Autoindustrie-Krise: VW baut 100.000 Stellen ab, BMW folgt mit 7.700
28.06.2026 - 23:30:37 | boerse-global.de
Während spezialisierte Positionen in der Finanzverwaltung stark nachgefragt werden, baut die Industrie massiv Stellen ab.
Buchhaltung: Stabile Nachfrage, gute Gehälter
Im Bereich der Buchhaltung suchen Unternehmen weiterhin händeringend Personal. Allein im Homeoffice-Bereich sind rund 120 Stellen ausgeschrieben. Das durchschnittliche Gehalt liegt bei etwa 58.787 Euro. Die Einsatzgebiete reichen von Berlin und Hamburg bis in ländliche Regionen wie Sundern oder Burgkunstadt.
Auch in Österreich ist der Bedarf messbar. Landesweit waren 232 Stellen für Buchhalter ausgeschrieben, das Durchschnittsgehalt beträgt rund 2.950 Euro pro Monat. Ein Drittel der Angebote entfällt auf Teilzeitmodelle.
Konkrete Beispiele: Die ABP Maschinenbau GmbH in Magdeburg suchte eine Fachkraft für Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung. In der Schweiz war eine Stelle für das Finanz- und Rechnungswesen mit Schwerpunkt Digitalisierung ausgeschrieben.
Autoindustrie: Tausende Jobs vor dem Aus
Ganz anders sieht es in der deutschen Automobilindustrie aus. Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW reagieren auf Absatzrückgänge in China und steigende Kosten mit drastischen Sparmaßnahmen.
Volkswagen-Chef Oliver Blume plant den Abbau von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen und die Schließung von vier Werken, darunter in Hannover und Neckarsulm. BMW will weltweit rund 7.700 Stellen streichen. Mercedes-Benz verzeichnete einen Gewinneinbruch von 57 Prozent auf 5,82 Milliarden Euro und fordert unbezahlte Mehrarbeit.
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Auch Porsche steht vor einem Stellenabbau im niedrigen vierstelligen Bereich. Die Cayenne-Produktion soll von Bratislava nach Leipzig verlagert werden – allerdings nur bei Lohnzugeständnissen der Belegschaft.
Mittelstand unter Druck: Insolvenzen und Schutzschirme
Die Krise erfasst zunehmend auch mittelständische Unternehmen. Die Baiersbronn Frischfaser Karton GmbH meldete Insolvenz an, 220 Arbeitsplätze sind gefährdet. Grund: hohe Energiekosten und massiver Auftragsmangel.
Der Polstermöbelhersteller Himolla suchte Rettung in einem Schutzschirmverfahren. Der Standort Taufkirchen mit 830 Mitarbeitern soll erhalten bleiben, vorerst sind keine Kündigungen geplant. Die Löhne sind über das Insolvenzgeld gesichert.
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Ausbildung: Lichtblick für den Nachwuchs
Trotz der angespannten Lage investieren einige Unternehmen weiter in den Nachwuchs. In Ludwigshafen schlossen zwölf Bankkaufleute ihre Ausbildung bei der Sparkasse Vorderpfalz ab – alle erhielten Übernahmeverträge.
Das Office-Management bleibt mit 95 aktiven Stellenanzeigen stabil. Gefragt sind Kompetenzen in Prozesssteuerung, Stammdatenpflege und Warenwirtschaft. Die Digitalisierung wird hier zunehmend zur Grundvoraussetzung.
