Bank of America zahlt 1,21 Milliarden Dollar wegen Geldwäsche
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 23:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bank of America muss Kontrollen nachbessern
- Die US-Regierung verhängte gegen die Bank of America Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar.
- Die Vorwürfe betreffen unter anderem nicht gemeldete chinesische Geldwäsche-Netzwerke.
- Externe Prüfer sollen verdächtige Transaktionen analysieren, darunter Geschäfte mit Bezug zu Iran und Russland.
Das US-Finanzministerium hat gegen die Bank of America Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze verhängt.
Milliarden bei verdächtigen Transaktionen
Nach Angaben des Ministeriums meldete die Großbank unter anderem chinesische Geldwäsche-Netzwerke nicht. Insgesamt gehe es um verdächtige Transaktionen im Umfang von mehr als fünf Milliarden Dollar.
Bei rund einem Fünftel dieser Vorgänge seien auch Anliegen der nationalen Sicherheit berührt gewesen. Die Vorwürfe beziehen sich damit nicht nur auf klassische Geldwäschekontrollen, sondern auch auf Risiken für die Durchsetzung von US-Sanktionen.
Vergleich wegen Iran- und Russland-Sanktionen
In der Gesamtsumme enthalten ist eine Zahlung von 11,6 Millionen Dollar aus einem Vergleich wegen Verletzungen von Sanktionen, unter anderem gegen Iran und Russland.
Ein Gerichtsdokument sieht außerdem vor, dass die Bank externe Prüfer zulässt. Diese sollen verdächtige Transaktionen untersuchen und die Aufarbeitung der beanstandeten Kontrollprobleme begleiten.
Quartalszahlen werden belastet
Die Bank erklärte in einer Stellungnahme, sie habe bereits Milliarden Dollar in Technologie zur Bekämpfung von Finanzkriminalität investiert. Zugleich arbeite sie daran, die von Regulierern beanstandeten Probleme zu beheben.
Die zweitgrößte US-Bank legt am Mittwoch ihre Zahlen für das vergangene Quartal vor. Die Strafzahlung wird das Ergebnis belasten. Bereits 2024 war das Geldinstitut aufgefordert worden, seine Geldwäschekontrollen zu verbessern; nach Darstellung des Finanzministeriums reichten die ergriffenen Maßnahmen zur Aufsicht nicht aus.
Kontrollen als Kernproblem
Der Fall zeigt, welche Risiken aus Schwächen bei der Überwachung großer Zahlungsströme entstehen. Banken müssen Transaktionen nicht nur technisch erfassen, sondern Verdachtsfälle bewerten, melden und bei Sanktionsbezug rechtzeitig stoppen. Besonders anspruchsvoll ist das bei internationalen Geschäftsbeziehungen, verschachtelten Firmenstrukturen und grenzüberschreitenden Geldflüssen.
Die Höhe der angekündigten Strafe verbindet mehrere Aufsichtsfelder: Geldwäscheprävention, Sanktionskontrolle und nationale Sicherheitsinteressen. Damit geht es nicht allein um eine mögliche finanzielle Belastung, sondern auch um die Frage, ob interne Kontrollsysteme Risiken früh genug erkennen und an zuständige Behörden weitergeben.
Belastung für die Quartalszahlen
Für Anleger rückt zunächst die Bilanz am Mittwoch in den Mittelpunkt. Die Strafzahlung kann das Quartalsergebnis unmittelbar belasten und zugleich zusätzliche Kosten für externe Prüfungen, technische Verbesserungen und organisatorische Nacharbeiten auslösen. Entscheidend wird sein, wie das Institut Umfang und Zeitplan der Korrekturen darstellt.
Die angeordnete Analyse verdächtiger Transaktionen durch externe Prüfer erhöht den Umsetzungsdruck. Für Kunden und Geschäftspartner bedeutet der Vorgang, dass Compliance-Prüfungen voraussichtlich strenger und zeitaufwendiger werden können. Für die Finanzaufsicht steht daneben die Frage im Raum, ob die bereits zuvor verlangten Verbesserungen nun dauerhaft greifen.
