Baugenehmigungen: 20.600 Wohnungen im August bewilligt
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 08:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMehrfamilienhÀuser tragen den Anstieg
- Von Januar bis August wurden Genehmigungen fĂŒr 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden GebĂ€uden erteilt.
- Die Behörden genehmigten 90.600 Neubauwohnungen in MehrfamilienhÀusern, 14,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
- Im vergangenen Jahr wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18 Prozent weniger als im Jahr davor.
Wohnungsbau erhÀlt neuen Schub durch mehr Genehmigungen
In Deutschland sind im August erneut deutlich mehr Wohnungen genehmigt worden als ein Jahr zuvor. Die Behörden bewilligten 20.600 Wohnungen, ein Plus von 6,8 Prozent oder 1.300 Genehmigungen.
AufwÀrtstrend setzt sich fort
Damit hÀlt die positive Entwicklung aus dem ersten Halbjahr an. Damals stiegen die Baugenehmigungen um gut 15 Prozent, so stark wie in einem ersten Halbjahr seit 2016 nicht mehr.
Von Januar bis August wurden Genehmigungen fĂŒr 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden GebĂ€uden erteilt. Das waren gut 12 Prozent oder 18.300 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum.
Mehr Wohnungen in gröĂeren GebĂ€uden
In neu zu errichtenden GebÀuden wurden 137.500 Wohnungen genehmigt, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei EinfamilienhÀusern stieg die Zahl der Genehmigungen um knapp acht Prozent.
Bei ZweifamilienhÀusern nahm die Zahl genehmigter Wohnungen um 21,7 Prozent zu. In MehrfamilienhÀusern bewilligten die Behörden 90.600 Neubauwohnungen, 14,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Hohe Kosten bremsen die Erholung
Die Entwicklung nÀhrt die Hoffnung auf eine bessere Auftragslage im Wohnungsbau. Höhere Energiepreise infolge des Iran-Kriegs und gestiegene Zinsen belasten Bauherren jedoch weiterhin.
In Deutschland fehlen geschÀtzt mehr als eine Million Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt, 18 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenige wie seit 2012 nicht mehr.
Bundesregierung setzt auf schnellere Verfahren
Die Bundesregierung will mit einem sogenannten Bau-Turbo schnellere Genehmigungen ermöglichen. Zudem stockte das Bundesbauministerium zuletzt die Förderung fĂŒr den Neubau energieeffizienter HĂ€user nach dem Standard EH 55 auf.
Die Genehmigungszahlen markieren eine Verbesserung auf der Planungsseite des Wohnungsbaus. Zwischen Januar und August wurden 169.400 Wohnungen bewilligt, darunter 137.500 Neubauwohnungen. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei MehrfamilienhĂ€usern aus, die fĂŒr die Versorgung mit vielen Wohnungen in StĂ€dten entscheidend sind.
Die Genehmigung ist jedoch noch keine fertige Wohnung. Zwischen Baurecht, Finanzierung, Baustart und Fertigstellung liegen oft lĂ€ngere ZeitrĂ€ume. Hohe Bau- und Finanzierungskosten können dazu fĂŒhren, dass Projekte trotz Genehmigung verzögert, verkleinert oder nicht umgesetzt werden.
Mehr Genehmigungen, aber weiter hoher Druck
FĂŒr Wohnungssuchende kommt die Entwicklung deshalb nicht unmittelbar an. Der Wohnraummangel bleibt bestehen, solange die Zahl der Fertigstellungen deutlich hinter dem Bedarf zurĂŒckbleibt. Zugleich können steigende Mieten den politischen Druck erhöhen, Genehmigungen zu beschleunigen und den Neubau stĂ€rker zu fördern.
Der Schwerpunkt auf MehrfamilienhĂ€usern ist fĂŒr BallungsrĂ€ume besonders relevant. Ob daraus tatsĂ€chlich mehr bezahlbare Wohnungen entstehen, hĂ€ngt neben dem Baurecht auch von GrundstĂŒckspreisen, Förderbedingungen, energetischen Vorgaben und der Nachfrage nach unterschiedlichen WohnungsgröĂen ab.
Entscheidend ist die Umsetzung
Der sogenannte Bau-Turbo soll Verfahren beschleunigen; zusĂ€tzlich wurde die Förderung fĂŒr energieeffiziente Neubauten ausgeweitet. FĂŒr Bauherren bleiben die Kalkulationen angesichts von Zinsen und Energiepreisen anspruchsvoll. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob der Anstieg bei den Genehmigungen in mehr Baustarts und Fertigstellungen ĂŒbergeht.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
BR24: âMieten ziehen wieder stĂ€rker an â Ministerin Hubig will handelnâ (15.10.2026)
Der Beitrag ordnet die steigenden Genehmigungen in die anhaltende Wohnungsnot und höhere Angebotsmieten ein. Er hebt zudem politische Vorhaben zum Mieterschutz und Forderungen nach verlÀsslichen Förderbedingungen hervor.
Gemeinsam ist der Meldung die EinschÀtzung, dass zusÀtzliche Genehmigungen den Wohnungsmarkt entlasten könnten. Der Beitrag setzt den Schwerpunkt jedoch stÀrker auf Mietpreise und politische Regulierung; offen bleibt, wie viele der genehmigten Projekte tatsÀchlich fertiggestellt und bezahlbar werden.
