Batterieverband: Europa droht Anschluss zu verlieren
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 12:37 Uhr | dts-nachrichtenagentur.deChinesische Hersteller seien ĂŒber Jahrzehnte mit massiven Subventionen aufgebaut worden und suchten wegen ĂberkapazitĂ€ten im Heimatmarkt gezielt den Weg nach Europa, so Wolf. Die USA schotteten sich dagegen lĂ€ngst ab: "Die USA haben hohe Barrieren eingefĂŒhrt", sagte er - Europa bleibe dadurch "eine Art Rettungsanker" fĂŒr chinesische Konzerne. Eine Ausnahme sei Tesla: Der Konzern habe es geschafft, den sogenannten Trockenbeschichtungsprozess zu industrialisieren, und skaliere das Verfahren nun auch am Standort GrĂŒnheide.
Trotz milliardenschwerer Förderprogramme habe die deutsche Politik bislang zu wenig auf marktgestaltende Instrumente gesetzt. Notwendig seien neben Förderung auch gezielte Nachfrageanreize auf der Marktseite. Wolf verglich den nötigen Schritt mit einer BrĂŒcke: "Um mit einem BrĂŒckenbau das Tal des Todes zu ĂŒberqueren, geht man von beiden Seiten vor: neue Technologien entwickeln und neue Technologien nachfragen." Als Vorbild nannte er die USA, wo Steuergutschriften an Unternehmen aus China, Russland, Nordkorea oder dem Iran ausgeschlossen sind.
Kritisch Ă€uĂerte sich der Chef des Verbundes zur aktuellen Bundesregierung: WĂ€hrend Forschungsministerium und Kanzleramt die Bedeutung der Batterietechnologie erkannt hĂ€tten, agiere das Wirtschaftsministerium zurĂŒckhaltend. Trotz RĂŒckschlĂ€gen bei Northvolt, SVolt, Cellforce und Varta sei man dennoch zuversichtlich mit Blick auf eine zweite Investitionsrunde in LĂ€ndern wie Frankreich, Schweden und den Niederlanden. Die Batterietechnologie bleibe neben Mikroelektronik und KĂŒnstlicher Intelligenz "ganz entscheidend fĂŒr die Zukunft unserer Industrie", so Wolf.
Eine aktuelle Deloitte-Studie unterstrich zu Beginn der Woche die Dringlichkeit: Ihr zufolge werden 98 Prozent der groĂen Batteriefabriken in Europa von asiatischen Unternehmen betrieben - allen voran vom chinesischen WeltmarktfĂŒhrer CATL.
