Bio-GemĂŒse, Bio-Obst

Bio-Landwirtschaft wÀchst leicht - kommt bald mehr Tempo?

05.07.2023 - 12:42:48 | dpa.de

Bei Gurken oder Kartoffeln greifen viele gern zu Bio, mit teurerem Öko-Fleisch ist es schon so eine Sache. Dabei soll eine schonendere Lebensmittelproduktion vorankommen. Was tut sich da auf den Höfen?

Bio-GemĂŒse in einem Laden: Die Bundesregierung will das Bio-Wachstum mit verschiedenen Maßnahmen ankurbeln. - Foto: Bernd Settnik/dpa

Die Bio-Landwirtschaft in Deutschland legt weiter zu - aber nur langsam. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Felder und Wiesen stieg bis Ende vergangenen Jahres leicht auf 11,2 Prozent der gesamten AgrarflĂ€che, wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es 10,9 Prozent gewesen. Bio wirtschaften nun 36.900 Höfe. Damit erhöhte sich ihr Anteil an allen Betrieben um 0,2 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent. Die Regierung will den Bio-Markt auf breiter Front ausweiten. ErklĂ€rtes Ziel ist ein Öko-FlĂ€chenanteil von 30 Prozent bereits bis 2030.

Die Parlamentarische StaatssekretĂ€rin, Ophelia Nick (GrĂŒne), sagte, der Umstieg auf Öko biete Höfen eine Zukunftsalternative. Deshalb hĂ€tten Betriebe auch in Krisenzeiten die Chance dazu ergriffen. «Mit Bio bleiben die Höfe und Lebensmittelhersteller in den Dörfern, das sichert wertvolle ArbeitsplĂ€tze und stĂ€rkt die lĂ€ndlichen RĂ€ume.» Klar sei, dass sich Umwelt-, Klima- und Tierschutz lohnen mĂŒssten.

Es gibt regionale Unterschiede

Unter dem Strich kamen im vergangenen Jahr 57.600 Hektar dazu, die nun nach ökologischen Standards bewirtschaftet werden - eine FlĂ€che von ungefĂ€hr 80.000 Fußballfeldern, wie das Ministerium erlĂ€uterte. Und es sind jetzt bundesweit 605 Bio-Bauernhöfe mehr. Dabei gibt es regionale Unterschiede. Den grĂ¶ĂŸten Bio-Anteil gemessen an der jeweiligen gesamten AgrarflĂ€che hat das Saarland mit 20,7 Prozent, Schlusslicht ist Niedersachsen mit 5,8 Prozent. Mehr als ein Viertel Bio-Bauern im jeweiligen Bundesland gibt es laut Statistik inzwischen im Saarland, in Baden-WĂŒrttemberg und in Mecklenburg-Vorpommern.

Ob sie auf Bio umstellen, ist fĂŒr Landwirte eine Kalkulationsfrage. Generell ist etwa der Aufwand bei der mechanischen Bodenbearbeitung höher - da schlagen dann auch höhere Treibstoffkosten fĂŒr Traktoren zu Buche. Insofern brauche es weiterhin einen Preisabstand, weil die Erzeugung ökologischer Produkte in den StĂŒckkosten deutlich teurer sei, hatte der Bauernverband grundsĂ€tzlich erlĂ€utert. Zugleich sind chemisch-synthetische DĂŒnge- und Pflanzenschutzmittel bei Bio tabu. Das machte Bio-Bauern zuletzt unabhĂ€ngiger von enormen PreissprĂŒngen bei DĂŒngemitteln infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Özdemir setzt auf Kantinen, Mensen und Behörden

Agrarminister Cem Özdemir (GrĂŒne) will das Bio-Wachstum mit einer Reihe von Maßnahmen ankurbeln - denn fĂŒr mehr Öko auf den Feldern braucht es auch eine wachsende Nachfrage in Handel und Gastronomie. Ein wichtiger Hebel soll die Gemeinschaftsverpflegung mit tĂ€glich 17 Millionen EsssensgĂ€sten in Kantinen und Mensen von Unternehmen, Schulen, Kitas oder Behörden sein. Der Bio-Anteil der jeweiligen KĂŒche soll bald an einem freiwillig einsetzbaren Logo zu erkennen sein, und zwar in den Medaillenfarben Gold, Silber und Bronze. Zu nutzen sein soll es - auch zur Werbung - ebenso in Restaurants und Imbissen. Der Bundesrat soll die PlĂ€ne an diesem Freitag billigen.

Beim geplanten staatlichen Tierhaltungslogo fĂŒr Fleisch ist Bio auch als eigene, höchste Stufe vorgesehen. «So machen wir die Leistungen der Betriebe im Supermarkt auf einen Blick sichtbar», erlĂ€uterte Nick. «Und die Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Chance, Bio noch besser mit ihrem Einkauf zu unterstĂŒtzen.» Verpflichtend werden soll das neue Logo voraussichtlich Anfang 2024, und zwar im ersten Schritt fĂŒr Schweinefleisch im Handel. Geplant ist ein System mit fĂŒnf Kategorien, wenn Ferkel nach der Aufzucht in die Mast kommen - von den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zu bio. Seit lĂ€ngerem gibt es auch schon ein Haltungsform-Logo der großen Supermarktketten.

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