Befristete, VertrÀge

Befristete VertrÀge: 18,3% der Berufseinsteiger betroffen

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz sinkender Gesamtzahlen: Jeder sechste junge ErwerbstÀtige hat einen befristeten Vertrag. Die Bundesregierung plant eine VerlÀngerung der sachgrundlosen Befristung, was Gewerkschaften kritisieren.

Junge BeschĂ€ftigte: Befristungsquote trotz RĂŒckgangs weiterhin hoch
Ein junger Berufseinsteiger in einem modernen BĂŒroflur, der nachdenklich in den Raum blickt. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Neue Daten des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen eine erhebliche Diskrepanz bei den BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnissen in Deutschland. WĂ€hrend der allgemeine Anteil befristeter ArbeitsvertrĂ€ge rĂŒcklĂ€ufig ist, sind junge ErwerbstĂ€tige am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn ĂŒberproportional hĂ€ufig betroffen. Dem Mikrozensus 2025 zufolge arbeiteten im vergangenen Jahr 18,3 Prozent der 15- bis 25-jĂ€hrigen Erwerbspersonen in einem befristeten VerhĂ€ltnis. Dieser Wert liegt mehr als dreimal so hoch wie der Durchschnitt ĂŒber alle Altersgruppen hinweg.

Kontrast zum allgemeinen Trend am Arbeitsmarkt

Insgesamt befanden sich im Erhebungszeitraum 2,2 Millionen BeschĂ€ftigte in Deutschland in einer befristeten Anstellung, was einer Quote von 6 Prozent entspricht. Diese Entwicklung markiert einen leichten RĂŒckgang im Vergleich zu frĂŒheren Jahren; so lag der Anteil im Jahr 2015 noch bei 7 Prozent. Auch bei den atypischen BeschĂ€ftigungsformen insgesamt zeigt sich eine abnehmende Tendenz. Im Jahr 2025 waren 6,4 Millionen Menschen in solchen VerhĂ€ltnissen tĂ€tig, was einem Anteil von 17,2 Prozent der KernerwerbstĂ€tigen entsprach. Im Jahr 2015 hatte dieser Wert noch 20,8 Prozent betragen.

Trotz der sinkenden Gesamtzahlen bleibt die QualitĂ€t der Befristungen ein kritischer Faktor. Die statistischen Auswertungen zeigen, dass lediglich 2,7 Prozent der befristet BeschĂ€ftigten diese Form der Anstellung freiwillig gewĂ€hlt hatten. Zudem war die Dauer der VertrĂ€ge in vielen FĂ€llen kurzfristig angelegt: Bei ĂŒber der HĂ€lfte der betroffenen Personen lief die Befristung weniger als ein Jahr.

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Branchenspezifische Unterschiede und Qualifikationsstufen

Die Wahrscheinlichkeit einer Befristung hÀngt laut den Daten des Statistischen Bundesamtes stark von der jeweiligen Branche und dem Qualifikationsniveau ab. Besonders hoch ist der Anteil im Bildungsbereich, in dem 11,2 Prozent der VertrÀge zeitlich begrenzt sind. Im Gastgewerbe liegt die Quote bei 8,8 Prozent.

Ein differenziertes Bild ergibt sich zudem mit Blick auf die berufliche Ausbildung. Personen ohne Berufsabschluss weisen mit 11,6 Prozent die höchste Befristungsquote auf. Interessanterweise folgen darauf Hochqualifizierte mit einem Anteil von 6,4 Prozent. Die stabilsten VerhÀltnisse finden sich bei ErwerbstÀtigen mit einer mittleren Qualifikation, bei denen der Anteil befristeter VertrÀge lediglich 4 Prozent betrÀgt.

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Politische PlÀne und Kritik der Gewerkschaften

Flankiert werden diese statistischen Befunde von aktuellen politischen Vorhaben. Die Bundesregierung plant derzeit eine Anpassung des Arbeitsrechts bezĂŒglich der sachgrundlosen Befristung. Diese soll nach den vorliegenden EntwĂŒrfen von aktuell maximal zwei Jahren auf vier Jahre verdoppelt werden können.

Gegen diese PlĂ€ne regt sich deutlicher Widerstand vonseiten der Arbeitnehmervertreter. DGB-Vize Stefan Körzell kritisierte die geplante Ausweitung der sachgrundlosen Befristung auf bis zu 48 Monate. Eine solche VerlĂ€ngerung der Unsicherheit fĂŒr BeschĂ€ftigte stehe im Widerspruch zu den Bestrebungen nach stabilen Lebens- und ArbeitsverhĂ€ltnissen, insbesondere fĂŒr jĂŒngere Arbeitnehmer.

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