Bahnstrecke, Hannover–Hamburg

Bahnstrecke Hannover–Hamburg: Bundestag stimmt für 109 Kilometer Neubau

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 15:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die geplante 109-Kilometer-Verbindung soll Fern- und Regionalfahrten verkürzen; die Fertigstellung könnte erst um 2050 erfolgen.

Bundestag stimmt für neue Bahntrasse zwischen Hannover und Hamburg
Eine weite, ländliche Heidelandschaft in Norddeutschland mit einem geraden, unbefestigten Weg, der zum Horizont führt. Illustration mit AI erstellt.

Der Deutsche Bundestag hat am späten Donnerstagabend für den Neubau einer zusätzlichen Bahntrasse zwischen Hannover und Hamburg gestimmt. Das Plenum folgte damit einer entsprechenden Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses und forderte die Bundesregierung auf, die sogenannte Vorzugsvariante umzusetzen.

Bei der Abstimmung am 8. Oktober 2026 votierten 414 Abgeordnete für das Projekt, während 134 Parlamentarier dagegen stimmten. Die AfD lehnte das Vorhaben ab und forderte stattdessen einen Autobahnring um Hamburg.

Mit dem Parlamentsbeschluss erhält die Deutsche Bahn den Auftrag zur Planung einer neuen, zweigleisigen und direkten Verbindung durch Niedersachsen. Die Neubaustrecke soll auf einer Länge von 109 Kilometern parallel zur Autobahn A7 sowie zur Bundesstraße B3 verlaufen.

Die Trassenführung ist von Meckelfeld südlich von Hamburg über Soltau im Heidekreis und Bergen im Landkreis Celle bis nach Großburgwedel in der Region Hannover beziehungsweise nach Hannover-Vinnhorst vorgesehen. Diese Streckenführung ist rund 44 Kilometer kürzer als die bisherige Gleisführung.

Kürzere Fahrzeiten und Milliardeninvestitionen

Die für Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde ausgelegte Neubaustrecke soll die Reisezeiten im Fernverkehr deutlich reduzieren. Nach Angaben der Deutschen Bahn verkürzt sich die Fahrzeit von ICE-Zügen zwischen Hamburg und Hannover von derzeit 79 auf 59 Minuten, was einer Zeitersparnis von 18 Minuten entspricht.

Auch regionale Verbindungen profitieren demnach erheblich: Zwischen Soltau und Hamburg soll die Fahrzeit von 84 auf 30 Minuten sinken, auf der Relation von Soltau nach Hannover von 69 auf etwa 40 Minuten und von Bergen nach Hannover auf 30 Minuten. Der Fahrgastverband Pro Bahn stellt eine Reisezeit von 63 Minuten zwischen beiden Metropolen in Aussicht.

Die Kosten für das Neubauprojekt werden aktuell auf 14 Milliarden Euro geschätzt. Die Achse zwischen Hannover und Hamburg gilt als eine der zentralen und am stärksten belasteten Verbindungen im deutschen Schienennetz.

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Der Bundestag hat den Neubau der 109 Kilometer langen Trasse zwischen Hannover und Hamburg beschlossen — die Detailplanung und das Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung stehen jedoch noch aus, und mit Klagen wird gerechnet. Wer entlang der geplanten Strecke investiert ist, braucht eine nüchterne Einordnung der Wertentwicklung statt Schlagzeilen. Kostenlose Standort-Analyse anfordern

Nach Erhebungen des Fahrgastverbands Pro Bahn war die Bestandsstrecke über Lüneburg und Uelzen im Jahr 2023 mit 147 Prozent der betrieblich zulässigen Werte ausgelastet, wobei auf manchen Abschnitten zeitweise fast doppelt so viele Züge fuhren wie eigentlich vorgesehen.

Ertüchtigung der Bestandsstrecke und langer Planungszeitraum

Bereits vor der Inbetriebnahme des Neubaus sind Maßnahmen an der existierenden Verbindung geplant. Der Bund stellt rund 250 Millionen Euro bereit, um die Bestandsstrecke kurz- und mittelfristig zu ertüchtigen. Im Jahr 2029 soll dort eine Generalsanierung stattfinden; weitere Ertüchtigungsmaßnahmen sind bis 2034 vorgesehen.

Ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen ist vorerst allerdings nicht eingeplant. Für den Neubau stellt der Bund zudem bis zu 100 Millionen Euro für ergänzenden Lärmschutz zur Verfügung. Zudem soll die Trasse in größerem Abstand zur KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen verlaufen, um diese besonders zu schützen.

In der politischen Debatte betonte der CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth, dass ein reiner Ausbau der Bestandsstrecke für das künftige Verkehrsaufkommen nicht ausreiche. Die SPD-Abgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk verwies auf die bereits zugesagten 250 Millionen Euro für die Bestandsinfrastruktur.

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Für Eigentümer und Anwohner entlang der geplanten Trasse stellt sich vor allem die Frage nach Lärmschutz und möglichen Entschädigungen — der Bund stellt bis zu 100 Millionen Euro für ergänzenden Lärmschutz bereit, die Trasse soll zudem in größerem Abstand zur Gedenkstätte Bergen-Belsen verlaufen. Unser Leitfaden ordnet die offenen Punkte sachlich ein. Lärmschutz- und Entschädigungs-Fahrplan jetzt sichern

In Niedersachsen regt sich seit Jahrzehnten Widerstand gegen das Neubauprojekt; Ministerpräsident Olaf Lies favorisiert weiterhin einen reinen Ausbau der bestehenden Trasse.

Als nächste Schritte stehen nun die Detailplanung der Route sowie ein Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung an, wobei mit Klagen gerechnet wird. Bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme dürften noch Jahrzehnte vergehen: Der Verkehrsausschuss hält eine Fertigstellung möglicherweise erst 2050 für realistisch, und auch Fachleute rechnen mit einer Eröffnung erst um die Mitte des Jahrhunderts.

Mehr zum Thema bei NDR: „Bundestag beschließt Neubau der Bahnstrecke Hannover-Hamburg“

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