BAG-Urteil, Elternzeit-Schutz

BAG-Urteil: Elternzeit-Schutz gilt für jeden Abschnitt

19.06.2026 - 15:22:06 | boerse-global.de

Das BAG verschärft den Kündigungsschutz für Elternzeit-Abschnitte. Auch Start-ups und Manager müssen bei Trennungen neue Regeln beachten.

BAG-Urteil: Neue Hürden bei Kündigungen in Elternzeit
BAG-Urteil - Nahaufnahme eines Vertragsdokuments mit einem Stift, der auf einer Klausel ruht, in einem modernen Büro. Fokus auf rechtliche Details. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ob im Profisport, bei Start-ups oder im Arbeitsrecht – die Anforderungen an rechtssichere Trennungen steigen.

BAG präzisiert Elternzeit-Schutz

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat die Regeln für Kündigungen während der Elternzeit verschärft. Der Schutz gilt demnach für jeden einzelnen Abschnitt einer aufgeteilten Elternzeit – selbst wenn alle Zeiträume in einem Antrag gebündelt wurden. Ohne Zustimmung der Landesbehörde ist jede Kündigung unwirksam. Das Urteil fiel am 18. Juni 2026.

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Schon Anfang April hatte das BAG klargestellt: Formfehler bei Massenentlassungen machen Kündigungen unwirksam. Wer seine Rechte wahren will, muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang Klage einreichen.

Das Landesarbeitsgericht Bremen stärkte zudem den Personalrat. Eine Kündigung ohne dessen Zustimmung ist unwirksam – auch während der sechsmonatigen Wartezeit des Kündigungsschutzgesetzes.

Start-ups: Hinauskündigungsklauseln erlaubt

Das Kammergericht Berlin hat Vesting-Regelungen mit Hinauskündigungsklauseln gebilligt. Im konkreten Fall ging es um eine Investitionssumme von über 1,3 Millionen Euro.

Das Gericht hielt den Anteilsverlust bei einer ordentlichen Kündigung im ersten Jahr eines dreijährigen Vesting-Zeitraums für rechtmäßig. Voraussetzung: Die Klausel muss einen sachlichen Grund haben – etwa die langfristige Bindung der Gründer.

Führungskräfte: Abfindung oder Übergangsvergütung?

Manager setzen zunehmend auf mehrstufige Übergangsvergütungen statt Einmalzahlungen. Der Grund: Abfindungen sind oft steuerlich nachteilig und gefährden Anwartschaften in der betrieblichen Altersvorsorge.

Eine clevere Kombination aus Gehaltsfortzahlung und Wettbewerbsentschädigung kann den Gesamtwert des Ausscheidens deutlich steigern. Entscheidend bleibt der sogenannte „Good-Leaver-Status“ – er bestimmt, ob Aktienoptionen erhalten bleiben oder verfallen.

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Kündigungsatlas 2026: Freitag ist Kündigungstag

Der aktuelle Kündigungsatlas basiert auf über 3.000 Fällen. Die Zahlen zeigen klare Muster:

  • Freitag ist mit 20 Prozent der häufigste Kündigungstag
  • 31- bis 40-Jährige sind am stärksten betroffen
  • Kündigungen erfolgen meist nach zwei bis fünf Jahren Betriebszugehörigkeit

Bei rund drei Millionen Arbeitslosen im Mai 2026 bleibt die rechtssichere Abwicklung von Trennungen ein zentrales Thema.

Profisport: Millionen-Klauseln als Sicherheit

Im Sport sichern Ausstiegsklauseln die Vereine finanziell ab. Aktuelle Beispiele zeigen die Dimensionen:

Borussia Dortmund: Nico Schlotterbecks Klausel liegt bei 50 bis 60 Millionen Euro – aktiv seit Frühjahr 2026.

1. FC Köln: Jakub Kaminski ist mit über 20 Millionen Euro bewertet, die Klausel läuft bis Mitte Juli 2026.

Rot-Weiss Essen: Der Drittligist setzt bei Vertragsverlängerungen auf Klauseln im unteren sechsstelligen Bereich.

Dass Klauseln nicht immer den finalen Preis bestimmen, zeigt der Wechsel von Fabian Reese. Hertha BSC und der VfL Wolfsburg einigten sich auf acht Millionen Euro – zwei Millionen unter der vertraglich fixierten Klausel.

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