Deutschland, Gesundheit

Klinikkonzern Fresenius arbeitet sich langsam aus der Krise

02.08.2023 - 09:54:00 | dpa.de

Beim kriselnden Klinik- und Gesundheitskonzern Fresenius trĂ€gt der Umbau FrĂŒchte. Im zweiten Quartal erholen sich die GeschĂ€fte. FĂŒr den neuen Konzernchef Sen tun sich aber neue Baustellen auf.

Das HauptgebÀude der Konzernzentrale der Fresenius SE & Co. KGaA in Bad Homburg. - Bild: Arne Dedert/dpa
Das HauptgebÀude der Konzernzentrale der Fresenius SE & Co. KGaA in Bad Homburg. - Bild: Arne Dedert/dpa

Der krisengeschĂŒttelte Gesundheitskonzern Fresenius hat sich im zweiten Quartal weiter erholt. Dabei machte sich auch der tiefgreifende Umbau bezahlt. Im KlinikgeschĂ€ft konnte Deutschlands grĂ¶ĂŸter Krankenhausbetreiber zulegen, und die auf Nachahmerarzneien und klinische ErnĂ€hrung spezialisierte Tochter Kabi kam voran, wie das Dax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. «Fresenius Kabi und Fresenius Helios steigerten ihren Umsatz stĂ€rker als erwartet», sagte Vorstandschef Michael Sen.

Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) kam zudem weitaus besser als gedacht durch das Quartal und ist daher nicht mehr ganz so pessimistisch fĂŒr das Jahr. Beim grĂ¶ĂŸten Sorgenkind von Fresenius stieg der bereinigte operative Gewinn um 41 Prozent auf 401 Millionen Euro. FMC schließt Dutzende Dialysekliniken und streicht Tausende Stellen, wĂ€hrend der Kostendruck durch die Inflation nachlĂ€sst.

Beim österreichischen Klinikdienstleister Vamed greift Fresenius derweil mit einem Umbau durch und schrieb 332 Millionen Euro fĂŒr das Einstellen von GeschĂ€ften ab. FĂŒr weitere potenzielle Wertberichtigungen und Aufwendungen erwartet Fresenius bis zu 250 Millionen Euro. Die verlustreiche Firma, bei der das ProjektgeschĂ€ft schwĂ€chelte, soll noch in diesem Jahr operativ die Wende schaffen.

Unterm Strich schrumpft der Gewinn

Der gesamte Fresenius-Umsatz wuchs im zweiten Quartal gemessen am Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn fiel zwar um 5 Prozent auf 956 Millionen Euro. Experten hatten aber weniger erwartet. Unterm Strich schrumpfte der Gewinn um 17 Prozent auf 375 Millionen Euro.

Nach schwierigen Corona-Jahren und vielen Gewinnwarnungen will Fresenius aus der Dauerkrise. Prozesse werden optimiert, in Vertrieb und Verwaltung der Rotstift angesetzt, Randbereiche sollen verĂ€ußert werden. Ab 2025 will Fresenius jĂ€hrlich rund eine Milliarde Euro sparen. Unter dem neuen Chef Sen konzentriert sich Fresenius auf das KlinikgeschĂ€ft und die Tochter Kabi.

Vor allem FMC war in den vergangenen Corona-Jahren in die Krise geschlittert. Eine hohe Übersterblichkeit von Corona-Patienten, steigende Kosten und ein Mangel an PflegekrĂ€ften trafen FMC und lösten mehrere Gewinnwarnungen beim Mutterkonzern aus. Damit das nicht mehr passiert, will Fresenius FMC nicht mehr voll in der Bilanz berĂŒcksichtigen, sondern nur als Finanzbeteiligung ausweisen - entsprechend dem Fresenius-Anteil von gut einem Drittel.

Nach Beschluss einer außerordentlichen Hauptversammlung im Juli soll FMC von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Damit ist der Weg fĂŒr die Entflechtung beider Unternehmen bis Jahresende frei. Ein spĂ€terer Verkauf der Aktien bis hin zu einer kompletten Trennung bleibt ebenfalls möglich. Auch Vamed sieht Sen nur noch als Finanzbeteiligung. GerĂŒchten um einen Verkauf beider Firmen war Fresenius im FrĂŒhjahr entgegengetreten.

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