Bauhauptgewerbe erhÀlt im August 23 Prozent mehr AuftrÀge
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 10:01 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBeschÀftigung und Umsatz im August
- Der preisbereinigte Umsatz des Bauhauptgewerbes erreichte im August 10,9 Milliarden Euro.
- GegenĂŒber dem Vorjahresmonat stieg der Umsatz nominal um 10,1 Prozent und preisbereinigt um 4,9 Prozent.
- Die Zahl der BeschÀftigten wuchs binnen Jahresfrist um 1,5 Prozent auf 548.000 Personen.
GroĂauftrĂ€ge treiben BauauftrĂ€ge im August
Mehrere GroĂauftrĂ€ge haben im August die AuftragsbĂŒcher der Bauunternehmen gefĂŒllt. Die Bestellungen im Bauhauptgewerbe lagen bereinigt um Preis-, Kalender- und Saisoneffekte 23,0 Prozent ĂŒber dem Juliwert.
Rekordanstieg seit Beginn der Statistik
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde damit der stĂ€rkste Anstieg gegenĂŒber einem Vormonat seit EinfĂŒhrung der Statistik im Jahr 1991 erreicht. Der Tiefbau verzeichnete ein Plus von 31,6 Prozent, der Hochbau von 12,4 Prozent.
Auch der Dreimonatsvergleich fÀllt positiv aus
Von Juni bis August lagen die AuftragseingĂ€nge im gesamten Bauhauptgewerbe 7,6 Prozent ĂŒber den vorangegangenen drei Monaten. Im Tiefbau betrug der Zuwachs 13,8 Prozent, im Hochbau 0,6 Prozent.
Umsatz und BeschÀftigung steigen
Der preisbereinigte Umsatz des Gewerbes erreichte im August 10,9 Milliarden Euro. GegenĂŒber dem Vorjahresmonat entsprach das einem nominalen Plus von 10,1 Prozent und einem preisbereinigten Wachstum von 4,9 Prozent.
Die Zahl der BeschĂ€ftigten stieg binnen Jahresfrist um 1,5 Prozent auf 548.000. Der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Bauindustrieverbands, Tim-Oliver MĂŒller, erklĂ€rte: âWir sehen endlich Licht am Horizontâ.
Mittelstand sorgt sich um öffentliche GroĂauftrĂ€ge
MĂŒller wies BefĂŒrchtungen vor ĂŒberdurchschnittlich steigenden Preisen wegen der höheren Nachfrage, insbesondere durch Mittel aus dem Sondervermögen, zurĂŒck. Die Branche habe bereits vor dem Aufschwung Personal aufgebaut und arbeite an einer höheren ProduktivitĂ€t.
Beim seriellen Bauen mĂŒssten jedoch noch zentrale HĂŒrden abgebaut werden. Kleinere Bauunternehmen befĂŒrchten zudem, bei öffentlichen GroĂauftrĂ€gen wegen sehr groĂer Vergabelose nicht zum Zug zu kommen.
Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Baugewerbes, sagte, der Mittelstand habe noch KapazitĂ€ten. Im Hochbau seien die GerĂ€te nur zu 45 Prozent ausgelastet.
Der Rekordanstieg beim Auftragseingang markiert vor allem einen starken Monat und keine gleichmĂ€Ăige Erholung aller Bausparten. Mehrere GroĂauftrĂ€ge können die Monatsstatistik deutlich bewegen; aussagekrĂ€ftiger ist deshalb der Dreimonatsvergleich, der ebenfalls ein Plus von 7,6 Prozent ausweist.
Die stÀrkere Entwicklung im Tiefbau verweist auf eine Nachfrage, die besonders bei Infrastruktur- und öffentlichen Bauvorhaben ansetzt. Der Hochbau bleibt dagegen deutlich schwÀcher: Der Zuwachs im Dreimonatsvergleich betrug dort nur 0,6 Prozent, wÀhrend der Tiefbau um 13,8 Prozent zulegte.
GroĂprojekte treffen auf KapazitĂ€tsfragen
FĂŒr die Branche entsteht damit ein Spannungsfeld. Einerseits steigen Umsatz und BeschĂ€ftigung, andererseits sind kleinere Unternehmen nach Angaben ihrer VerbĂ€nde bei groĂen öffentlichen Ausschreibungen benachteiligt, wenn AuftrĂ€ge in wenigen groĂen Losen vergeben werden. Das kann den statistisch sichtbaren Aufschwung bei vielen Betrieben weniger stark ankommen lassen.
FĂŒr Auftraggeber und Unternehmen wird entscheidend sein, ob die zusĂ€tzlichen Bauvorhaben dauerhaft in die Projektpipeline gelangen und ob genĂŒgend Personal, GerĂ€te und PlanungskapazitĂ€ten vorhanden sind. Die BeschĂ€ftigtenzahl von 548.000 und der BeschĂ€ftigungszuwachs von 1,5 Prozent zeigen, dass die Branche bereits auf höhere Nachfrage reagiert; die genannte Auslastung im Hochbau deutet zugleich auf weiterhin ungenutzte KapazitĂ€ten in diesem Teilbereich hin.
Infrastruktur bleibt der zentrale Treiber
Die weitere Entwicklung dĂŒrfte deshalb stark davon abhĂ€ngen, wie schnell öffentliche Mittel in konkrete, mittelstandsfreundlich ausgeschriebene Projekte umgesetzt werden. Ein einzelner Rekordmonat verbessert die Perspektive, ersetzt aber keine kontinuierliche Auftragslage ĂŒber mehrere Quartale.
n-tv: âRekordplus bei neuen AuftrĂ€gen fĂŒr Bauindustrieâ (23.10.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt den Anstieg des Auftragseingangs um 23,0 Prozent im August und hebt wie die Meldung den Rekord seit Beginn der Zeitreihe 1991 hervor. Einen eigenen Schwerpunkt setzt er auf die Einordnung, dass mehrere GroĂauftrĂ€ge den starken Monatswert ausgelöst hĂ€tten; weitere Branchenprobleme behandelt der kurze Bericht nicht.
