Spannungen bei Migranten-Verlegung in Ceuta
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 10:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Menschen wurden morgens von der Polizei zu FuĂ ĂŒber eine Strecke von rund zwei Kilometern zum Hafen begleitet, wie der staatliche TV-Sender RTVE und andere spanische Medien berichteten.
Die Verlegung begann vor Tagesanbruch. Die SicherheitskrĂ€fte begleiteten eine groĂe Menschenmenge von den provisorischen Lagern an den StrĂ€nden von TrampolĂn und BenĂtez zum Hafen. Dort bietet das neue Aufnahmezentrum Platz fĂŒr rund 1.800 Menschen. In den provisorischen Strand-Lagern hielten sich jedoch nach SchĂ€tzungen zuletzt zwischen 3.000 und 4.000 Migranten auf.
Teile der Gruppe begannen nach Medienberichten bei der Verlegung zunÀchst zu laufen und spÀter zu rennen. Nach Angaben von RTVE wollten die Migranten offenbar möglichst schnell einen Platz im neuen Aufnahmezentrum ergattern. Die Polizei musste die Menge mit zusÀtzlichen KrÀften unter Kontrolle bringen.
Die MaĂnahme ist Teil der BemĂŒhungen der Zentralregierung in Madrid, die Folgen der Migrationskrise nach der massenhaften Ankunft zu bewĂ€ltigen. Am 30. und 31. Juli kamen nach SchĂ€tzung der Regierung bis zu 80.000 Migranten von Marokko aus nach Ceuta. Die meisten kehrten anschlieĂend nach Marokko zurĂŒck. Tausende halten sich jedoch weiterhin in der Exklave auf.
Gericht gibt Aufnahmezentrum im Hafen frei
Das Zentrum am Hafen ist das fĂŒnfte vorĂŒbergehende Aufnahmelager in Ceuta. Es soll die Stadt entlasten und zur besseren Registrierung und Betreuung der Migranten beitragen. Nach der massenhaften Ankunft hatten Tausende rund eineinhalb Monate unter schwierigen Bedingungen auf der StraĂe verbracht.
Erst am Donnerstag hatte die Justiz den Weg fĂŒr die Nutzung des neuen Zentrums im Hafen freigemacht. Der Nationale Gerichtshof in Madrid wies einen Antrag der Polizeigewerkschaft SUP auf eine vorlĂ€ufige Aussetzung des Betriebs zurĂŒck. Die Gewerkschaft hatte Bedenken gegen die Errichtung der Zelte in einem als kritische Infrastruktur eingestuften Bereich geltend gemacht.
Das spanische Verkehrsministerium hatte bereits Anfang September einen Teil des Hafens unter seine Kontrolle gebracht, um dort die vorĂŒbergehenden Aufnahmeeinrichtungen fĂŒr Migranten errichten zu lassen.
