Bewertungsschutz: Zwei Drittel der Österreicher kennen Fakes
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 23:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das österreichische Wirtschaftsministerium hat am 17.08.2026 neue Leitfäden zur rechtssicheren Handhabung von Trinkgeldern in Betrieben sowie zum Umgang mit gefälschten Internetbewertungen veröffentlicht. Die neuen Richtlinien sind Teil der umfassenden Tourismusstrategie „Vision T“ und zielen darauf ab, sowohl für Unternehmen als auch für Konsumenten mehr Transparenz und Sicherheit im digitalen Raum sowie im betrieblichen Alltag zu schaffen.
Neue Unterstützungsangebote und Beratungs-Hotline
Neben den Leitfäden zur Trinkgeld-Handhabung liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der Veröffentlichungen vom 17.08.2026 auf dem Schutz vor Fake-Bewertungen. Um betroffene Betriebe aktiv zu unterstützen, hat das Ministerium eine spezialisierte Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer +43 71100 807597 stehen Experten jeweils von Montag bis Freitag zwischen 9 und 16 Uhr für Beratungsgespräche zur Verfügung.
Das Informationsmaterial steht ab sofort unter der Webadresse bmwet.gv.at/fake-bewertungen zum Download bereit. Die Behörden reagieren damit auf die zunehmende Bedeutung digitaler Reputationsmanagementsysteme im Tourismussektor und in der Dienstleistungsbranche. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Authentizität von Online-Rezensionen zu sichern und Unternehmen gegen wettbewerbswidrige Praktiken zu rüsten.
Hotelvereinigung fordert gesetzliche Verschärfungen
Die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) begrüßte die Veröffentlichung der Leitfäden und die Einrichtung der Hotline am 17.08.2026 ausdrücklich. Der Verband wertete diesen Schritt als wichtiges Signal zur Stärkung der Branche.
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Dennoch betonte die ÖHV, dass die aktuellen Maßnahmen allein nicht ausreichten. Die Vereinigung forderte die Politik auf, zusätzlich verbindliche gesetzliche Regelungen zu schaffen, um der Problematik manipulierter Bewertungen nachhaltig Herr zu werden.
Zur Untermauerung ihrer Forderungen verwies die ÖHV auf aktuelle Umfrageergebnisse. Laut der Erhebung haben bereits zwei Drittel der Österreicher Erfahrungen mit Fake-Bewertungen im Internet gemacht.
Die Akzeptanz für strengere Regeln in der Bevölkerung scheint hoch zu sein: Neun von zehn Befragten sprachen sich in der Umfrage für eine verpflichtende Prüfung aus, ob eine Bewertung tatsächlich auf einer realen Nutzung der Dienstleistung oder des Hotelzimmers basiert.
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Internationaler Vergleich: Italien als mögliches Vorbild
Bei der Ausarbeitung weiterer Schritte blickt das Wirtschaftsministerium laut den aktuellen Veröffentlichungen auch auf internationale Best-Practice-Beispiele. Insbesondere Italien wird hierbei als Vorbild für künftige Regulierungen herangezogen. Dort gelten bereits strenge Vorgaben für Bewertungsportale.
Demnach dürfen Rezensionen nur dann veröffentlicht werden, wenn eine tatsächliche Nutzung der Leistung nachgewiesen werden kann. Zudem muss die Veröffentlichung innerhalb eines Zeitraums von 30 Tagen erfolgen.
Ein weiterer zentraler Punkt des italienischen Modells, der auch in der österreichischen Debatte an Bedeutung gewinnt, ist das strikte Verbot des Kaufs und Verkaufs von Bewertungen. Diese Ansätze könnten die Basis für künftige gesetzliche Rahmenbedingungen in Österreich bilden, um die Glaubwürdigkeit digitaler Plattformen langfristig zu sichern.
