BEG-Reform, TilgungszuschĂŒsse

BEG-Reform: TilgungszuschĂŒsse sinken um 10 Prozentpunkte ab Juli

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundestag beschließt verschĂ€rfte BEG-Förderung: TilgungszuschĂŒsse sinken, Zinsen fallen. Neue Boni fĂŒr serielles Sanieren und EU-Produkte.

BEG-Reform 2026: Neue Förderregeln fĂŒr Heizungstausch und Sanierung
Modernes, energieeffizientes WohngebĂ€ude mit Solaranlage bei Sonnenuntergang als Symbol fĂŒr GebĂ€udeförderung. Illustration mit AI erstellt.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 5. August den neuen Eckpunkten der Bundesförderung fĂŒr effiziente GebĂ€ude (BEG) zugestimmt. Seit dem 21. Juli gelten die verschĂ€rften Bedingungen bereits. Die Reform senkt TilgungszuschĂŒsse, koppelt Förderungen an strengere Effizienzstandards und fĂŒhrt neue Boni ein – etwa fĂŒr serielles Sanieren und den Einsatz europĂ€ischer Produkte.

Weniger Zuschuss, dafĂŒr gĂŒnstigere Zinsen

Die wichtigste Änderung: Wer förderfĂ€hig sein will, muss kĂŒnftig die sogenannte EE-Klasse erreichen – also mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien bei der Heizung nachweisen. Der bisherige separate EE-Bonus entfĂ€llt dafĂŒr. Die TilgungszuschĂŒsse sinken pauschal um zehn Prozentpunkte. FĂŒr die Effizienzhaus-Standards EH 85 EE und EH 70 EE gibt es gar keinen Zuschuss mehr. Bauherren erhalten fĂŒr ein EH 55 EE noch fĂŒnf Prozent, fĂŒr ein EH 40 EE zehn Prozent.

Das klingt nach weniger – doch die KfW senkt im Gegenzug die Zinsen fĂŒr entsprechende Kredite um 0,5 bis 0,9 Prozentpunkte. Der Bonus fĂŒr den „Worst Performing Building“-Standard (WPB) bleibt mit zehn Prozent bestehen. Neu ist ein Zuschlag von fĂŒnf Prozent fĂŒr serielles Sanieren, allerdings nur beim Standard EH 70 EE. Der maximale Förderhöchstbetrag liegt bei 150.000 Euro pro Wohneinheit. Bei Einzelmaßnahmen sind 30.000 Euro förderfĂ€hig – mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sogar 60.000 Euro.

Heizungstausch: Boni fĂŒrs Einkommen und Tempo

Anzeige

Wer sich mit energetischen Sanierungen befasst, sollte auch die laufenden Kosten im Blick behalten. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklÀrt Vermietern in nur 5 Minuten, wie sie eine rechtssichere Betriebskostenabrechnung erstellen und keine zulÀssigen Umlagen vergessen. Betriebskosten 2026: Jetzt Gratis-Report sichern

Bei der Heizungsmodernisierung gibt es eine Grundförderung von 30 Prozent, gedeckelt auf 28.000 Euro förderfĂ€hige Kosten fĂŒr die erste Wohneinheit. Ab dem 1. Februar 2027 sinkt dieser Höchstbetrag halbjĂ€hrlich um jeweils 750 Euro. Ein dreistufiger Einkommensbonus soll Haushalte mit geringeren BezĂŒgen entlasten: Bis 30.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen gibt es 40 Prozent obendrauf, zwischen 30.000 und 40.000 Euro sind es 30 Prozent, bis 50.000 Euro noch zehn Prozent. DarĂŒber entfĂ€llt der Bonus. Pro Kind wird ein Freibetrag von 10.000 Euro gewĂ€hrt.

ZusĂ€tzlich lockt ein Klimageschwindigkeitsbonus von zunĂ€chst 16 Prozent – der ab Februar 2027 um vier Prozentpunkte sinkt. Ab dem ersten Quartal 2027 kommt ein Wertschöpfungsbonus von 15 Prozent fĂŒr Produkte aus der EU hinzu. FĂŒr außereuropĂ€ische Technik gibt es dann einen entsprechenden Abzug.

Mehr Geld fĂŒr Familien und neue Umnutzungsförderung

Parallel hat die KfW zum 3. August die Konditionen weiterer Programme verbessert. Bei „Jung kauft Alt“ steigen die KreditbetrĂ€ge fĂŒr Familien: mit einem Kind auf bis zu 140.000 Euro, mit zwei Kindern auf 160.000 Euro, ab drei Kindern auf 180.000 Euro. Die EH-55-Förderung fĂŒr Neubauten wurde bis zum 31. Dezember 2026 verlĂ€ngert – Kredite bis 100.000 Euro pro Wohneinheit bei rund einem Prozent Zins.

Ganz neu ist das Programm „Gewerbe zu Wohnen“. Es fördert die Umnutzung von Gewerbeimmobilien zu Wohnraum mit ZuschĂŒssen von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit – das entspricht 30 Prozent der maximal förderfĂ€higen Kosten von 100.000 Euro. Voraussetzung: eine energetische Sanierung auf EH 85 EE. DafĂŒr stellt der Bund in diesem Jahr 300 Millionen Euro bereit.

Anzeige

Neben staatlichen Förderungen ist die korrekte Abrechnung von Heizung und Grundsteuer ein wesentlicher Faktor fĂŒr die RentabilitĂ€t von Immobilien. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Leitfaden, wie Sie typische Fehler bei der Betriebskostenabrechnung vermeiden und rechtlich auf der sicheren Seite bleiben. Kostenlosen Betriebskosten-Report herunterladen

VerbĂ€nde kritisieren drastische Einbußen

Die Reform sorgt fĂŒr Unmut. Der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) warnen vor den Folgen der KĂŒrzungen. Ihre Berechnungen zeigen: Bei einem typischen Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten sinken die förderfĂ€higen Kosten von bisher 360.000 Euro auf rund 153.000 Euro – ein RĂŒckgang von ĂŒber 57 Prozent.

Auch die ReprĂ€sentanz Transparente GebĂ€ude (RTG) schlĂ€gt Alarm. Ein Sprecher bezeichnete die neuen Bedingungen als marktverzerrend fĂŒr die Fensterbaubranche. Der neue Sanierungsbonus von fĂŒnf Prozent fĂŒr energetisch schlechte GebĂ€ude schließe reine Fenstersanierungen aus – ein erheblicher Nachteil fĂŒr spezialisierte Betriebe.

Flankiert werden die Änderungen vom neuen GebĂ€udemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli in Kraft ist. Es verlangt zwar ab 2030 NullemissionsgebĂ€ude im Neubau, lockert aber die starre 65-Prozent-Pflicht fĂŒr erneuerbare Energien im Gesetzestext. In den Förderrichtlinien bleibt die Quote dagegen als Bedingung fĂŒr ZuschĂŒsse bestehen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69925465 |