die Hersteller zusätzlich. Der europäische Markt zeigte im Mai zwar ein leichtes Plus von 3,6 Prozent. Doch geopolitische Spannungen trüben die globalen Absatzprognosen nachhaltig.
