Berlins Wahlleiter rÀt von Neuwahl-Termin im Januar ab
11.11.2024 - 06:34:19 | dpa.de"Ich kann nur raten, besonnen an das Thema heranzugehen, auf Fachleute zu hören und jetzt nicht in einen Sofortismus bei der Feststellung des Wahltermins zu verfallen", sagte Bröchler der Deutschen Presse-Agentur. "Es geht um die Sicherstellung der QualitÀt demokratischer Wahlen in Deutschland. Das ist ein hohes Gut, und ich möchte nicht, dass die Wahl am Ende wiederholt werden muss."
NatĂŒrlich mĂŒsse eine Neuwahl auch fĂŒr Januar organisiert werden, wenn das politisch gewollt und vom BundesprĂ€sidenten so entschieden werde. "Aber wir mĂŒssen uns darĂŒber im Klaren sein, dass das die QualitĂ€t demokratischer Wahlen gefĂ€hrdet", so Bröchler, der nach schweren Wahlpannen in Berlin 2021 ins Amt kam und seither unter anderem zwei Wiederholungswahlen organisiert hat. "Wenn wir die hohen QualitĂ€tsstandards, die wir in Bund und LĂ€ndern haben, halten wollen, dann rate ich von einem Wahltermin im Januar ab."
Wahlleiter beraten
Die Wahlleitungen von Bund und LĂ€ndern wollen an diesem Montag (13.00 Uhr) ĂŒber die Vorbereitung der vorgezogenen Wahl des Bundestages beraten. Bundeswahlleiterin Ruth Brand hatte jĂŒngst in einem Brief an Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor "unabwĂ€gbaren Risiken" durch kĂŒrzere Fristen gewarnt und auf logistische Herausforderungen verwiesen.
Bröchler erlĂ€uterte, die Organisation von Wahlen sei in der föderal aufgebauten Bundesrepublik aufwendiger als in Zentralstaaten wie Frankreich. Da mĂŒsse viel zwischen Bund und LĂ€ndern abgestimmt und besprochen werden. Ein zu frĂŒher Wahltermin womöglich mit Wahlkampf ĂŒber Weihnachten sorgt nach seiner EinschĂ€tzung fĂŒr viele Probleme etwa bei der Suche nach RĂ€umen fĂŒr Wahllokale, bei der Anwerbung und Schulung von Wahlhelfern, bei Papierbeschaffung, Druck und Versand von Wahlunterlagen, auch fĂŒr die Briefwahl.
Politisches Gezerre um Wahltermin
Scholz hatte nach dem Bruch der Ampel-Koalition am 6. November angekĂŒndigt, am 15. Januar die Vertrauensfrage im Bundestag zu stellen. Daraus ergibt sich unter Wahrung verschiedener Fristen ein möglicher Wahltermin im MĂ€rz 2025. Die Union mit Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) und andere Parteien drĂ€ngen indes auf eine zĂŒgigere Vertrauensfrage, Merz sieht bereits diesen Mittwoch als geeigneten Termin.
WĂŒrde Scholz dem folgen und bei der Abstimmung wie erwartet scheitern, wĂŒrde die Neuwahl im Januar oder Anfang Februar stattfinden. Scholz hatte sich in der Terminfrage zuletzt gesprĂ€chsbereit gezeigt.
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