Tabaksteuer, British American Tobacco

BAT-Deutschlandchef warnt vor Steuerschock bei Tabaksteuer-PlÀnen

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 19:43 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Deutschlandchef von British American Tobacco warnt vor einem Tabak-Steuerschock durch die PlĂ€ne der Bundesregierung und sieht ein Konjunkturprogramm fĂŒr den Schwarzmarkt. In der Steuerdebatte wĂ€chst damit der Druck auf Finanzminister Lars Klingbeil.

Tabakunternehmen fĂŒrchtet Preisschock bei Tabaksteuer
Raucherwarnung auf Zigarettenschachtel (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Deutschlandchef von British American Tobacco (BAT), Blagoje Jovanovic, hat die von der Bundesregierung geplanten Erhöhungen der Tabaksteuer scharf kritisiert. Die derzeit diskutierten Schritte gingen aus Sicht des Konzerns zu weit und könnten einen Steuerschock auslösen.

BAT sieht Gefahr eines abrupten Preissprungs

Jovanovic betonte, sein Unternehmen habe grundsĂ€tzlich kein Problem mit der Tabaksteuer. Problematisch sei jedoch ein abrupter Anstieg, wenn die Preise zu deutlich erhöht wĂŒrden. Ein solcher Steuerschock wĂŒrde aus seiner Sicht das Kaufverhalten der Verbraucher stark verĂ€ndern.

Der Manager warnt, dass ein stark anziehendes Preisniveau den Anreiz erhöhe, Tabakprodukte im Ausland zu kaufen oder auf den Schwarzmarkt auszuweichen. Dort fehlten staatliche QualitÀtskontrollen, wÀhrend der Staat zugleich erhebliche Steuereinnahmen verlieren könnte.

Vorwurf der Fehlkalkulation an die Bundesregierung

Mit Blick auf Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte Jovanovic, dieser habe sich bei den PlÀnen zur Tabaksteuer massiv verkalkuliert. Die Rechnung der Bundesregierung gehe seiner EinschÀtzung nach nicht auf. Anstatt zusÀtzliche Einnahmen zu sichern, drohe der Staat sich durch zu hohe SteuersÀtze selbst zu schaden.

Nach Ansicht des BAT-Deutschlandchefs wĂ€re die aktuell diskutierte Ausgestaltung der Tabaksteuererhöhung das beste Konjunkturprogramm fĂŒr den Schwarzmarkt. Der Konflikt zwischen fiskalischen Zielen des Staates und den Interessen von Herstellern und Handel dĂŒrfte die weitere Ausgestaltung der PlĂ€ne maßgeblich prĂ€gen.

Die Kritik des BAT-Deutschlandchefs fĂ€llt in eine Phase, in der die Bundesregierung gleich mehrere fiskal- und gesundheitspolitische Projekte ĂŒber Verbrauchsteuern vorantreibt. Neben der Tabaksteuer ist insbesondere eine Abgabe auf stark gezuckerte GetrĂ€nke im GesprĂ€ch, die offiziell mit Gesundheitszielen, zugleich aber auch mit der angespannten Haushaltslage begrĂŒndet wird. Tabak gilt seit Jahren als klassisches Instrument, um durch Steuererhöhungen sowohl Einnahmen zu generieren als auch den Konsum zu senken.

Tabaksteuer zwischen Gesundheitszielen und Haushalt

Erhöhungen der Tabaksteuer werden traditionell damit begrĂŒndet, dass sie Rauchen unattraktiver machen und so langfristig Gesundheitskosten senken. Gleichzeitig gehören diese Einnahmen zu den stabileren Posten im Staatshaushalt. Wenn Unternehmen wie BAT nun vor einem „Steuerschock“ warnen, zielt das auf die Gefahr abrupt steigender Preise, die Kaufverhalten schlagartig verĂ€ndern können – etwa durch verstĂ€rkte Ausweichbewegungen in andere LĂ€nder, in den Onlinehandel oder in nicht regulierte Produkte.

Solche Verlagerungseffekte sind aus frĂŒheren Steuerdebatten bekannt: Wird ein Produkt innerhalb kurzer Zeit deutlich teurer, steigt erfahrungsgemĂ€ĂŸ der Anreiz, legale und illegale Ausweichwege zu suchen. Jovanovic knĂŒpft daran an, indem er die politischen Annahmen hinter den PlĂ€nen in Frage stellt und die Bundesregierung mit dem Verweis auf ein „Konjunkturprogramm fĂŒr den Schwarzmarkt“ unter Druck setzt. FĂŒr Verbraucherinnen und Verbraucher steht damit nicht nur die Frage im Raum, ob das Rauchen teurer wird, sondern auch, ob QualitĂ€ts- und Kontrollstandards unterlaufen werden könnten.

Politische Debatte ĂŒber Steuerpolitik im Alltag

Die Aussagen des BAT-Managers fĂŒgen sich in eine breitere Diskussion darĂŒber ein, wie stark der Staat Preise ĂŒber Steuern steuern soll – vom Tabak bis zu stark gezuckerten GetrĂ€nken. Die politische Leitung des Finanzressorts hat zuletzt betont, dass solche Maßnahmen neben Mehreinnahmen auch Lenkungswirkung entfalten und dem Gesundheitsschutz dienen sollen. Die Reaktionen aus Wirtschaft und VerbĂ€nden zeigen jedoch, dass jede neue Steuer oder Erhöhung genau abgewogen werden muss: zwischen fiskalischem Bedarf, sozialer VertrĂ€glichkeit, WettbewerbsfĂ€higkeit und der Gefahr, illegale MĂ€rkte zu stĂ€rken.

FĂŒr die Tabakbranche geht es dabei um erhebliche Umsatzvolumina, fĂŒr den Staat um MilliardenbetrĂ€ge und fĂŒr Konsumenten um spĂŒrbare PreisĂ€nderungen im Alltag. Wie die endgĂŒltige Ausgestaltung der Tabaksteuerreform am Ende aussieht, wird daher nicht nur eine finanzpolitische, sondern auch eine gesellschaftliche Entscheidung darĂŒber sein, wie weit staatliche SteuerungsansprĂŒche ĂŒber Preise reichen sollen.

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