BASF hebt Prognose 2026 auf bis zu 7,8 Milliarden Euro an
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 07:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBASF steigert Quartalsergebnis
- BASF erzielte im dritten Quartal ein operatives Ergebnis von 1,64 Milliarden Euro.
- Der Umsatz stieg um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro.
- Der freie Finanzmittelzufluss soll 2026 zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro liegen.
BASF hebt Ergebnisziel für 2026 erneut an
BASF erwartet nach einem überraschend starken dritten Quartal für 2026 nun ein bereinigtes Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hatte zuvor 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt und teilte die neue Prognose am Mittwoch überraschend mit.
Operatives Ergebnis übertrifft Erwartungen
Im dritten Quartal stieg das operative Ergebnis auf 1,64 Milliarden Euro nach 1,43 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Zuwachs kam vor allem aus dem Kerngeschäft.
Umsatz legt deutlich zu
Der Umsatz erhöhte sich wegen höherer Preise und Mengen um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn sank dagegen unter anderem wegen Restrukturierungskosten um knapp zehn Prozent auf 155 Millionen Euro.
Iran-Krieg verschiebt Nachfrage nach Europa
Die deutsche Chemiebranche profitiert laut BASF davon, dass der Iran-Krieg die stark von Energielieferungen abhängige Konkurrenz in Asien besonders trifft. Kunden verlagerten ihre Nachfrage zu europäischen Unternehmen, wodurch BASF teilweise höhere Preise durchsetzen konnte.
Umbau und Evonik im Fokus
Der freie Finanzmittelzufluss soll 2026 weiterhin 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro erreichen; im Vorjahr waren es rund 1,3 Milliarden Euro. BASF stemmt sich mit Konzernumbau, Sparprogrammen und Stellenabbau gegen die schwierige Lage der Chemieindustrie.
Zugleich will der Konzern den Spezialchemiehersteller Evonik aus Essen übernehmen und hat seine Offerte im Übernahmeringen aufgestockt.
Die BASF-Prognose fällt in eine Phase, in der die Chemieindustrie weltweit mit hohen Energiekosten, schwacher Nachfrage und geopolitischen Risiken kämpft. Der Konzernumbau soll die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Ludwigshafener Unternehmens stabilisieren.
Die aktuelle Entwicklung zeigt zugleich, dass sich Marktverwerfungen unterschiedlich auswirken können. Während energieabhängige Anbieter in Asien durch die Folgen des Iran-Kriegs belastet werden, verlagert sich ein Teil der Nachfrage zu europäischen Produzenten. BASF kann dadurch höhere Preise und größere Mengen durchsetzen.
Finanzkraft entscheidet über Evonik-Pläne
Für BASF gewinnt die operative Erholung auch mit Blick auf die geplante Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik an Bedeutung. Ein höheres Ergebnis und der erwartete freie Cashflow verbessern grundsätzlich den finanziellen Spielraum, ändern aber nichts daran, dass ein solcher Schritt in den laufenden Umbau und die Sparprogramme eingeordnet werden muss.
Für Beschäftigte, Kunden und Anleger bleibt deshalb entscheidend, ob die bessere Geschäftsentwicklung nachhaltig ist oder vor allem aus den aktuellen Verschiebungen im internationalen Wettbewerb entsteht. Die angehobene Prognose liefert dafür ein positives Signal, verweist aber zugleich auf die anhaltende Abhängigkeit der Branche von Energiepreisen und geopolitischen Entwicklungen.
Stern: „Chemie: BASF legt Zahlen vor - Neues zu Evonik-Plänen?“ (28.10.2026)
Der Artikel ordnet die Quartalszahlen vor allem als Test der Finanzkraft für die geplante Übernahme von Evonik ein. Damit setzt er einen anderen Schwerpunkt als die dpa-Meldung, die die angehobene Ergebnisprognose und die Auswirkungen des Iran-Kriegs hervorhebt.
