BFH-Urteil: Steuerbefreiung bei Einbringungen fÀllt weg
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 08:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein aktuelles BFH-Urteil und mehrere EU-Initiativen setzen die Spielregeln neu.
BFH verschĂ€rft Regeln fĂŒr Steuerbefreiungen
Der Bundesfinanzhof hat die Voraussetzungen fĂŒr SteuervergĂŒnstigungen bei Einbringungen prĂ€zisiert. In seinem Urteil vom 13. Juli 2026 (Az. II R 16/23) ging es um die Frage: Kann eine Gruppe natĂŒrlicher Personen ohne eigene Rechtsform als herrschendes Unternehmen gelten?
Nein, entschied der BFH. Im konkreten Fall hatten Erben GmbH-Anteile in eine neu gegrĂŒndete KG eingebracht. Weil kein Unternehmen mit mindestens 95 Prozent Beteiligung beteiligt war, fiel die Steuerbefreiung nach § 6a GrEStG aus. Die Einbringung unterliegt damit der Grunderwerbsteuer.
Die Entscheidung zeigt: Bei Familienunternehmen und Erbengemeinschaften sind die formalen Grenzen eng gesteckt.
EU will grenzĂŒberschreitende Fusionen erleichtern
Am 24. Juni 2026 legte die EU-Kommission mit dem âTax Omnibusâ umfassende ReformplĂ€ne vor. KernstĂŒck: die Erweiterung der Fusionsrichtlinie. Ziel ist der Abbau steuerlicher Hemmnisse bei grenzĂŒberschreitenden Umwandlungen.
Der Entwurf sieht vor, dass Quellensteuern auf Dividenden, Zinsen und Lizenzen zwischen verbundenen EU-Unternehmen entfallen. Zudem plant die Kommission eine Modernisierung der Streitbeilegung und eine Harmonisierung der Anti-BEPS-Regeln.
Eine politische Einigung wird bis Ende 2027 angestrebt. Die neuen Regeln sollen ab dem 1. Januar 2029 gelten.
EU AI Act: Neue Pflichten bei Due Diligence
Ab dem 2. August 2026 treffen weitere Vorschriften des EU AI Act Unternehmen. Besonders bei M&A-Transaktionen und Umstrukturierungen mĂŒssen KĂ€ufer kĂŒnftig die Dokumentation von KI-Systemen prĂŒfen.
Die neuen EU-Regeln stellen Unternehmen beim Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz vor komplexe Dokumentationspflichten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihrer Rechts- und IT-Abteilung einen kompakten Ăberblick ĂŒber alle relevanten Fristen und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Fehlende Transparenz kann den Unternehmenswert mindern. Denn bei VerstöĂen drohen BuĂgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Besonders betroffen: Software-, FinTech- und HealthTech-Unternehmen.
BMF prÀzisiert BetriebsstÀttenbegriff
Ein neues BMF-Schreiben vom 18. Juni 2026 ersetzt das Rundschreiben aus dem Jahr 1999. Es trennt klarer zwischen nationalem und abkommensrechtlichem BetriebsstÀttenbegriff.
Wichtig fĂŒr die Umwandlungsberatung: Wer fremde RĂ€ume lĂ€ngerfristig nutzt, begrĂŒndet eher eine BetriebsstĂ€tte. Homeoffice ohne Leitungsfunktion bleibt dagegen in der Regel unkritisch.
Wer im Rahmen von Umstrukturierungen KI-Systeme entwickelt oder nutzt, muss die neuen gesetzlichen Anforderungen zwingend kennen, um Haftungsrisiken zu vermeiden. Ein kostenloser Report klĂ€rt auf, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Unternehmen jetzt konkret tun mĂŒssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern
BaFin zeigt HĂ€rte bei Bilanzierungsfehlern
Wie sensibel die korrekte Abbildung von Unternehmensstrukturen ist, zeigt ein aktuelles Verfahren. Am 14. Juli 2026 lehnte das OLG Frankfurt die aufschiebende Wirkung eines Widerspruchs gegen einen BaFin-Bescheid ab.
Die Finanzaufsicht hatte Fehler im Konzernabschluss 2022 eines börsennotierten IT-Dienstleisters moniert â unter anderem bei der Darstellung von Unternehmenserwerben und der Umsatzerfassung. Das Unternehmen hĂ€lt den Abschluss fĂŒr korrekt. Der Vorgang unterstreicht aber: Die Bilanzkontrolle bei komplexen Konzernstrukturen wird streng ĂŒberwacht.
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