Baustellen-Sicherheit: Cyber Resilience Act ab Dezember 2027 verpflichtend
16.06.2026 - 05:09:12 | boerse-global.de
Neue cloudbasierte Überwachungslösungen, IoT-vernetzte Brandschutzsysteme und KI-gestützte Kameras erhöhen die Sicherheit. Gleichzeitig rücken Cyber-Resilienz und Datensouveränität stärker in den Fokus.
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Brandschutz wird zur Datenplattform
Siemens stellte Mitte Juni mit Sinteso Nova ein neues Detektorportfolio vor. Es wandelt Brandschutz von einer rein reaktiven Alarmierung in eine datengesteuerte Sicherheitsplattform. Die Systeme nutzen IoT-Konnektivität für Fernüberwachung und vorauschauende Wartung. Bestehende Infrastrukturen lassen sich per Plug-and-Play für die Cloud-Anbindung nachrüsten.
Parallel dazu präsentierte Axis Communications die bispektrale Überwachungskamera AXIS Q2802-E. Sie kombiniert Wärmebild- mit optischen 4K-Sensoren für den Perimeterschutz. Die KI-Analyse der Bilddaten läuft direkt auf dem Gerät. Das System hält laut Hersteller Windgeschwindigkeiten von bis zu 216 km/h stand. Sicherheitsfunktionen wie Edge Vault schützen vor Cyberangriffen.
Wenn der Bau zum Phishing-Ziel wird
Die zunehmende Vernetzung bringt neue Risiken. Im Juni wurde eine gezielte Phishing-Kampagne bekannt, die den Namen des Baukonzerns PORR missbraucht. Gefälschte Ausschreibungen locken Handwerksbetriebe und Zulieferer auf betrügerische Seiten. Dort sollen sie ihre Microsoft 365-Zugangsdaten preisgeben. Experten empfehlen DNS-Filter als Schutzmaßnahme.
Großunternehmen setzen daher verstärkt auf eigene Cloud-Infrastrukturen. Volkswagen beauftragte Mitte Juni T-Systems mit dem Aufbau einer Group Private Cloud. Ziel ist mehr Unabhängigkeit und Kontrolle über die Datenverarbeitung innerhalb Europas.
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Die Deutsche Telekom startete zudem in Zusammenarbeit mit Palo Alto Networks den Cyber Defence Managed Service „Sovereign Cortex“. Er erfüllt regulatorische Anforderungen wie DORA, NIS-2 und die DSGVO. Die Telekom übernimmt dabei die Verwaltung der Verschlüsselungsschlüssel.
Auch IoT-Hardware-Anbieter bereiten sich vor. IoTmaxx rüstet seine Gateways bereits für den EU Cyber Resilience Act. Die Verordnung wird ab Dezember 2027 verbindlich. Die Geräte nutzen verschlüsselte Kommunikation und zertifikatsbasierte Authentifizierung.
Ortung auf den Zentimeter genau
Für risikobehaftete Umgebungen wie Bergbau oder Petrochemie gibt es neue Standortlösungen. Litum präsentierte Mitte Juni eine ATEX-zertifizierte Produktfamilie. Die Ortungsgenauigkeit liegt im Submeterbereich. Die Systeme basieren auf Ultra-Wideband (UWB) und Bluetooth Low Energy (BLE) – zugelassen für explosionsgefährdete Zonen.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Forschungsprojekt NIKE MATE. Beteiligt sind unter anderem die TU Graz und das österreichische Bundesministerium für Landesverteidigung. Entwickelt wird ein UWB-Netzwerk für die Navigation in Umgebungen ohne GPS-Signal. Autonome Roboter erstellen 3D-Karten, während KI die exakte Positionierung sicherstellt.
Auch bei schweren Baumaschinen geht es voran. Die australische Everwilling Group übernahm Mitte Juni den ersten Liebherr-Mobilkran des Typs LTM 1400-6.1. Mit einer Tragkraft von 450 Tonnen und einem 70 Meter langen Teleskopausleger ist er für großflächige Infrastrukturprojekte konzipiert.
Auf der Fachmesse Eurosatory wurden zudem neue Schutzsysteme für gepanzerte Fahrzeuge vorgestellt. Das ODAEON-System von KNDS und Hensoldt detektiert feindliche Optiken und Drohnen in Echtzeit.
