Barmer, Notaufnahmen

Barmer warnt vor überlasteten Notaufnahmen

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 12:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Krankenkasse Barmer hält die vom Bundestag beschlossene Notfallreform nicht für ausreichend, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten.

Barmer-Chef Christoph Straub forderte in Berlin die Einführung einer verpflichtenden Telefonberatung. Das vor zwei Wochen verabschiedete Gesetz greife zu kurz, weil es eine vorherige Ersteinschätzung zwar vorsehe, aber nicht zwingend vorschreibe. "Ohne eine klare Vorgabe ist der Erfolg der Reform fraglich", sagte Straub bei der Vorstellung des Barmer-Krankenhausreports.

Behandlungs-Plus pro Klinik von 8,7 Prozent

Der Studie zufolge ist die Zahl der ambulanten Notfallbehandlungen im Krankenhaus zwischen 2015 und 2024 von etwa 12,3 Millionen auf rund 12,7 Millionen gestiegen. Weil im gleichen Zeitraum die Zahl der Kliniken sank, bedeutet das nach Barmer-Berechnungen pro Klinik im Durchschnitt einen Anstieg der Fallzahlen um 8,7 Prozent.

Die Zahl der Patienten, die nach der Behandlung in der Notaufnahme wieder nach Hause geschickt werden konnten, ist regional zudem sehr ungleich verteilt: So wurde die ambulante Notfallversorgung in Baden-Württemberg im Jahr 2024 fast doppelt so häufig in Anspruch genommen wie in Thüringen. Die Ergebnisse basieren den Angaben zufolge auf den Daten der rund 8,5 Millionen Barmer-Versicherten, die auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet wurden.

Sicherheitsrisiken durch Überlastung

"Nicht jeder vermeintliche Notfall ist tatsächlich einer", betonte Straub und warb deshalb für eine obligatorische Telefonberatung nach dänischem Vorbild. Die derzeitige Überlastung der Notaufnahmen sei ein "Sicherheitsrisiko" für jene Patienten, bei denen es sich wirklich um akute Notfälle handle.

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