Energie, Umweltschutz

Bauern fĂŒrchten Verlust von AgrarflĂ€chen durch Solaranlagen

23.06.2023 - 13:38:55 | dts-nachrichtenagentur.de

Bauernverband-PrÀsident Joachim Rukwied warnt vor dem Verlust von landwirtschaftlichen FlÀchen durch Photovoltaik-Anlagen.

Solarzellen - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur
Solarzellen - Foto: ?ber dts Nachrichtenagentur

"TĂ€glich verlieren wir ĂŒber 50 Hektar an FlĂ€che fĂŒr Straßen, GebĂ€ude und Gewerbebau: Wir befĂŒrchten, dass sich der FlĂ€chenverbrauch durch PV-Anlagen drastisch auf ĂŒber 70 Hektar, also auf etwa 100 Fußballfelder pro Tag erhöht", sagte er dem Magazin "Focus". "Dies ist schlichtweg nicht akzeptabel, wir brauchen diese FlĂ€chen zur Erzeugung von hochwertigen, heimischen Lebensmitteln", sagte er weiter.

Die Solarenergie soll nach den Zielen der Bundesregierung bis 2030 von etwa 70 auf 215 Gigawatt ausgebaut werden. Ab 2026 sollen jĂ€hrlich 22 Gigawatt zugebaut werden, die HĂ€lfte davon auf FreiflĂ€chen. Bevorzugt sollen bereits vorbelastete oder versiegelte FlĂ€chen genutzt werden, doch zeigen Investoren und Projektierer auch großes Interesse an AgrarflĂ€chen. "Die Begehrlichkeiten nach landwirtlichen FlĂ€chen haben deutlich zugenommen, was in der Tendenz zu steigenden Pacht- und Kaufpreisen fĂŒhrt", so Rukwied. "Die FlĂ€chenkonkurrenz nimmt zu. Es besteht die Gefahr, dass Landwirte PachtflĂ€chen und damit ihre Bewirtschaftungsgrundlage verlieren." Jens Spahn, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, kritisierte Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) fĂŒr die Entwicklung: "Solarmodule kann man nicht essen. Das wird auch Herr Habeck einsehen mĂŒssen." Solaranlagen oder Weizen dĂŒrfe nicht die Frage werden. Sonst verliere der Ausbau der erneuerbaren Energien rasch an Zustimmung. "Der Ampel fehlt eine Gesamtstrategie, die Bauministerin wird zur Baustopp-Ministerin, Landwirtschaft und Naturschutz werden gestutzt." Das folge aus der "Brechstangen-Politik" von Habeck. Der Ampel-Streit werde sich fortsetzen, die Akzeptanz der BĂŒrger weiter sinken, so Spahn.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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