Lebensmittel, Verbraucher

Werden Aldi-Garnelen die Augen abgeschnitten? / Neue Aufnahmen decken verstörende Praktiken in der Garnelenindustrie auf - Verbindung zu deutschen SupermÀrkten

02.10.2025 - 15:14:23 | presseportal.de

Berlin - Garnelen sind das meistgegessene Tier Deutschlands: Hierzulande werden jĂ€hrlich laut einer SchĂ€tzung des Alfred-Wegener-Instituts rund 50.000 t verzehrt. Bei einer handelsĂŒblichen StĂŒckgrĂ¶ĂŸe von 20 g/Tier entspricht das ca. 2,5 Mrd. Tieren - rund viermal so viele wie HĂŒhner.

Werden Aldi-Garnelen die Augen abgeschnitten? / Neue Aufnahmen decken verstörende Praktiken in der Garnelenindustrie auf - Verbindung zu deutschen SupermÀrkten - Foto: presseportal.de
Werden Aldi-Garnelen die Augen abgeschnitten? / Neue Aufnahmen decken verstörende Praktiken in der Garnelenindustrie auf - Verbindung zu deutschen SupermÀrkten - Foto: presseportal.de

Eine neue Investigativ-Recherche des International Council for Animal Welfare (ICAW) dokumentiert schockierende ZustĂ€nde auf Garnelenfarmen in Indien, Indonesien, und Guatemala: Muttertieren werden fĂŒr vermeintlich höhere ProduktivitĂ€t die Augen abgeschnitten, und zur Schlachtung mĂŒssen Garnelen langsam ersticken oder erfrieren im Eiswasser.

Eine begleitende Supermarktrecherche legt nahe, dass gekĂŒhlte Garnelenprodukte der Aldi-Eigenmarke von Aldi SĂŒd von diesen Praktiken betroffen sein könnten. Und auch andere deutsche SupermĂ€rkte verkaufen Garnelen aus diesen LĂ€ndern.

"Aus zahlreichen Studien wissen wir heute, dass Garnelen und andere Krebstiere empfindungsfĂ€hig sind. Die weit verbreitete Praxis, Tiere kurz in Eis-BĂ€der zu tauchen, macht sie zwar bewegungsunfĂ€hig, betĂ€ubt sie aber oft nicht zuverlĂ€ssig - ein tierschutzrelevantes Problem, das mit einem langsamen, leidvollen Tod vergleichbar ist.", ordnet Dr. Kathrin Herrmann, europĂ€ische FachtierĂ€rztin fĂŒr Tierschutz, die Aufnahmen ein. "Deshalb ist die tierschutzgerechte Lösung eine sofort wirksame BetĂ€ubung, idealerweise elektrisch."

Kund:innen Ă€ußern Entsetzen

Konfrontiert mit Videomaterial zeigten sich Verbraucher:innen entsetzt: "Da werden Tieren lebendig die Augen abgeschnitten. Das ist zu 100% falsch.", so ein sichtlich erschĂŒtterter Kunde vor einer Aldi-Filiale in Berlin-Kreuzberg. Ein anderer fĂŒgt hinzu: "Ich wĂŒrde Aldi sagen, dass sie ihre Lieferketten checken mĂŒssen und dass so etwas gelabelt werden muss."

Aldi und auch Rewe haben sich jĂŒngst zu den Problemen geĂ€ußert. Allerdings bleibt das Abschneiden der Stielaugen bis 2031 erlaubt - und es bleibt offen, ob und bis wann die Eiswasser-BetĂ€ubung abgeschafft wird.

"Kund:innen sind schockiert, wenn sie erfahren, dass Garnelen die Augen abgeschnitten werden. Unsere Recherchen legen nahe, dass Aldi Garnelen aus diesen tierquĂ€lerischen Bedingungen verkauft.", sagt Jonas Becker vom International Council for Animal Welfare. "Wir fordern ein Verbot des Augen-Abschneidens und eine Garantie fĂŒr effektive elektrische BetĂ€ubung - von Aldi und allen deutschen SupermĂ€rkten."

Proteste angekĂŒndigt

AnlÀsslich der Veröffentlichung ruft die Organisation am Samstag um 18 Uhr zu einem Protest vor einer Aldi-Filiale in Berlin-Schöneberg auf. Erwartet werden bis zu 100 Personen - und ein Shrimp-Maskottchen.

Pressekontakt:

Jonas Becker
Head of Invertebrate Welfare Policy
International Council for Animal Welfare
jbecker@i-caw.org
+49 157 323 45379

Original-Content von: International Council for Animal Welfare ĂŒbermittelt durch news aktuell

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